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Youngster- Jubel: (v.l.) Thomas Bobe (18), Hannes Iffert (20), Toms Lielais (21) -dahinter "Senior" Duje Miljak (33) | Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Beschreibung: Youngster- Jubel: (v.l.) Thomas Bobe (18), Hannes Iffert (20), Toms Lielais (21) -dahinter "Senior" Duje Miljak (33)
Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Was für ein Saisonabschluss!

ThSV Eisenach spielte mit seiner Rumpftruppe eine geniale zweite Halbzeit und bezwang den TV Emsdetten mit 29:21 (14:13) • Emotionale Verabschiedungszeremonie nach dem Abpfiff

Der letzte Eindruck bleibt haften. Der war fantastisch! Der ThSV Eisenach, besser dessen Rumpftruppe (ohne 6 Stammspieler), schickte seine Fans mit einem 29:21 (14:13)-Sieg im letzten Saison-Heimspiel in die Sommerpause. Den grandiosen Leistungen bei den Heimsiegen über die Aufstiegsanwärter SG Bietigheim (25:24) und TV Hüttenberg (28:26) setzten die Schützlinge von Christoph Jauernik noch einen drauf. Nach einer knappen 14:13-Halbzeitführung rührten sie im zweiten Abschnitt in der Abwehr Beton an, gestatteten den zu letzt erfolgsverwöhnten Gästen (6 Siege in 7 Spielen) in den ersten 25 Minuten der zweiten Hälfte ganze 4 Tore. Georg Pöhle, immerhin Dritter der Torjägerliste der Liga, und sein Teamkollegen des TV Emsdetten waren mit ihrem Latein am Ende. Der in der 12. Minute eingewechselte 20-jährige Keeper Sebastian Brand lief im Zusammenspiel mit seinen Vorderleuten zu großer Form auf. Im Deckungsinnenblock agierten die Youngster Hannes Iffert (20) und Thomas Bobe (18). Letzterer, finnscher Jugendnationalspieler, feierte als Fünfter aus dem aktuellen Eisenacher A-Jugend-Team seinen Zweitbundesligaeinstand!

Und da war ja noch der „aushelfende Fußballtrainer“ Christopher Kaufmann! Der Coach des Fußball-Kreisoberligisten Kirchheilinger SV, im Vorjahr seine Handball-Laufbahn eigentlich in der 5. Liga beendend, musste ab der 20. Minute für den verletzt ausscheidenden 20-jährigen Jonas Richardt (Schulterverletzung) in Abwehr und Angriff ran. Der am Montag seinen 31. Geburtstag feiernde Schwarzschopf riegelte hinten mit ab, wusste im Angriff mit Zuspielen und zwei eigen Treffern zu gefallen. Der 17-jährige Noah Streckhardt fand sich mit dem am Vortag das 35. Lebensjahr vollenden Nicolai Hansen zum Duett (47.). Vom 14:13 (30.) über ein 18:14 (37.) zum 27:17 (53.) Matthias Gerlich, erneut 11 Treffer, demonstrierte einmal mehr seine Shooter-Qualitäten.

Wir, auch unsere erfahren Spieler, sind untergegangen. gegen eine Eisenacher Mannschaft mit Engagement und Aggressivität, mit viele jungen Spielern, gestand Daniel Kubes, der Trainer des TV Emsdetten, der mit der klaren Ansage, den ThSV Eisenach in der Tabelle noch überflügeln zu wollen, angereist war.

Daraus wurde nichts! Vorbildlich, wie die mitgereisten Fans bis zum Abpfiff ihr Team unterstützten. Christoph Jauernik, im Sommer vom A-Jugend zum Zweitbundesliga-Trainer befördert, strahlte mit berechtigtem Stolz. Seine von Langzeitverletzungen wichtiger Stammkräfte gebeutelte Mannschaft knackte noch die 40-Punkte-Marke! Und das mit ganz vielen jungen deutschen Spielern! Der vom Duo Wöhler (Manager) und Jauernik (Trainer) vorangetrieben neue Weg findet allenthalben Zustimmung und lässt für die Zukunft hoffen.

Emotionale Abschiedszeremonie
Es hätte nicht besser in einem Drehbuch stehen können. Nicolai Hansen, über Jahre der Turm im Deckungs-Innenblock und im Angriff am Kreis (mit teilweise spektakulären Rückhand-Treffern), kassierte in der 58. Minute die 3. Zeitstrafe und musste vom Parkett. Spontan erhoben sich die über 1.600 Zuschauern von ihren Plätzen, dankten dem Dänen mit stehenden Ovationen. Es war dessen Abschied vom Eisenacher Handballparkett. Nach 5 Jahren im ThSV-Trikot sagt er Tschüss. Noch viel länger dabei ist Nick Heinemann. Seine Teamkollegen hätten dem nur 1,78 Meter großen Linkshänder zum Abschied so gern einen eigenen Torerfolg gegönnt, doch „Heine“ scheiterte kurz vor Ultimo. Nicolai Hansen, Nick Heinemann, Dirk Holzner (zum TV Emsdetten),  Olafur Bjarki Ragnarsson (zur SG Westwien)  und Christopher Kaufmann wurden nach dem Abpfiff beifallsumrauscht durch Präsident Gero Schäfer und Manager Karsten Wöhler verabschiedet. Das ThSV-Fanprojekt überreichte zusätzliche Geschenke. Dazu gehörte ein blau-weißer Vereinsschal, der immer an die Zeit beim Traditionsverein erinnern wird. In vielen Handballschlachten gestählte Männer schämten sich nicht ihrer Tränen!

