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Verbesserte Abwehrarbeit, Moral und Kampf reichten nicht aus

Personell gehandicapter ThSV Eisenach unterliegt der HSG Wetzlar mit 25:29 (11:13)/ Eisenachs Rückraum-Recke Azat Valiullin mit 11 Toren/ Außen mit Ladehemmung

Eisenach bleibt für die HSG Wetzlar ein gutes Pflaster. In den Erstligaduellen seit 1998 nahmen die Hessen zumeist die Punkte mit. Die verletzungsbedingt personell so gebeutelten Wartburgstädter (ohne drei wichtige Rückraumspieler) vermochten, so ihr Trainer Velimir Petkovic, trotz „hinzugewonnener Qualität in der Abwehr sowie vorbildlicher Moral und kämpferischer Leistung“ den Siegeszug der HSG Wetzlar nicht zu stoppen, unterlagen den mit voller Kapelle angereisten Hessen mit 25:29 (11:13). Mit nunmehr sensationellen 13:5 Punkten schob sich die HSG Wetzlar auf Tabellenplatz 4. Aufsteiger ThSV Eisenach rutschte, auch weil die Mitkonkurrenten punkteten, auf Tabellenplatz 16. Bereits am Mittwoch steht der schwere Gang zu Serienmeister THW Kiel an.

Ex-Eisenacher Evars Klesnik im dritten Handballfrühling
„Es war wie erwartet: hart, schwer und laut. Gefehlt hat mir der früher von draußen in die Halle ziehende Bratwurstduft. Auch wenn es heute nicht gereicht hat, der ThSV Eisenach wird mit der eigenen Halle im Rücken noch viele Punkte holen“, plauderte ein aufgekratzter
Evars Klesniks, Abwehrchef der HSG Wetzlar, mit 35 Lenzen gerade seinen dritten Handballfrühling erlebend, in jungen Jahren mit dem ThSV Eisenach in der 1. Handballbundesliga, nach der Partie mit einstigen Freunden und Journalisten. Zunächst war bei Evars Klesniks, allen Beteiligten und den knapp 2.400 Zuschauern, vornehmlich aus Hessen und Thüringen, Geduld gefragt. Die Unparteiischen wurden auf dem Weg nach Eisenach per Bundesbahn unfreiwillig gestoppt, sodass der Anpfiff mit 75-minütiger Verspätung erfolgte. Zeit für Evars Klesniks, um mit einstigen Mitspielern seiner Zeit beim ThSV Eisenach, wie dem heutigen Manager Karsten Wöhler oder dem einstigen Abwehrstrategen und jetzigen Sportlichen Leiter des Vereins Till Bitterlich, zu plauschen. Danach war er auf dem Parkett der absolute Abwehrchef seines Teams. „Evars Klesniks ist ein wahres Geschenk für die HSG Wetzlar“, ist Kai Wandschneider voll des Lobes

ThSV Eisenach: Ballgewinne nicht effizient genutzt
„Wir waren trotz des verspäteten Beginns von der ersten Sekunde hellwach, benötigten keine Anlaufzeit“ betonte Kai Wandschneider, der Coach der HSG Wetzlar. Velimir Petkovic, der Trainer des ThSV Eisenach, hatte auf unterschiedliche offensive Deckungssysteme gesetzt, um vielleicht eine Überraschung zu schaffen. „Mit einer 6:0-Deckung hätten wir keine Chance gehabt“, argumentierte Velimir Petkovic. „Ich bin stolz auf unsere Deckungsarbeit mit viel Herz“, erklärte der Eisenacher Trainer. Seine Crew brachte die Gäste auch in Bedrängnis, machte aus den Ballgewinnen zu wenig, weil das Leder wieder schnell verlierend oder die sich bietenden Torchancen nicht konsequent nutzend. Mit einem treffsicheren Rückraum-Spieler (Azat Valiullin, 11 Tore!), war den Gästen nicht beizukommen. Da mit Bogdan Criciotoiu und Patrik Hruscak beide Linkshänder verletzt sind, beorderte er den sonstigen Rechtsaußen Tomas Urban in den rechten Rückraum. „Er sollte mit seiner Schnelligkeit zu guten Aktionen kommen“, argumentierte Velimir Petkovic. „Gegen einen großgewachsenen Mittelblock, dahinter einem der besten Torhüter Deutschlands, mussten wir den Erfolg über die Außenpositionen suchen“, erläuterte der Eisenacher Trainer, von 1998 bis 2004 selbst erfolgreich auf der Kommandobrücke der HSG Wetzlar. Doch die Eisenacher Außen hatten Ladehemmung. Bei 13 Würfen von den Außenpositionen hatte der Eisenacher Trainer nur 3 Tore auf seinem Zettel. Sein Kollege Kai Wandschneider indes lobte seinen Linksaußen Maximilian Holst, der mit insgesamt 11 Treffern notiert wurde. „Auf die verschiedenen Deckungsvarianten der Eisenacher hatten wir letztendlich die passenden Antworten. Florian Laudt führte klug Regie, hat immer Lösungen gefunden“, zollte Kai Wandschneider seinem Regisseur ein Lob. Eine Extraklasse das Kreisläuferspiel des vom TV Großwallstadt zur HSG Wetzlar gekommenen Jannik Kohlbacher: obwohl schwergewichtig leichtfüßig agierend, mit schnellen Drehungen bei Ballbesitz oder Räume für die Rückraumkollegen schaffend. Beim 17:22 (47.) war die Entscheidung gefallen. Nach einem Eisenacher Ballverlust lochte Maximilian Holst zum 22:28 (55.) ein. „Wir freuen uns über diesen Erfolg. Wir dürfen aber nicht nachlassen, müssen hungrig bleiben“, erklärte ein aufgekratzter Kai Wandschneider, dem seine Spieler nach der Partie auf dem Parkett eine Dusche verpassten.

