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Foto: sportfotoseisenach

Was für eine Dramatik!

ThSV Eisenach sichert in doppelter Unterzahl 27:26-Erfolg bei TuSEM Essen/ Matthias Gerlich netzt 9 Bälle ein/ Taktik des Trainers geht voll auf

Der ThSV Eisenach jubelte im Ruhrpott! Die Wartburgstädter siegten nach einer dramatischen Schlussphase am Freitagabend bei TuSEM Essen 27:26 (12:13). Und das bei doppelter Unterzahl in der Schlussminute!
Der einst national und international so erfolgreiche TuSEM, derzeit im Unterhaus im Leistungs- und Stimmungshoch, wähnte sich vor über 2.100 Zuschauern beim 11:7 (23.) und 20:17 (45.) auf gutem Weg zum angepeilten Doppelpunktgewinn. Doch die Eisenacher ließen sich weder im ersten, noch im zweiten Abschnitt abkochen. „Wir wichen nicht von unserer Linie ab, behielten die Abläufe bei“, konstatierte Christoph Jauernik. „Eine super kämpferische Leistung, über den zusätzlichen Feldspielern kamen wir nach einem 3-Tore-Rückstand in der zweiten Halbzeit wieder ins Spiel. Wechselnde Abwehrsysteme stellten TuSEM vor unlösbare Aufgaben“, strahlte Eisenachs Trainer. Er startete mit einem 6:0-Abwehsystem, um dann auf eine 5:1-Variante umzuschalten, zunächst mit Matthias Gerlich, dann Olafur Bjarki Ragnarsson als Spitze, um dann wieder zur 6:0-Formation zurückzukehren. Zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung! Und auch der Torwartwechsel zahlte sich aus. Jan-Steffen Redwitz wurde im Schlussgang ein wichtiger Faktor, parierte nach seiner Einwechslung (17.Min.) 9 Bälle. Ein wichtiger Baustein für den Eisenacher Sieg, die kreative Angriffsgestaltung über die gesamte Distanz und die Effektivität beim Torwurf im Schlussgang. Über die gesamte Partie gesehen lag die Torwurfeffiziens des ThSV Eisenach nur bei etwas mehr wie 60 Prozent (27 Tore bei 45 Würfen).
TUSEM Essen, mit dem im Sommer zum ThSV Eisenach wechselnden Justin Mürköster am Kreis, operierte durchweg mit einer vorgezogenen Deckungsspitze, dem leichtfüßigen seinen Vertrag gerade verlängernden Malte Seidel, um den Eisenacher Spielaufbau teilweise bis zur Mittellinie zurück zu zwingen. Die Eisenacher variierten das Tempo, fanden dennoch ihre Wurfchancen. Der junge Eisenacher Coach hatte die richtigen taktischen Mittel parat. „Eisenachs unglaubliche Angriffseffektivität in der Schlussetappe gab wohl den Ausschlag“, befand TuSEM-Coach Stefan Krebietke. „Uns unterliefen zudem im zweiten Abschnitt zwei technische Fehler zu viel“, ergänzte der Ex-Nationalspieler. „Nach der jüngsten Erfolgsserie von TuSEM sind wir mit ganz viel Respekt angereist, haben in prächtiger Atmosphäre glücklich beide Punkte mitgenommen. In Unterzahl haben wir alles richtig gemacht. Ein Remis wäre wohl gerecht gewesen“, sinnierte ThSV-Manager Karsten Wöhler. Die beiden Zähler hatte er aber bereits im Mannschaftsbus verstaut…!

