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ThSV: Kampfgeist und Moral sichern wenigstens einen Zähler

Nach zwei Auftaktniederlagen stand der ThSV Eisenach bereits gewaltig unter Druck. Es wurde zwar nichts mit dem ersehnten Doppelpunktgewinn, doch nach dem 29:29 (12:13)-Remis gegen die TSG Friesenheim verabschiedeten die über 1100 Zuschauer ihre Mannschaft mit Beifall. «Kampfgeist und Moral stimmten für jeden in der Halle spürbar», resümierte Eisenachs Coach Hans-Joachim Ursinus. Dieser zog mit Neuzugang Girts Lilienfelds einen Joker. «Den hatten wir nicht auf der Rechnung», gestand Friesenheims Trainer Thomas König. «Ich will mit anpacken, das sportliche Tief zu beenden», hatte der 25-jährige Linkshänder, zuletzt beim ASK Riga am Ball, 50 Länderspiele für Lettland absolvierend, nach seiner ersten Trainingseinheit in der Wartburgstadt am Donnerstag verkündet. Den Worten ließ er Taten folgen, feierte einen Einstand nach Maß. Aus dem rechten Rückraum und von Rechtsaußen setzte er den Friesenheimer Schlussleuten 9 Bälle (bei 11 Versuchen) ins Netz.
Doch es wurde ein Tanz auf dem Drahtseil. Um die zu erwartende Angriffsflut der Friesenheimer aus dem Rückraum zu stoppen, hatte Hans-Joachim Ursinus seiner Crew eine 5:1-Abwehrvariante verordnet. «Doch auf den Halbpositionen verloren wir in der Deckung die entscheidenden Zweikämpfe», musste der Eisenacher Trainer eingestehen. War es bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden (25. Min. Platzwunde und Gehirnerschütterung) Benjamin Matschke, vermochten die Eisenacher in der zweiten Halbzeit Gunnar Dietrich nicht zu stoppen. «Eine eigene Wurfausbeute von 29 Treffern ist recht gut, 29 Gegentore in einem Heimspiel sind freilich zuviel», sprach Hans-Joachim Ursinus die Schwachstelle Abwehr an. Trotz der 29 erzielten Tore, neun resultierten aus der individuellen Klasse eines Girts Lilienfelds, lief es im Vorwärtsgang keineswegs rund. Einen Regisseur, der das Spiel führt, hatten die Eisenacher auch an diesem Tag nicht. «Reserven bei den als Leistungsträgern eingestuften Akteuren waren unverkennbar», formulierte Hans-Joachim Ursinus vorsichtig. Ausdruck dessen, über längere Abschnitte fanden sich jene Stammkräfte komplett auf der Bank wieder. Das Publikum hatte verstanden, begleitete die Einwechslung von Daniel Luther mit Szenenapplaus. Der 21-jähjrige Adrian Wöhler, mit Schwächen bei der Abwehrarbeit, brillierte dafür im Vorwärtsgang von Linksaußen. «Das waren echte Highlights», befand selbst Hans-Joachim Ursinus. Das Eisenacher Energiebündel holte sechs Sekunden vor Ultimo auch jenen Strafwurf heraus, den der erneut unter seinen Möglichkeiten bleibende Pavel Prokopec zum 29:29-Ausgleich verwandelte. Kapitän Karsten Wöhler, bis dahin die Siebenmeter sicher verwandelnd, musste nach seiner kurz zuvor kassierten dritten Zeitstrafe in der Zuschauerrolle verharren. Bruder Adrian verhinderte nach dem Siebenmeter-Treffer den schnellen Versuch eines Anwurfes der Gäste und sah dafür Rot. Die Uhr war indes abgelaufen. Ein Zähler war gerettet, nach einem 13:16 (34.) und 25:27- Rückstand (54.). Die Gäste hatten es versäumt, die big points zu setzen. «Ausgerechnet der ansonsten so starke Peter Grimm patzte da», argumentierte Thomas König und stufte das Remis als Punktverlust aus seiner Sicht ein. Eisenachs Schlussmann Radek Musil parierte in der turbulenten Schlussphase von Peter Grimm einen Strafwurf und ließ gleich zwei weitere Glanzparaden folgen, blies zur Schlussoffensive. In der Schlussminute musste er aber den Ball von Fiesenheims Sebastian Roth zum 28:29 passieren lassen. Auszeit für den ThSV Eisenach 41 Sekunden vor dem Abpfiff. Schlussmann Radek Musil räumt seinen Kasten. Benjamin Trautvetter kommt als zusätzlicher Feldspieler. Verwaist das ThSV-Gehäuse. Ein großes Risiko? Die einzige Chance, um einen Punkt zu ergattern! Tomas Sklenak startet durch. Nils Brandt stoppt den Tschechen regelwidrig und kassiert eine Zeitstrafe. Die Hallenuhr weist noch eine Spielzeit von 26 Sekunden auf. Wird Neuzugang Girts Lilienfelds den Wurf wagen? Eine Kombination ist angesagt. Das Leder gelangt zu Linksaußen Adrian Wöhler, der mit Power zum Torwurf ansetzt und unsanft gestoppt wird. Klare Sache für die Unparteiischen Kropp/Siebert (Osnabrück): Siebenmeter!

Nichts für schwache Nerven waren dann die 60 Schlussekunden….!

Dienstag bereits im DHB-Pokal am Ball
In der 3. DHB-Pokal-Hauptrunde gastiert der ThSV Eisenach bereits am Dienstag, 23.09.08 um 20.00 Uhr bei Ligakonkurrent Tuspo Obernburg. Das nächste Punktspiel führt den ThSV Eisenach am Sonntag, 28.09.08 zu Aufsteiger TSG Groß-Bieberau.

Statistik
ThSV Eisenach: Musil, Nositschka; Hoffmann (1), Trautvetter (2), Sklenak (2), A. Wöhler (5), Luther (1), Emmelmann, Schiffner, K. Wöhler (3/3), Lilienfelds (9), Jauernik (1), Prokopec (3/1), Szep-Kis (2)
TSG Friesenheim: Klier, Pfeiffer; Beutler, Grimm (7/5), Dietrich (6), Müller, Spettmann (1), Brandt (5), Bühler (5), Matschke (1), Hanke, Roth (1), Mindaugas (3), Gaubatz
Siebenmeter: Eisenach 4/4; Friesenheim 6/5
Zeitstrafen: Eisenach 8 x 2 Min., Rot für K. Wöhler nach 3. Zeitstrafe, 59. Min., Rot für A. Wöhler nach grober Unsportlichkeit , 60. (Er verhinderte das Anspiel zum gegnerischen Anwurf.); Friesenheim: 6 x 2 Min.

Zwei Minuten im Spiel - erstes Tor: Eisenachs Neuzugang

Rainer Beichler | | Quelle:

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