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 | Bildquelle: Th. Levknecht

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Bildquelle: Th. Levknecht

Von der pulsierenden Metropole Hamburg ins beschauliche Eisenach

Rückraumspieler Marcel Schliedermann freut sich auf die handballbegeisterte Wartburgstadt

Das HH (für Hansestadt Hamburg) am PkW von Marcel Schliedermann ist Geschichte. Das EA (für Eisenach) vervollständigt nun das Kennzeichen beim Neuzugang des ThSV Eisenach. «Hamburg ist für mich die schönste Großstadt», unterstreicht der Rückraumspieler. Im schwäbischen Ehringen/Donau geboren, zog es ihn mit 18 Jahren in die Hansestadt, zum großen HSV Handball. Hier absolvierte er 19 Junioren-Länderspiele und legte auch sein Abitur ab. Per Doppelspielrecht streifte er sich zuletzt das Trikot vom Zweitbundesligisten VfL Bad Schwartau über, behielt aber seinen Wohnsitz in Hamburg, pendelte täglich nach Lübeck. Bei den Marmeladenstädtern, die die Saison auf Platz 9 und mit großer Zufriedenheit beendeten, markierte er in der Vorsaison 108 Treffer bei 35 Einsätzen. Inzwischen begann er auch ein Fernstudium Betriebswirtschaftslehre für Spitzensportler.
Über seinen Spielerberater und Marco Stange kamen die Kontakte zum ThSV Eisenach zustande. Die längerfristige Verletzung von Regisseur Tomas Sklenak ließ die Verantwortlichen in Eisenach Ausschau halten. «Ich war von Beginn nicht abgeneigt» sagt Marcel Schliedermann. «Einer der besten Mittelmänner der 2. Liga in der Vorsaison», sind sich Eisenachs Trainer Adalsteinn Eyjolfsson und Manager Karsten Wöhler einig. Gleich das erste Gespräch öffnete die Tür. «Ich wollte für mich frischen Wind, eine neue Mannschaft, ein neues Ziel», gesteht der 23-Jährige. «Das handballbegeisterte Eisenach reizt mich als junger Spieler», fügt er an. Und er schwärmt von seinen neuen Teamkollegen: «Die haben mich in meiner alten Wohnung abgeholt, mich beim Umzug unterstützt, laden mich auch häufig zu sich nachhause ein.» Beim ersten Auswärtsspiel in Rostock fand er sofort Kontakt zu den mitgereisten Fans. Den Wechsel von einer Metropole in eine Kleinstadt empfindet er keinesfalls als Nachteil. «Ich bin ja in einer Kleinstadt groß geworden, kenne die Vorteile dieses Flairs», unterstreicht Marcel Schliedermann, dem das Villenviertel in Eisenachs Südstadt imponiert. Seine Freundin ist inzwischen auch nach Eisenach gekommen, will sich hier beruflich neu orientieren. «Meine Eltern, meine Familie hat es nun auch nicht mehr so weit. Es sind nur noch 3 œ Stunden Fahrt.», erklärt Marcel Schliedermann. Zum Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen am Samstag hat er schon einmal 10 Tickets für die anreisenden Familienmitglieder geordert.

«Mir liegt die Rolle des Spielgestalters»
«Wir wollen als Mannschaft im oberen Tabellendrittel angreifen. Ein guter Start ist viel wert», betont Marcel Schliedermann, der die Rückennummer 17 trägt. Der 36:25-Sieg in Rostock war ein Auftakt nach Maß. Nun folgen zwei Heimspiele, die der ThSV Eisenach ebenso erfolgreich gestalten will. «Die Zuschauer werden eine ganz wichtige Rolle spielen. Das Fluidum in Eisenach hat mich stets fasziniert. Stehen die Fans auch in schwierigen Phasen zu uns, können wir ganz oben mitspielen.» Die Rolle des Spielgestalters liegt ihm am liebsten. Diese zentrale Position soll er in der Hinrunde im Wechsel mit Routinier Hannes Jon Jonsson begleiten. «Von ihm und von Tomas Sklenak kann ich viel lernen», freut sich Marcel Schliedermann auf die Zusammenarbeit mit den beiden erfahrenen Mittelmännern. Er weiß aber auch, sind beide an Deck, verschärft sich der Konkurrenzkampf. «In einer Mannschaft mit großem Kader ist ein gewisser Konkurrenzkampf natürlich und leistungsfördernd, wird er nicht verbissen geführt. Es ist nicht schlimm, sitzt man mal auf der Bank, kann aber auch von dort der Mannschaft helfen», fügt er an. In Bad Schwartau kam er in der Vorsaison fast nur im Angriff zum Einsatz. «Das war personalbedingt», erklärt Marcel Schliedermann. Er rechnet damit, in Eisenach in Abwehr und Angriff mitzuwirken. Dass er beides kann, hat er beim Sparkassencup und zum Punktspielstart in Rostock nachgewiesen. Als Stärken bezeichnet er sein Zweikampfverhalten, das Spiel mit dem Kreisläufer und das Vorarbeiten für die Halbspieler. Reserven sieht er in der Spielsteuerung. «Da muss ich noch abgezockter werden», gibt er unumwunden zu.
Handball-Eisenach darf sich auf einen jungen Spieler freuen, der noch viel Potential hat!

Text: Th. Levknecht

Frank Bode |

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