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Trotz 14 Treffern von Adrian Wöhler um den Sieg gezittert

«Aufgrund der Vorzeichen eine Situation, in der es für uns nur was zu verlieren gab», erklärte Adalsteinn Eyjolfsson, der Coach des ThSV Eisenach. Gegen eine Rumpfmannschaft vom Niederrhein, verletzungsbedingt nur mit acht Feldspielern, wandelten die in Bestbesetzung aufgelaufenen Wartbugstädter ganz dicht am Rande einer Niederlage. Eingangs der Zielgeraden lag der ThSV Eisenach mit 24:26 hinten (53.), drohte eine ganz böse Überraschung.
Die blieb letztlich aus, weil die Eisenacher auf eine 6:0-Abwehrvariante umstellten, die Phonstärke unter den 1500 Zuschauern deutlich anstieg, Torhüter Radek Musil wichtige Bälle parierte und Adrian Wöhler (von Linksaußen mit seinem 14. Treffer !) und Daniel Luther (im Doppelpack aus dem Rückraum) vom 27:27 (57.) zum 30:27 (15:14) einnetzten.

In Ballstafetten zu Linksaußen Adrian Wöhler hatte der ThSV Eisenach zwar ein Erfolgsrezept zur Hand, vermochte allerdings eine 10:8 (21.) und 19:15-Führung (38.) nicht zu behaupten. Der TV Korschenbroich bereitete mit einer 4:2-Deckung über die gesamte Distanz den Eisenachern ganz arge Probleme. «Wir verfielen in Hektik, machten die Räume eng, produzierten Fehler», resümierte Eisenachs Trainer Adalsteinn Eyjolfsson. Seine Schützlinge fanden einfach nicht zu ihrem Spielfluss. Gästekeeper Oliver Mayer parierte in Serie Würfe der Eisenacher. Rückraumspieler Simon Breuer, der torgefährliche Spielgestalter des TV Korschenbroich, versetzte hingegen Eisenachs Defensive in Angst und Schrecken, netzte zehn Bälle ein. «Seinen Aktionsradius entscheidend einzuengen, gelang uns nicht», gestand Adalsteinn Eyjolfsson. «Wir haben aufopferungsvoll gekämpft, die Partie lange offen gehalten. Das haben auch die Eisenacher Zuschauer honoriert. Ich muss mich allerdings für ein hässliches Handballspiel entschuldigen. Wir freuen uns jedoch bereits auf das Rückspiel», erklärte Gästetrainer Jörn Ilper mit funkelnden Augen, der sich in der Schlussphase gar selbst einwechseln musste. «Am Ende fehlte wohl auch die Kraft, war ein erzwungener Trikotwechsel sicherlich auch ein Knackpunkt», ergänzte Jörn Ilper. Er hatte am Mittwoch aufgrund der Verletzten beim ThSV Eisenach um eine Spielverlegung nachgesucht.
«Wir befinden uns bereits in Terminnöte, haben schon ein Spiel weniger wie die Konkurrenz, müssen zudem Nationalspieler für Auswahlaufgaben abstellen», warb Adalsteinn Eyjolfsson um Verständnis für das Eisenacher Nein und zollte dem Rumpfaufgebot der Gäste ein großes Kompliment für einen tollen Fight. «Ich hätte lieber gegen ein Vierzehner-Aufgebot des TV Korschenbroich gespielt», betonte der Eisenacher Coach.

