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Wer ist der Mann mit der Nummer 13 beim ThSV Eisenach?

Er ist ein «alter Hase», Eryk Kaluzinski, der Neuzugang beim ThSV Eisenach mit Lieblinsposition Rückraum links. Nach KS Hutnik Krakòw (Polen), TV Lauf, TSV Ansbach, TSG Münster, TUSEM Essen, Eintracht Hildesheim, Leichlinger TV und HSV Hannover heuerte der 33-jährige 1,97 Meter große Schwarzschopf im Sommer beim ThSV Eisenach an. Mit dabei Freundin Jennifer, die ihn seit seinem Engagement bei TUSEM Essen begleitet. «Ich bin glücklich in festen Händen», betont Eryk Kaluzinski. Beide fanden eine Wohnung unweit der Werner-Aßmann-Halle, Jennifer eine Anstellung im Möbelhaus Cranz & Schäfer, dessen Chef Gero Schäfer auch Präsident des ThSV Eisenach ist. Der Wechsel von der Großstadt Hannover ins eher beschauliche Eisenach, kein Problem für beide. «Ich lebte während meiner Kariere in großen und kleinen Städten. Die Stadt Eisenach versprüht ein angenehmes Flair, mit ihrem großen kulturellen Erbe. Natürlich waren wir schon auf der Wartburg. Aber auch das Bach- und Lutherhaus werden wir bald besuchen», erklärt Eryk Kaluzinski im angenehmen Plauderton. Die Atmosphäre in der Werner-Aßmann-Halle habe ihn stets beflügelt, auch wenn er bislang als «Gegner» auflief. Als ihn ein Angebot des ThSV Eisenach erreichte, die Zeit des HSV Hannover in der 2. Bundesliga (Nord) war durch den Rückzug eines Großsponsors mit der Saison 09/10 beendet, sagte Eryk Kaluzinski, «nach einem guten Gespräch mit Geschäftsführer Karsten Wöhler und Trainer Adalsteinn Eyjolfsson», rasch zu. Ein Vertrag über ein Jahr plus Option für ein weiteres – bei Qualifikation für die eingleisige 2. Bundesliga, und das will Eryk Kaluzinski mit den Wartburgstädtern schaffen – wurde fixiert.
Er, der in der Saison 05/06 mit 267 Treffern in den Reihen der TSG Münster die Torjägerkrone der 2. Liga Süd eroberte, in der Saison 08/09 für den Leichlinger TV 189 Bälle in die gegnerischen Gehäuse zirkelte, damit zweitbester Werfer der Liga aus dem Feld war und auch in der Vorsaison bei 28 Einsätzen 157 Bälle für den HSV Hannover einnetzte, könne mit der Erwartungshaltung ihm gegenüber gut auskommen. «Kein Problem mit dem Erfolgsdruck. Ich bin lang genug dabei», erklärt Eryk Kaluzinski und fügt mit deutlichem Nachdruck an, «letztlich zählt nur der mannschaftliche Erfolg. Wenn ich mit meiner Spielweise, mit Toren dazu beitragen kann, ist das schön. Was nützt es, wenn ich zehn Tore werfe, doch meine Mannschaft verliert?»

