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ThSV: Zwei rote Karten waren nicht zu kompensieren

Mit der besten Leistung der Saison führte der ThSV Eisenach gegen Titelanwärter Bergischer HC nach 48 Minuten mit 23:20. Die Trumpfasse: ein bärenstarker Benjamin Trautvetter (9 Tore) am Kreis, ein mit vielen Glanzparaden aufwartender Radek Musil im Tor. «Wir waren am Rand einer Niederlage», gestand BHC-Coach Raimo Wilde. Die Gastgeber hatten vor über 1400 Zuschauern die rote Karte für ihren Kapitän Karsten Wöhler (44.Min., Griff in den Wurfarm des Gegenspielers) zunächst nahezu unbeeindruckt weggesteckt. Rasantes Angriffsspiel schüttelte die Abwehr der Gäste durcheinander. Pavel Prokopec verwandelte einen an Benjamin Trautvetter verwirkten Strafwurf zum 21:20 (45.). ThSV-Keeper Radek Musil blieb im Siebenmeterduell Sieger gegen Gäste-Regisseur Alexander Oelze. Im Doppelpack versenkte der einfach nicht zu stellende Benjamin Trauvetter zum 23:20. Auszeit durch die Gäste. Ex-Auswahlkeeper Chrischa Hannawald kommt für den durchaus überzeugenden jungen Mario Huhnstock in den BHC-Kasten. Mit der Hereinnahme von Sebastian Aschenbroich stabilisiert sich der Deckungsverband vor dem inzwischen 37-Jährigen. In der hitzigen Atmosphäre der Werner-Aßmann-Halle behalten die Gäste kühlen Kopf, finden nach der Auszeit zu spielerischer Sicherheit zurück, treffen binnen weniger Augenblicke durch den zur Kreismitte eingelaufenen Jens-Peter Reinarz (insgesamt 10 Tore) und Alexander Oelze zum Anschlusstreffer. Eisenachs Pavel Prokopec kassiert eine Zeitstrafe. Eine folgenschwere, war es die dritte und bedeutete das vorzeitige Aus (50.). Damit fehlte die ganz wichtige Deckungsachse Karsten Wöhler – Pavel Prokopec. «Unsere Geschlossenheit ging vollends verloren», konstatierte Eisenachs Trainer Hans-Joachim Ursinus. «Uns wurde förmlich das Herz herausgerissen.» Kaltblütig, im Stil einer Spitzenmannschaft, marschierten die Bergischen Löwen durch die Eisenacher Reihen, gaben mit ihren Treffern vom 23:20 (48.) zum 23:26 (56.) einer temposcharfen niveauvollen Partie die entscheidende Wende. In den Reihen des ThSV Eisenach wurde in dieser kritischen Phase ein «Häuptling» schmerzlichst vermisst. Christoph Jauernik vermochte trotz eifrigen Bemühens diese Rolle nicht auszufüllen. Der auf das Spielfeld zurückgekommene Tomas Sklenak beschleunigte mit seinen Aktionen vielmehr die Talfahrt seiner Farben. «Eine überragende kämpferische und auch spielerische Leistung», bescheinigte Raimo Wilde dem ThSV Eisenach. Worte, die ihm angesichts der eroberten Tabellenführung in der 2. Liga Süd leicht über die Lippen gingen. Im zweiten Abschnitt nutzten sie vielfache Überzahlsituationen mit Effizienz aus. «Die Flucht nach vorn, das Verwickeln der Gäste in Zweikämpfe», wie Eisenachs Trainer die offensive Abwehr in den Schlussminuten begründete, brachte den Bergischen HC nicht in Verlegenheit. «Sie wucherten mit dem Pfund ihrer Eingespieltheit über Jahre», musste Hans-Joachim Ursinus anerkennen. Das Team und die mitgereisten Fans feierten ausgelassen den 29:26-Auswärtssieg in der Wartburgstadt. Die Enttäuschung im Lager des ThSV Eisenach war riesengroß, trotz der besten Saisonleistung finden sich die Blau-Weißen nach sieben Spieltagen mit 5:9 Punkten im Tabellenkeller der Liga wieder.

Am Mittwoch im DHB-Pokal erfolgreich auftrumpfen
Im DHB-Pokal hat der ThSV Eisenach berechtigte Chancen, den Einzug unter die letzten 16 Teams zu schaffen. Am Mittwoch, 22.10.08 empfangen die Ursinus-Schützlinge in der 3. DHB-Pokal-Hauptrunde bereits um 19.00 Uhr in der heimischen Werner-Aßmann-Halle die HSG Gensungen/Felsberg. Die benachbarten Hessen streben nach dem Abstieg im Vorjahr die sofortige Rückkehr in die 2. Bundesliga an, gehen mit einem zweitligaerfahrenen Kader diese Aufgabe auch in der Regionalliga Südwest erfolgreich an. «Diese Pokalpartie wird alles andere wie ein Spaziergang», warnt Eisenachs Kapitän Karsten Wöhler die Teamkollegen, aber auch die Anhängerschaft. Tickets sind zum Preis von 6,00 € (freie Platzwahl) im Vorverkauf in Eisenach erhältlich in der ThSV-Geschäftsstelle und in der HME-Tasnkstelle (Langensalzaer Straße). Die Tageskasse öffnet am Mittwoch um 18.00 Uhr.

Statistik
ThSV Eisenach: Musil, Nositschka; Hoffmann (2), Trautvetter (9), Sklenak (1), Luther, Emmelmann, Schiffner (1), K. Wöhler (3/3), Lilienfelds (3), Weidner (1), Jauernik (2/2), Prokopec (4/1), Szep-Kis
Bergischer HC: Huhnstock, Hannawald (ab 48.); Fuchs, Nippes (1), Hoße, Vitek (4/1), Hinze (4), Selmanovic (3), Kluge (1), Oelze (6/4), Aschenbroich, Reinarz (10/3)

Siebenmeter: Eisenach 7/6; Bergischer HC 10/8
Zeitstrafen: Eisenach 6 x 2 Min./ Rot gegen K. Wöhler nach grobem Foulspiel (44.); Rot gegen Prokopec nach 3. ZS (50.);
Bergischer HC 5 x 2 Min./ Rot gegen Kluge nach grobem Foulspiel (54.)

Die Meister von 1958

Rainer Beichler | | Quelle:

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