Eisenach findet nicht zum gewohnten Spielfluss
Die Eisenacher begannen in der Erfolgsformation vom 30:26-Auswärtserfolg bei der HSG Nordhorn, mit Branimir Koloper und Duje Miljak an zentralen Stellen im Abwehrblock. Die Gäste agierten von Beginn selbstbewusst, nahmen im 4:2-Abwehrsystem Tomas Sklenak (durch Matthias Fuchs) und Duje Miljak (durch Marcel Göden) in «persönliche Pflege». Das schmeckte den Gastgebern überhaupt nicht. «Wir hatten eine 6:0-Abwehr erwartet», gestand ThSV-Coach Adalsteinn Eyjolfsson. Sein Team fand nur ganz selten zum gewohnten Spielfluss. Unter dem Motto «Jetzt erst recht» kämpften die Gäste wie die Löwen, gepaart mit ihren auch in dieser Formation vorhandenen spielerischen Qualitäten, unterstützt durch ihre 3:5 (9.). Verständlicherweise waren sie an einer Tempoforcierung nicht interessiert. Eisenachs Rückraum tat sich von Beginn ausgesprochen schwer. Lediglich sechs Treffer gelangen aus dem Fernwurfbereich. Wenn nichts ging, Ballstafetten zu Adrian Wöhler auf Linksaußen waren eine «sichere Bank». Dieser traf zum 6:6 (15.) und 10:8 (21.). «In Überzahl patzten wir, statt die Führung auszubauen», bilanzierte ThSV-Coach Adalsteinn Eyjolfsson.
Die Gäste glichen zum 10:10 (23.) aus. Die Hausherren brachte Kapitän Benjamin Trautvetter an der Kreismitte und Girts Lilienfelds im rechten Rückraum. Im Doppelpack besorgte Adrian Wöhler das 13:11 (27.). In Unterzahl wuchtete Eryk Kaluzinski zum 14:12 (28.) ein, bediente Benjamin Trautvetter, der zum 15:13 (30.) verwandelte.
Elanvoll kamen die Eisenacher aus den Kabinen. Kurzzeitig entzog sich Tomas Sklenak der Sonderbewachung mit einem Ausweichen zum Kreis. Schlüpfte Linkshänder Girts Lilienfelds in die Regierolle. Nick Heinemann traf mit spektakulärem Treffer zum 16:14 (33.). Tomas Sklenak, Adrian Wöhler und Eryk Kaluzinski erhöhten auf 19:15 (38.) und der Großteil der Zuschauer hoffte, damit sei die Richtung klar gegeben. Doch weit gefehlt! Korschenbroichs Keeper Oliver Mayer kaufte den Hausherren immer wieder das Leder ab. Simon Breuer brachte seine typischen Wurfqualitäten zum Tragen. Hatten das die Eisenacher vergessen?
Simon Breuer glänzte aber auch als Vorbereiter, wie beim 20:20-Ausgleichstreffer durch Matthias Fuchs vom Kreis (42.). Mehrfach konnten die Eisenacher die Angriffszüge der Gäste nur regelwidrig stoppen. Marcel Görden versenkte alle sechs seinen Farben zugesprochenen Strafwürfe. Nach dem zehnten Wöhler-Treffer zum 23:22 (46.) zeigten sich die Minitruppe der Gäste keineswegs müde, nutzte Eisenacher Fehler, glänzte mit Simon Breuer, der zum 23:25 (51.) einnetzte. Kurz zuvor war Eisenachs Nick Heinemann vom Punkt am eingewechselten TVK-Keeper Sven Bartmann gescheitert. Marcel Görden indes überwand Eisenachs Torhüter Radek Musil per Strafwurf zum 24:26 (53.). Die Unruhe auf den Rängen war spürbar, die Getreuen merkten allerdings, jetzt sind auch sie gefordert. Mannschaft und Fans krempelten quasi gemeinsam die Ärmel hoch. Die Umstellung der Abwehr auf ein 6:0-System erwies sich als goldrichtig. Nick Heinemann passte von Rechtsaußen auf Linksaußen, wo Adrian Wöhler das Leder zum 26:26-Ausgleich einlochte. Nun war auch ThSV-Schlussmann Radek Musil zur Stelle. Eine Zeitstrafe gegen Eryk Kaluzinski steckten die nun entfesselten Eisenacher weg. Die Wurfversuche der Gäste (Tovornik, Korte) blieben ohne Zählbares. Adrian Wöhler und Daniel Luther sorgten dann mit ihren Treffern für die Entscheidung.

Mit diesem Erfolg glich der ThSV Eisenach sein Punktekonto aus (6:6) und kletterte ins Mittelfeld der Tabelle. Am kommenden Samstag, 22.10.2011 findet ein altes Derby eine Wiederbelebung, wenn der ThSV Eisenach beim SC DHfK Leipzig gastiert. Dessen Trainer Uwe Jungandreas weilte unter den Zuschauern, ebenso wie TUSEM-Essen-Coach Maik Handschke.

und konnten einer Spielverlegung nicht zustimmen. Ein dickes Kompliment an den TV Korschenbroich für einen tollen Fight über 60 Minuten. Obwohl wenig Tempo im Spiel war, fielen 57 Tore. Die unerwartete 4:2-Deckung des TV Korschenbroich bereitete uns arge Probleme. Mit halbherzigen Würfen und Fehlern gaben wir eine 4-Tore-Führung aus der Hand. Uns gelang es nicht, den Aktionsradius von Korschenbroichs Simon Breuer entscheidend einzuengen. Meine Mannschaft hat nach dem 2-Tore-Rückstand Charakter gezeigt.

Statistik
ThSV Eisenach: Musil, Gorobtschuk; Trautvetter (2), Sklenak (2/1), Wöhler (14), Luther (2), Miljak, Kaluzinski (3), Adams, Schiffner, Heinemann (5/3), Lilienfelds, Koloper (2), Lindner

TV Korschenbroich: Mayer, Bartmann; Fuchs (1), S. Breuer (10), Görden (7/6), Piske (3), Tovornik (3), Ilper, Korte (3), Doetsch

Siebenmeter: ThSV Eisenach 6/4 – TV Korschenbroich 6/6

Zeitstrafen: ThSV Eisenach 6 x 2 Min. – TV Korschenbroich 4 x 2 Min.

Rainer Beichler | | Quelle:

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