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ThSV: Neue Qualität reichte noch nicht über 60 Minuten

«Beim Tabellen-Fünften stellten wir zunächst unsere neue Qualität eindrucksvoll unter Beweis. Diese mit aller Konsequenz über 60 Minuten abzuliefern, gelang noch nicht. In der Schlussviertelstunde gingen wir fahrlässig mit unseren Torchancen um», bilanzierte Maik Handschke, der Trainer des ThSV Eisenach, nach dem ersten Punktspiel seiner Crew im Jahr 2009, bei dem Kapitän und Stamm-Linksaußen Karsten Wöhler und Rückraumspieler Christoph Jauernik verletzungsbedingt fehlten.
Ausdruck der neuen Qualität war eine 20:14-Führung nach 33 Minuten. Doch nach dem 22:16 (36.) wurden die Absprachen nicht mehr eingehalten, die eigene Marschroute verlassen. Die Gastgeber steigerten sich in der Abwehr im Zusammenspiel mit ihrem Torhüter Kevin Klier, nutzten die sich bietenden Torchancen resolut, trafen zum 22:22-Ausgleich (43.) und hatten nach dem 27:27 (55.) die besseren Argumente. «Die Abwehr plus Torhüter hat uns das Spiel in der zweiten Halbzeit gewonnen», resümierte Thomas König, der Coach der TSG Friesenheim, nach dem 31:28 (14:17)-Erfolg seines Teams, das dadurch auf Platz 4 kletterte, mit Tuchfühlung zu Relegationsplatz 2.
Überzeugten die Eisenacher in der ersten Halbzeit mit ihrer disziplinierten und zielstrebigen Spielweise, mit ihrer kompakten Abwehr im Verbund mit Torhüter Radek Musil, die Ausgangspunkt für viele, zumeist von Martin Hoffmann kaltblütig (7 Würfe – 7 Treffer) abgeschlossene Tempogegenstöße war, wucherten die Hausherren im zweiten Abschnitt genau mit diesen Tugenden. Eisenachs Schlussmann Radek Musil parierte bis zur Pause 13 Bälle, Friesenheims Kevin Klier ganze Vier. Nach dem Seitenwechsel verwehrte der Friesenheimer Keeper 12 Bällen den Weg ins Tor, während die Eisenacher Kollegen Radek Musil und Andreas Nositschka dies nur in fünf Fällen vermochten. «Wir brachten im Angriff nicht mehr die nötige Geduld auf, schlossen selbst in Überzahl überhastet ab», kritisierte Maik Handschke. Eisenachs Rückraumspieler Tomas Sklenak vermochte zudem nicht die von ihm gewohnten Akzente zu setzen. In punkto Torgefahr aus dem Fernwurfbereich lastete im Schlussgang zuviel auf den Schultern des jungen Daniel Luther. Für Maik Handschke zu halbherzig, die Würfe von Linksaußen. «Wenn es um die Wurst geht, ist mehr Einsatz gefragt.»

Erfolgsrezept: Tempogegenstöße über Martin Hoffmann
Die von Benjamin Trautvetter in Vertretung von Karsten Wöhler auf das Parkett der Friedrich-Ebert-Halle geführten Eisenacher beeindruckten zunächst mit einer ausgesprochen sattelfesten Abwehr im Zusammenspiel mit Torhüter Radek Musil. Im Angriff setzten die Wartburgstädter auf viel Bewegung. Tomas Sklenak bediente Benjamin Trautvetter am Kreis, der zum 0:3 (5.) traf. In Unterzahl wuchtete Girts Lilienfelds zum 3:5 (8.) ein. Ballgewinne in der Abwehr hießen das Erfolgsrezept. Martin Hoffmann lauerte stets auf den Gegenstoß Friesenheim profitierte von der Intelligenz und Torgefährlichkeit seines Spielmachers Benjamin Matschke, der Treffsicherheit von Rechtsaußen Jan-Lars Gaubatz. Serienweise wurden Fernwürfe der Eisenacher abgeblockt. Philipp Grimm glich für die Gastgeber zum 6:6 (12.) aus. Zu wenig Überraschungsmomente machten das Eisenacher Angriffsspiel in dieser Phase leicht ausrechenbar. Auch der eingewechselte Alexander Schiffner hatte nicht die zündenden Ideen parat. Sebastian Roth zog für die Gastgeber im Doppelpack zum 10:8 (20.) ab. ThSV-Keeper Radek Musil setzte die Signale. Blitzschnell wurde auf Angriff umgeschaltet. Martin Hoffmann «legte» das Leder von Rechtsaußen zum 11:11 (22.) ins Netz. Für die Gastgeber antwortete immer wieder Benjamin Matschke, der schlitzohrig in 4:6 Unterzahl seine Farben mit 14:13 (26.) in Führung gebracht hatte. Ein fulminanter Zwischenspurt des ThSV Eisenach vom 14:13 (26.) zum 14:20 (33.) folgte. Mit pfeilschnellem präzisem Konterspiel wurde die TSG Friesenheim regelrecht überrollt. Daniel Luther ließ es zum 14:17 krachen. Radek Musil sicherte mit seiner 13. Parade das Pausenresultat.