Nicolai Hansen und Nick Heinemann wurden beifallsumrauscht verabschiedet

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Foto 2: Nicolai Hansen und Nick Heinemann wurden beifallsumrauscht verabschiedet.

Taktischer Schachzug erwies sich als Volltreffer
Ihr Ansinnen, zwei Punkte entführen zu wollen, war beim TV Emsdetten spürbar.

Doch nur eine knappe Viertelstunde konnten wir das Vorhaben umsetzen, konstatierte Daniel Kubes, der Trainer des TV Emsdetten.

Dem ThSV Eisenach, durchgängig mit Toms Lielais auf der mittleren Aufbauposition, fehlte zunächst der Biss, bot den Gästen Räume zum erfolgreichen Torwurf. Andre Knopp traf in Überzahl zum 2:6 (10.). Eisenachs Trainer Christoph Jauernik rief zur Dienstbesprechung, hatte die richtigen personellen und taktischen Änderungen parat. Sebastian Brand löste den glücklosen Stanislaw Gorobtschuk im Kasten ab. Die Umstellung auf eine 5:1-Deckungsvariante, mit Matthias Gerlich auf vorgeschobener Position, erwies sich als Volltreffer. Matthias Gerlich netzte zum 7:7 ein (16.). Dann eine erneute Schrecksekunde für den ThSV Eisenach. Jonas Richardt, erst gerade von einer langwierigen Schulterverletzung zurück, griff sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Schulter, verschwand mit der medizinischen Abteilung in den Katakomben – und konnte nicht wieder eingreifen. Christopher Kaufmann, „der positiv Verrückte“ (so Trainer Christoph Jauernik) kam. Dessen Ballgewinn verwertete Adrian Wöhler zum 12:12 (28.),  Kurz vor der Halbsirene schloss Willy Weyhrauch per Gegenstoß zum 14:13 ab.

Erneut starke Leistung im Eisenacher Kasten: der 20-jährige Sebastian Brand

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Foto 3: Erneut starke Leistung im Eisenacher Kasten: der 20-jährige Sebastian Brand.

Matthias Gerlich – stark in der Abwehr und stark im Angriff
Mit unveränderter taktischer Ausrichtung startete der ThSV Eisenach auch in den zweiten Abschnitt. Schnelles Umschaltsapiel der Hausherren, die Gäste schienen völlig überfordert. Adrian Wöhler versenkte einen Steilpass von Matthias Gerlich zum 18:14 (37.). Keine personelle oder taktische Maßnahme fruchtete bei den Gästen. Ein Ballgewinn von Hannes Iffert war der Ausgangspunkt zum 21:15 (40.). Einer sehenswerten Dublette zwischen Matthias Gerlich und Toms Lielais entsprang das 23:25 (43.). Dirk Holzner und Nick Heinemann, beide in ihrem letzten Heimspiel für den THSV Eisenach, kamen auf den Außenpositionen, Youngster Noah Streckhardt im Rückraum. Die Gastgeber powerten weiter. Christopher Kaufmann traf zum 26:17 (49.). Eine Matthias-Gerlich-Fackel zum 27:17 (53.) ließ die Laola-Welle über die Traversen der Werner-Aßmann-Halle rollen. Da hielt es kaum noch einen auf den Sitzen. Hannes Iffert schloss den Trefferreigen mit dem 29:21-Endstand ab.

Statistik
ThSV Eisenach: Gorobtschuk (1.-12./ 0 Paraden – 7 Gegentore), Brand (ab 12., / 14 Paraden – 14 Gegentore); Iffert (3), Streckhardt, Wöhler (4), Gerlich (11/1), Hansen (2), Bobe, Richardt (1), Holzner, Heinemann, Kaufmann (2), Lielais (3), Weyhrauch (3)
TV Emsdetten:  Madert (1.-38./ 6 Paraden – 19 Gegentore), Komendant (ab 38./ 2 Paraden – 10 Gegentore); Krings (3), Franke (2), Terhaer, Pröhl (1), Steffen (1), Dräger, Wesseling (1), Adams (3), Kropp (2), Gretarsson (3), Pöhle (5/1)
Siebenmeter: ThSV Eisenach 1/1 (Gerlich verwandelt gegen Komendant) / TV Emsdetten 2/1 (Gretarsson scheitert 1 x an Brand, Pöhle verwandelt 1 x gegen Brand)
Zeitstrafen: ThSV Eisenach 4 x 2 Min. (Hansen 3 x 2 Min./Rot 57.), Kaufmann 2 Min. / TV Emsdetten 1 x 2 Min. (Franke)
Schiedsrichter: Schaban/ Westphal
Zuschauer: 1.634
Spielfilm: 3:7 (11.), 9:9 (23.), 14:13 (30.), 18:14 (37.), 22:15 (42.), 27:17 (53.), 29:21 (60.)

Tot

Andrea T. | | Quelle:

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