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ThSV-Coach Christoph Jauernik (li.) gibt sich kämpferisch. Rechts Marcel Niemeyer | Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Beschreibung: ThSV-Coach Christoph Jauernik (li.) gibt sich kämpferisch. Rechts Marcel Niemeyer
Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Wir müssen enge Spiele endlich für uns entscheiden!

Seit ganz vielen Jahrzehnten treffen Männer-Handballmannschaften aus Eisenach und Dessau in den ersten und zweiten Ligen um Punkte aufeinander. Vor 1989/90 lieferten sich die BSG (Betriebssportgemeinschaft)- Mannschaften von ZAB (Zementanlagenbau) Dessau und Motor Eisenach rassige Duelle. Zumeist gab der Heimvorteil den Ausschlag. Zu einer Neuauflage kommt es am Samstag, 02.12.2017 wenn die „Nachfolger“ aufeinander treffen, wenn der ThSV Eisenach um 19.30 Uhr den Dessau-Roßlauer HV empfängt. Zwei Teams in ganz unterschiedlichen Gefühlswelten. Der Dessau-Roßlauer HV rangiert nach einem misslungenen Saisonstart (0:6 Punkte) aktuell mit 20:10-Zählern auf dem 6. Tabellenplatz. Der ThSV Eisenach, am vergangenen Spieltag hauchdünn 27:28 beim TuSEM Essen unterliegend, verharrt mit 6:24 Punkten im Tabellenkeller, auf Platz 18. Fernab der eigenen Zielstellung!

Vor der Neuauflage dieses alten Derbys sprachen wir mit Christoph Jauernik, dem Coach des ThSV Eisenach:
Am vergangenen Spieltag wieder ein enges Spiel, das Sie verloren haben? Woran hat es gelegen?
Mit der Endkampfgestaltung sind wir nicht zufrieden. Wir waren 2 Mal in Ballbesitz, wir hätten 2 Mal in Führung gehen können. Aus soliden Positionen haben wir das nicht geschafft. In der Spielauswertung haben wir uns natürlich damit beschäftigt. Nach unserer Auszeit war die Abschlusshandlung zu zeitig, wir lösten die Situation nicht optimal. TuSEM kam zu einem qualitativ gutem Wurf, der von uns nicht zu verteidigen war. Auf dem Weg bis zur Schlussphase haben wir vieles ordentlich gemacht. Freilich nicht alles. In der einen oder anderen Situation hätten wir besser agieren können, ja sogar müssen, um das Endresultat positiv zu beeinflussen.

Keine Punkte dafür aber einen schwerverletzten Spieler?
Zu Beginn der zweiten Halbzeit schied Justin Mürköster verletzt aus. Die Hiobsbotschaft: Kreuzbandriss. Inzwischen gibt er sich schon wieder kämpferisch. Die Operation wird wohl Ende dieses Jahres durchgeführt. Danach wird er hart an seinem Comeback arbeiten. Er wartete zuletzt mit guten Leistungen auf, hat die Erwartungen an einen solch jungen Spieler erfüllt. Wir müssen nun als Mannschaft enger zusammen rücken. Mit Marcel Niemeyer und Hannes Iffert stehen zwei weitere Spieler mit guten Fähigkeiten im Kader, die die Aufgaben am Kreis zu erfüllen haben.

Der Punktestand sorgt im Umfeld für Unruhe. Wie gehen Sie mit den „Ratschlägen“ und „Kritiken“ in den sozialen Netzwerken um?
Nicht nur in den sozialen Medien hagelt es „Verbesserungsvorschläge“. Ich selber bin kein Teilnehmer an den sozialen Medien. Ich bin auf solchen Plattformen nicht mehr dabei. Ich habe mich davon nicht erst jetzt verabschiedet, sondern schon in erfolgreichen Zeiten als Trainer. Ich weiß natürlich, dass auf diesen vielen Plattformen viel diskutiert wird. Im Team reflektieren wir schon darauf. Wir suchen selbstverständlich nach Lösungsstrategien. Kritische Fragen stellen wir uns selbst. Vielleicht in anderer Wichtung, vielleicht in anderer Akzentuierung. Die Wortmeldungen in den sozialen Netzwerken bleiben uns freilich nicht verborgen.

Muss in solch einer extrem prekären Situation nicht alles auf den Prüfstand?
Wir prüfen vieles. Wenn aber nur Kleinigkeiten am Erfolg fehlen. Müssen wir nicht alles auf den Kopf stellen, nicht die Abwehrformation in Größenänderungen,  die Abläufe in der Woche oder, oder ändern. Wir müssen optimieren, wenn uns nur Kleinigkeiten vom Erfolg trennen. Ich habe es schon oft angeführt, wir müssen alles zusammenbringen, eine gute Abwehr, eine gute Torwartleistung, effektives temposcharfes Angriffsspiel. Das zusammen auf die Platte zu bringen, haben wir nur selten geschafft. Auch, um enge Spiele zu gewinnen!

Wie viel Punkte braucht der ThSV Eisenach bis zum Jahreswechsel, um ab Februar 2018 mit berechtigten Hoffnungen auf den Ligaverbleib wieder in den Punktspielbetrieb einzusteigen?
So viele wie möglich, wäre eine gute Antwort. Bis zum Kalanderjahrwechsel haben wir Hürden vor uns, die wir überspringen können. Es sind aber auch nicht Spiele, in denen wir Favorit sind. Es werden wohl ausgeglichene Spiele werden, die wir – wie im Vorjahr – auch mal gewinnen müssen. Und dabei möglichst viele Pluszähler verbuchen.

Nun kommt mit dem Dessau-Roßlauer HV die positive Überraschung der Liga. Nach einem 0:6-Punkte-Start rangiert das Team nun mit 20:10 Zählern auf dem 6. Tabellenplatz. Wie würden Sie den Dessau-Roßlauer HV charakterisieren?
Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat der Dessau-Roßlauer bestens in die Spur gefunden. Ein unglaublich handlungsschnelles, eine aggressive Abwehr, aus der durch schnelles Umschaltspiel einfache Tore gelingen. Im Aufgebot stehen viele spielfähige Akteure mit guten Fähigkeiten zur Spielsteuerung, im schnellen Erfassen von Situationen. Im Aufgebot stehen ebenso Spieler, die effektiv abschließen. Der Dessau-Roßlauer HV hat einen guten Mix gefunden. Mit dem guten Lauf ist das Team auch psychologisch gut drauf. Mit Erfolgen spielt es sich leichter!

Wie und mit welchem Personal wollen Sie die Aufgabe angehen?
Ich hoffe, Alexander Saul kann wieder mitwirken. Hinter dem Einsatz von Ibai Meoki steht ein großes Fragezeichen. Ob seine Knieverletzung ein Mitwirken zulässt, wird sich wohl erst vor dem Anpfiff entscheiden. Vielleicht wird Maximilian Manys nach einer im Vorjahr zugezogenen Kreuzbandverletzung dabei sein. Ansonsten wird es die Formation vom Auswärtsspiel beim TuSEM Essen sein. Natürlich leider ohne Justin Mürköster.

Andrea T. | | Quelle:

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