Sechs-Tore-Führung binnen acht Minuten aus der Hand gegeben
Mit dem Wiederanpfiff powerten die Eisenacher sofort weiter. Adrian Wöhler, über weite Strecken auf Linksaußen, lochte nach einem erneuten Tempogegenstoß zum 14:20 (33.) ein. Die Weichen schienen klar gestellt. Pavel Prokopec traf zum 16:22 (35.). Dann der Riss im Eisenacher Angriffsspiel. «Eisenach fand im Positionsangriff kein Mittel gegen unsere sich prächtig steigernde Abwehr einschließlich Torhüter», frohlockte TSG-Coach Thomas König. Da erreichte ein Zuspiel nicht Benjamin Trautvetter, scheiterte Girts Lilienfelds am Holz und am Torhüter, brachte auch Daniel Luther das Leder nicht unter. Von Beharrlichkeit, von Besonnenheit keine Spur. Binnen acht Minuten egalisierten die Hausherren eine 6-Tore-Führung der Eisenacher. Sebastian Roth glich zum 22:22 (43.) aus. Nun erwachten auch die beim Einlass mit Klappern der «Jagdfieber-Kampagne» ausgestatteten 700 Zuschauer. Doch noch haben die Eisenacher richtige Antworten parat. Daniel Luther und Benjamin Trautvetter treffen zum 23:25 (48.). In den folgenden zwölf Minuten gelingen dann aber nur noch drei Treffer. Alexander Schiffner scheitert von Linksaußen. Ein Prokopec-Patzer dient dem schlaksigen Mindaugas Venta als Vorlage für den Ausgleichstreffer zum 25:25 (51.) Mit Wut über den eigenen Fehler im Bauch schmettert Pavel Prokopec das Leder zum 25:26 (51.) ins Netz. Im Positionsangriff hatten die Gastgeber inzwischen deutliche Vorteile. Ihre Abwehr steigerte sich von Minute zu Minute. Adrian Wöhler scheiterte von Linksaußen. Ein Lilienfelds-Ball wurde abgeblockt. Friesenheims im bisherigen Saisonverlauf erfolgreichster Werfer, Philipp Grimm, traf zum 27:26 (55.). Daniel Luther glich zum 27:27 aus, übernahm viel Verantwortung beim Torwurf. Doch zu leicht ausrechenbar das jetzt auch zu bewegungsarme Angriffspiel der Eisenacher. Pavel Prokopec und vor allem Tomas Sklenak hätten den Turbo zünden müssen. Anders die «Eulen» der TSG Friesenheim, die durch Sebastian Roth zum 29:27 (58.) trafen. Der energisch nachsetzende Martin Hoffmann wurde regelwidrig behindert. Pavel Prokopec traf per Strafwurf zum Anschlusstreffer (29:28, 59.). Leise Hoffnung im ThSV-Lager auf zumindest einen Zähler. Doch dann scheitert Adrian Wöhler, während die Hausherren zunächst das 30:28 und in den Schlusssekunden sogar das 31:28 bejubeln.

ThSV Eisenach baut nun auf zwei Heimspiele in Folge
Zwei Heimaufgaben stehen an, bei denen kräftig gepunktet werden soll: Am Samstag, 07.02.09 gegen den HC Erlangen und am Samstag, 21.02.09 gegen das Überraschungsteam der Saison, die TSG Groß Bieberau.

Statistik
TSG Friesenheim: Klier, Pfeiffer; Beutler (1), Grimm (5), Dietrich, Spettmann (1), Brandt (2), Bühler (2), Matschke (6), Hanke, Roth (6/3), Veta (3), Gaubatz (5)

ThSV Eisenach: Musil, Nositschka; Hoffmann (7), Trautvetter (4), Sklenak (2), A. Wöhler (3), Luther (4), Emmelmann, Schiffner, Lilienfelds (4), Prokopec (4/2), Szep-Kis

Siebenmeter: Friesenheim 3/3 – Eisenach 3/2
Zeitstrafen: Friesenheim 3 x 2 Min. – Eisenach 3 x 2 Min.

Rainer Beichler | | Quelle:

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