Foto: Frank Arnold

Adrian Wöhler trifft 14 Sekunden vor Ultimo zur Eisenacher Glückseeligkeit
Die Schlussphase war an Dramatik kaum zu überbieten. Matthias Gerlich, Eisenachs „Mann der Schluss-Viertelstunde“, brachte seine Farben beim 21:22 (53.) erstmals in Führung. Hektik pur, TuSEM unterlief ein Wechselfehler, stand in Unterzahl auf dem Parkett. Marcel Niemeyer netzte vom Kreis zum 22:23 ein (54.). Kreisspieler-Kollege Nicolai Hansen hatte die Möglichkeit zur 2- Tore-Führung, scheiterte aber am in der 53. Minute eingewechselten TuSEM Keeper Carlos Dondente Vegas- Per Siebenmeter glichen die Hausherren zum 23:23 aus (56.). Eisenachs Duje Miljak wurde regelwidrig gestoppt. Siebenmeter. Tomas Urban hatte schon zwei nicht untergebracht. Matthias Gerlich schnappte sich das Leder und vollendete zum 23:24 (57.). TuSEM zeigte Nerven, verlor unter Druck das Leder. Per Schlagwurf schmetterte Matthias Gerlich den Ball zum 23:25 in die Maschen (58.). Eisenachs Nicolai Hansen kassierte eine Zeitstrafe. Es war klar, der ThSV Eisenach musste in Unterzahl die letzten knapp 120 Sekunden bestreiten. Der aus der Bewegung abziehende Christoph Reißky netzte zum Anschlusstreffer der Hausherren ein (24:25, 59.). Wieder war es Matthias Gerlich, der mit seinem 9. Treffer für das 24:26 sorgte (59.). Die jungen Unparteiischen verhängten Jan Grell und Raphael Piper verhängten gegen Eisenachs Routinier Duje Miljak eine umstrittene dritte Zeitstrafe. Der ThSV Eisenach musste nahezu die komplette Schlussminute in doppelter Unterzahl bestreiten. Der heranbrausende Christoph Reißky hämmerte aus dem rechten Rückraum das Leder zum 25:26 in den Eisenacher Kasten. Die Uhr zeigte noch 47 Sekunden an, Ballbesitz für den ThSV Eisenach. Christoph Jauernik griff exakt 30 Sekunden vor der Sirene zur grünen Karte. In doppelter Unterzahl nutzte Adrian Wöhler seine Sprungkraft, setzte – gegen verdutzt schauende TuSEM-Abwehrspieler – zum letztlich siegbedeutenden 25:27 an. .Mehr als der Anschluss durch den 8. Treffer von Kraftpaket Dennis Szcesny blieb TuSEM nicht mehr.

Keeper Redwitz: Kraftraubende Abwehrarbeit
„Ein packendes Handballspiel, von ganz viel Kampf geprägt, das erst in den Schlussekunden entschieden war“, resümierte ThSV-Keeper Jan-Steffen Redwitz. „TuSEM Essen marschierte immer wieder in die Nahtstellen unserer Abwehr, schloss mit Kontakt ab. Unsere Abwehr war zu sehr kraftraubender Arbeit gezwungen“, schilderte Jan-Steffen Redwitz seine Vorderleute. Der Innenblock mit Duje Miljak, Nicolai Hansen und Marcel Niemeyer hatte wahrlich Schwerstarbeit zu verrichten. „Unsere Chancenverwertung im Schlussgang ließ den Pendel zu uns umschlagen. Adrian Wöhler übernahm Verantwortung und traf zur Entscheidung“, fügte Jan-Steffen Redwitz hinzu, der seinen Vertrag unter der Wartburg gerade um ein Jahr verlängert hat.

Foto: Frank Arnold

TuSEM hatte an Eisenachs Deckungumstellung zu knabbern
TuSEM Essen setzte von Beginn auf die erwartete 5:1-Abwehrvariante. Der ThSV Eisenach um Spielgestalter Olafur Bjarki Ragnarsson hatte die richtigen Lösungen parat, traf selbst zum 2:3 (5.) und legte für Matthias Gerlich auf (3:4, 9.). Die Hausherren bestraften Eisenacher Patzer eiskalt zum 8:4 (18.). Der sonst so treffsichere Tomas Urban war kurz zuvor von der Siebenmterlinie an TuSEM-Schlussmann Sebastian Bliß gescheitert. Nach dem 10:6 (21.) grifft ThSV-Coach Christoph Jauernik in die Taktikkiste, brachte bei Ballbesitz den zusätzlichen Feldspieler, stellte auf eine 5:1-Abwehrformation um. Die Gastgeber hatten daran zu knabbern. Matthias Gerlich im Doppelpack und Tomas Urban per Strafwurf (nach Regelwidrigkeit an Marcel Niemeyer) netzten zum Eisenacher Anschlusstreffer ein. Jan-Steffen Redwitz kaufte dem völlig frei vor ihm auftauchenden Richard Wöss das Leder ab. In Unterzahl traf nun der kurzzeitig in den rechten Rückraum gerückte Tomas Urban zum 12:12 (29.). Rückraum-Goalgetter Dennis Sczesny traf zur knappen TuSEM-Pausenführung.