Familientradition wird fortgesetzt
Für Eryk Kaluzinski nicht unwichtig, er trägt beim ThSV Eisenach das Trikot mit der Nummer 13. Er setzt damit eine Familientradition fort. Sein Vater Alfred Kaluzinski, ein ehemaliger polnischer Nationalspieler, lief bereits mit dieser Rückennummer auf. «Bei allen Stationen habe ich versucht, die Nummer 13 zu tragen. Ich habe mich gefreut, dass Philipp Lindner, der im Vorjahr beim ThSV Eisenach das Trikot mit der 13 trug, mir diese Rückennummer überließ», erklärt der neuerdings ausgesprochen gern selbst kochende Eryk Kaluzinski, der von polnischer bis internationaler Küche alle Gerichte probiert, aber auch bei «Knabberzeug» wie Salzstangen gern zugreift. «Mein Gewicht halte ich aber», betont er schmunzelnd. Zu seinen Hobbys zählen Golf und im Sommer, während des Urlaubs, Tauchen.
In den vielen Jahren Handball erlebte Eryk Kaluzinski Höhen und Tiefen. In angenehmer Erinnerung blieben die Aufstiege mit dem TSV Ansbach (in die Bayernliga), mit der TSG Münster (in die 2. Bundesliga) und mit TUSEM Essen in die 1. Bundesliga sowie die Eroberung der Torjägerkrone der 2. Liga Süd. Der 2. Platz bei der Beach-Handball-Euopameisterschaft für Clubs mit der TSG Münster war für ihn ein besonderes Highlight. Nicht so angenehm in der Erinnerung, der Abstieg mit Leichlingen aus der 2. Bundesliga, das knappe Verpassen des Aufstiegs in die 1. Liga mit Eintracht Hildesheim (gegen Düsseldorf) und der bereits erwähnte Absprung eines Hauptsponsors beim HSV Hannover kurz vor Einreichen der Lizenzunterlagen. «Verein und Spieler standen über Nacht vor einer völlig neuen Situation», beschreibt Eryk Kaluzinski die turbulenten Tage, in denen dennoch gemeinsame Lösungen gefunden worden seien.

Wie sieht der Routinier die aktuelle Lage beim ThSV Eisenach?
Wie sehen Sie aus Ihrer ganz persönlichen Saisonauftakt mit dem Remis gegen den BHC und der klaren Niederlage in Bittenfeld?
Kaluzinski: Nach einer langen Vorbereitung war ein starker Gegner, und das ist der Bergische HC als ein Titelanwärter, die richtige Nagelprobe. Das 32:32-Remis empfand ich als gerechte Punkteteilung. Die klare 29:35-Niederlage in Bittenfeld hatte mehrere Ursachen. Wir kamen in der ersten Halbzeit in der Abwehr überhaupt nicht zurecht, luden Bittenfeld zum einfachen Torewerfen ein. In der zweiten Hälfte agierten wir besser, doch der Rückstand war nicht aufzuholen. Diese Niederlage wird uns von unserem richtigen Weg nicht abbringen. Das in beiden Spielen Gelernte wird uns weiter voranbringen. In unserer Mannschaft steckt viel Potential. Davon bin ich überzeugt!

Sie wurden auch verpflichtet, um die Abwehr mit zu stabilisieren. Die Abwehr war in den Auftaktpartien das Sorgenkind. Was muss sich in der Defensive verändern, verbessern?
Kaluzinski: In Bittenfeld wurden Absprachen einfach nicht eingehalten, Vorgaben nicht umgesetzt. Eine gute Bittenfelder Mannschaft wusste das weidlich zu nutzen. Per Videoanalyse haben wir das Spiel ausgewertet. Ich sehe keinen Grund, von der Deckungsphilosophie unseres Trainers abzuweichen. Im Gegenteil, wir müssen sie besser umsetzen. Vielleicht brauchen wir dafür noch etwas Zeit. Um uns besser zu finden, um stabiler, kompakter zu stehen.

Am Samstag kommt mit dem HSC Coburg ein Team, das auch als «Wundertüte der Liga», weil so unberechenbar, bezeichnet wird. Wie sehen Sie die Aufgabe?
Kaluzinski: Mit meinen Ex-Vereinen, auch mit dem TSV Ansbach in der Bayernliga, habe ich mehrfach gegen Coburg gespielt. Sie reisen mit einer bestens besetzten Mannschaft am Samstag gen Thüringen. Doch ich sage, wir spielen zuhause, wir werden mit der Unterstützung unserer Fans den ersten Doppelpunktgewinn der Saison landen. Davon bin ich überzeugt!

Rainer Beichler |

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