HSG Wetzlar: Kurz vor und nach der Pause eiskalt zuschlagend
Nach zehn Minuten vollendete Azat Valiullin über die linke Angriffsseite zum 3:2 für den ThSV Eisenach. Tomas Urban zog urplötzlich aus dem rechten Rückraum zum 4:3 (11.) ab. Azat Valiullin war beim Treffer zum 5:4 (13.) nicht zu stoppen. Die Wartburgstädter, mit Daniel Luther in der Rolle des Regisseurs beginnend, durften auf eine Überraschung hoffen. Der eingewechselte Marcel Schliedermann netzte zum 7:7 (18.) ein. Die Hausherren vermochten Gäste-Kreisspieler Jannik Kohlbacher nicht zu stoppen. Und immer wieder wechselten die Eisenacher ihr Abwehrsystem. Zwischenzeitlich „erfreute“ sich Steffen Fäth der Sonderbewachung durch Eisenachs „giftigen“ Nick Heinemann. Die Hausherren eroberten das Leder, Nicolai Hansen bediente Dirk Holzner zum 11:11 (26.). Eine der wenigen gelungenen Aktionen beider Eisenacher. Zu aufwendig musste sich der ThSV Eisenach, ab der 24. Minute mit Olafur Bjarki Ragnarsson als Spielgestalter, die Torchancen erarbeiten. Basierend auf ihren Qualitäten trafen die Hessen kurz vor und nach dem Seitenwechsel vom 11:11 (26.) zum 12:16 (35.). Velimir Petkovic griff zur grünen Karte. Seine Mannen Trafen zum 15:16-Anschluß (38.). Die Hessen wackelten, fingen sich aber. „Wir meisterten die 60 Minuten ohne große Einbrüche“, betonte Kai Wandschneider: Seine Schützlinge konterten die Hausherren über Maximilian Holst zum 16:19 (41.) aus. Pech für die Hausherren, ein Valiullin-Ball klatschte ans Holz (41.). Die Gäste schlossen in der Abwehr konsequent die Räume und lochten vorn zum 17:22 (47.) ein. Der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Adrian Wöhler scheiterte von Links-, Nick Heinemann von Rechtsaußen (51.). Die HSG Wetzlar hatte Oberwasser, ließ sich das Polster nicht mehr nehmen; so sehr sich die Eisenacher, vom eigenen Anhang lautstark unterstützt, mühten. Maximilian Holst vollendete zum 22:28 (55.). Zeitstrafen gegen ihn (56.) und Kristian Bliznac (59.) verhalten den nimmermüden Hausherren noch zur Resultatsverbesserung

Statistik
ThSV Eisenach:
Verkic (1.-43.- 51.-60./ 5 Paraden/ 25 Gegentore), Redwitz (43.-51., 2 Paraden – 4 Gegentore); Wöhler (1), Luther (1), Ragnarsson (3), Schliedermann (2), Hansen (2), Urban (2), Richardt, Holzner (3), Heinemann, Koloper, Valiullin (11)

HSG Wetzlar:
Wolff (1.-60./ 12 Paraden/ 25 Gegentore), N.Weber; Prieto, Ferraz (4), S. Weber (1), Laudt (2), Holst (11/3), Fäth (5), Hahn, Bliznac, Joli, Klesniks, Kohlbacher (2), Mirkulovski (1)

Zeitstrafen:
ThSV Eisenach 3 x 2 Min. (Koloper 2 x 2 Min., Schliedermann 2 Min.)
HSG Wetzlar 6 x 2 Min. (Prieto u. Holst je 2 x 2 Min., Bliznac u. Mirkulovski je 2 Min. Min.)

Siebenmeter:
ThSV Eisenach 1/0 (Holzner wirft gegen Wolff über das Tor)
HSG Wetzlar 4/3 (Holst verwandelt 3 x gegen Verkivc u. scheitert 1 x an Redwitz)

Schiedsrichter: Brauer/Holm

Zuschauer: 2.353

Spielfilm: 5:4 (13.), 7:9 (20.), 11:11 (26.), 12:16 (35.), 16:17 (39.), 17:22 (47.), 19:26 (53.), 25:29 (60.)

Beste Spieler:
ThSV Eisenach: Valiullin

Steffen E. | | Quelle:

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