Foto: Frank Arnold

Duje Miljak sprintet per Gegenstoß zum 20:20-Ausgleichstreffer
Die zweite Halbzeit startete mit dem 14:12 durch den künftigen Eisenacher Justin Mürköster (32.). Er lieferte sich mit Eisenachs Nicolai Hansen einen ganz intensiven Fight am Kreis. Marcel Niemeyer traf zum 16:16 (38.). Die Gastgeber antworteten mit dem 20:17 (41.). ThSV-Coach Christoph Jauernik brachte mit Hannes Iffert den zweiten Feldspieler und Willy Weyhrauch auf Rechtsaußen, Tomas Urban rückte in den rechten Rückraum. Nach Regelwidrigkeit an Hannes Iffert entschieden die Unparteiischen folgerichtig auf Siebenmeter. Tomas Urban scheiterte am blitzschnell die Beine schließenden TuSEM-Keeper (42.). Der Slowake, wieder vom zahlenmäßig stark vertetenen Urban-Fanclub unterstützt, war mit 7 Treffern dennoch zweitbester Werfer seines Teams. Kurz darauf parierte Jan-Steffen Redwitz einen Beyer-Siebenmter (45.). Duje Miljak, von einer Zeitstrafe zurück, bediente Adrian Wöhler, zog dann selbst scharf und platziert ab (20:19, 47.). TuSEM-Coach Stefan Krebietke brachte kurzzeitig seinen inzwischen 40-jährigen Haudegen Michael Hegemann. THSV-Rückraumspieler Matthias Gerlich eroberte das Leder und Duje Miljak sprintete (!!) zum 20:20 (50.). Nach einer TuSEM Auszeit versenkte Justin Mürköster zum 21:20, jubelte inbrünstig und wollte wohl zeigen, dass sein ganzes Engagement noch dem TuSEM gehört. Eine hochdramatische Schlussphase war eingeläutet, in der beide Trainer in die Taktikkiste griffen. Letztendlich ging die Rechnung des Mathemaik-Lehrers vom Martin-Luther-Gymnasium in Eisenach auf.

Ostersamstag ThSV Eisenach mit attraktivem Heimspiel-Gast
Am Ostersamstag, 15.04.2017 empfängt der ThSV Eisenach um 19.30 Uhr mit den DJK Rimpar Wölfen ein Spitzenteam der Liga. Nach dem Osterspaziergang zum Zweitbundesliga-Handball in die Werner-Aßmann-Halle! Eintrittskarten sind vorab erhältlich über die Homepage des ThSV Eisenach unter www.thsv-eisenach.de, in der ThSV-Geschäftsstelle, in allen Pressehäusern der Mediengruppe Thüringen sowie dem Ticket-Center angeschlossenen Einrichtungen.

Statistik

TuSEM Essen: Bliß, Donderis (ab 53.); Beyer (4/2), J. Eilanger (5), Hegemann, Roosna (1), Wöss (2), Kintrup, Szczesny (8), Käsler, Müller, Seidel (1), Mürköster (2), Reißky (3)

ThSV Eisenach: Gorobtschuk, Redwitz (ab 19.); Iffert, Wöhler (2), Gerlich (9/1), Ragnarsson (3), Miljak (3), Hansen, Urban (7/1), Holzner, Heinemann, Lielais, Niemeyer (3), Weyhrauch,

Siebenmeter:
TuSEM 5 /3
ThSV Eisenach 5/3

Zeitstrafen:
TuSEM Essen 2 x 2 Min.
ThSV Eisenach 5 x 2 Min., Rot für Miljak n. §. ZS (60.)

Schiedsrichter: Grell/Piper

Zuschauer: 2.103 im Sportpark „Am Hallo“ in Essen

Th. Levknecht

Steffen E. | | Quelle:

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