Eisenach Online

Werbung
Christoph Jauernik will mit dem ThSV Eisenach die Talfahrt stoppen, weiß nur zu genau, dass gelingt nur mit einem Sieg, möglichst einem überzeigenden. | Bildquelle: © P. Gebhardt  / ThSV Eisenach

Beschreibung: Christoph Jauernik will mit dem ThSV Eisenach die Talfahrt stoppen, weiß nur zu genau, dass gelingt nur mit einem Sieg, möglichst einem überzeigenden.
Bildquelle: © P. Gebhardt / ThSV Eisenach

Wir müssen die Schlüssel-Zweikämpfe gewinnen!

Im Interview Christoph Jauernik, der Coach des ThSV Eisenach, vor dem so wichtigen Heimspiel gegen den Wilhelmshavener HV

Nachgefragt beim Coach des ThSV Eisenach:
Der Start mit 2:8 Punkten entspricht nicht den Erwartungen der Anhängerschaft und sicherlich auch nicht Ihren? Woran lag es?
Dieser Auftakt, mit zwei Pluspunkten nach fünf Spielen, entspricht natürlich nicht unseren Erwartungen. Woran es lag? Das waren unterschiedliche Aspekte, gegen Nordhorn andere wie gegen Rimpar oder gegen Emsdetten. Wir haben daran gearbeitet, versucht diese auszumerzen, das auch in der darauffolgenden Partie gezeigt.  Unsere besseren Möglichkeiten konnten wir in Konstanz nicht nutzen, nicht aufrecht erhalten. Mit einer 9:6-Führung erwischten wir einen guten Start. Drei Undiszipliniertheiten ließen uns mit einem 1-Tor-Rückstand in die Pause gehen. Nach dem Seitenwechsel wollten wir es richten. Das gelang nicht. Frustration kam auf, ebenso Übermotivation, es selber zu klären.

In Konstanz schaffte Ihre Mannschaft nach einem 5-Tore-Rückstand den Ausgleich, um dann in den Schlussminuten geradezu überrollt zu werden. Ist das erklärbar?
Der 5-Tore-Rückstand war das Kernproblem. In der ersten Halbzeit lief es recht ordentlich, in drei Unterzahlphasen haben wir den 3-Tore-Vorsprung zu schnell aus der Hand gegeben. Fehlwürfe, Unstimmigkeiten im Abwehrbereich, insbesondere hier die linke Seite gegen einen Rechtshänder, sowie Fehlwürfe ließen uns in Rückstand geraten. Um wieder in Schlagdistanz zu kommen, haben wir die Abwehr umgestellt, den Gegner damit unter Druck gesetzt und zum Ausgleichstreffer eingenetzt. Im Anschluss haben wir  Schlüssel-Zweikämpfe verloren. In den letzten Minuten versuchten wir,  mit schnellen Abschlusshandlungen das Blatt noch zu wenden. Das misslang. Das Hauptmanko war der 5-Tore-Rückstand im ersten Teil der zweiten Halbzeit.

„Der ThSV Eisenach ist leicht ausrechenbar“, ist zu hören, auch aus dem eigenen Mannschaftskreis. Geht das an Ihre Adresse?
Der Trainer ist für den Erfolg verantwortlich. Der Trainer kann aber selbst kein Tor werfen oder die entscheidenden Zweikämpfe gewinnen. Wir arbeiten gemeinsam an gewissen Abläufen, diese werden von uns aber nicht auf den Punkt gebracht. Es  helfen zehn andere Abläufe oder Aufstellungen nicht, wenn der Zweikampf in Abwehr oder Angriff nicht gewonnen wird, wenn der Ball nicht rein geht. Ich sehe die Spieler in der Verantwortung,  insbesondere die Führungsspieler sind gefragt. Gegen Emsdetten haperte es an unserem Überzahlspiel. Wir haben daran gearbeitet und es dann umgesetzt. Es geht generell nicht um neue Ideen von den Spielgestaltern oder von mir, es geht um die Umsetzung auf dem Parkett. Wir haben das diese Woche erneut im Mannschaftskreis besprochen. Unser System ist abgestimmt, auf die Stärken und Schwächen der Spieler. Schlüsselaktionen müssen gewonnen werden, das hat nur bedingt mit der Anlage zu tun.

Wo wollen Sie den Hebel ansetzen, auch mit Blick auf das anstehende schwere Punktspielprogramm?
Zunächst richtet sich unser Focus auf das Heimspiel gegen den Wilhelmshavener HV. Eine Reaktion der Mannschaft muss kommen, zwei Punkte müssen auf der Habenseite landen. Wo den Hebel ansetzen? Wir brauchen nichts Neues zu erfinden: effektiver Abschluss, ordentliche Stoßbewegungen, Abwehrkooperation, individuelle Zweikämpfe gewinnen. Wir müssen Basis-Sachen verbessern! In den vier Niederlagen sprachen nur Nuancen gegen uns. Die Spielverläufe belegen das. Bei Abprallern fehlt halt manchmal auch das Glück. Nach Fehlern darf der einzelne Spieler nicht durchdrehen. Wir sprechen die Fehler an, zerlegen aber nicht alles in Einzelteile. Wir müssen versuchen, es künftig besser zu machen.

Tomas Urban hat den ThSV Eisenach in Richtung FRISCH AUF! Göppingen verlassen. Können Sie diesen Wechsel nachvollziehen? Sie sind  dennoch auf Rechtsaußen gut besetzt?
Mit Tomas Urban hat uns nicht nur ein sehr guter Handballer sondern auch ein toller Mensch, eine Spielerpersönlichkeit verlassen. Einer mit Vorbildwirkung im Training, mit akribischer Arbeit, mit individueller Fitness. Er möchte in Deutschland höchstmöglichen sportlichen Erfolg. Göppingen spielt nicht nur in der DKB Handballbundesliga sondern auch international, im EHF-Cup. Sein Wechsel ist nachvollziehbar. In unseren Überlegungen, ihm den Wechsel nicht zu erschweren, spielte natürlich auch eine Rolle, dass wir mit Willy Weyhrauch einen Mann mit gutem Niveau weiterhin auf der Rechtsaußenposition haben. Wir haben weiterhin vier Linkshänder zur Stelle.

Mit dem Wilhelmshavener HV kommt ein bisher siegloses Team, zwei Punkte resultieren aus zwei Remis. Wie wollen Sie nach 4 Niederlagen am Stück wieder doppelt punkten? Wie sieht es personell aus?
Für uns ein sehr wichtiges Spiel, in dem wir doppelt punkten wollen. Das ist die klare Ansage! Von jedem einzelnen auf dem Parkett erwarte ich eine Reaktion in die positive Richtung. Jeder muss sich zerreißen, alles reinlegen, um die Niederlagenserie zu stoppen. Alexander Saul und Marcel Niemeyer pausierten aufgrund eines Magen- und Darminfektes, ich rechne aber damit, das Aufgebot der letzten beiden Spiele aufbieten zu können. Natürlich nun ohne Tomas Urban.

Andrea T. | | Quelle:

Werbung

Die Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft und sofern sie unseren Richtlinien entsprechen, freigegeben.

Top