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«Wir müssen gemeinsam die Kurve kriegen!»

In der DKB Handball-Bundesliga rangiert Aufsteiger ThSV Eisenach mit 7 Pluszählern auf dem vorletzten Tabellenplatz, hat aber Tuchfühlung zum «rettenden Ufer», nur drei Punkte Rückstand auf die den Klassenerhalt bedeutenden Plätze. Im letzten Heimspiel des Kalenderjahres sind die Wartburgstädter krasser Außenseiter. Sie empfangen am Samstag, 21.12.2013 um 19.00 Uhr mit den Füchsen Berlin ein absolutes Topteam der stärksten Liga der Welt, das momentan auf dem 3. Platz rangiert, im Europapokal die Gruppenphase erreicht hat und auch im DHB-Pokal im Viertelfinale steht. Die Berliner um den aus Bad Langensalza stammenden Nationalmannschafts-Schlussmann Silvio Heinevetter reisen mit voller Kapelle gen Thüringen. Der ThSV Eisenach muss hingegen erneut auf drei wichtige Stammkräfte verzichten.
Vor dem Anpfiff sprachen wir mit Adalsteinn Eyjolfsson, dem Coach des ThSV Eisenach:

Ein Blick zurück: Ihre Mannschaft führte in Hannover in der 39. Minute mit 20:19 unterlag am Ende deutlich mit 24:33. Fehlte da die Spannkraft? Sie sprachen von «Verantwortung lastet auf zu wenigen Schultern»?
Adalsteinn Eyjolfsson
Die Mannschaft hat in den ersten vierzig Minuten gezeigt, was sie kann. In diesen ersten vierzig Minuten unterliefen uns bereits viele Fehler, wir hätten stabiler auftreten müssen. Auswärts bei Teams, die auch international, im Europapokal am Ball sind, rächen sich solche Fehler. Die Verunsicherung bei uns als Aufsteiger ist nicht von der Hand zu weisen. Nach diesen negativen Erlebnissen müssen wir die Kurve kriegen! Da ist jeder in der Mannschaft gefordert! Wir müssen ganz einfach stabiler auftreten. Tatsache ist auch, wir mussten seit Juli ständig improvisieren, fehlten uns über längere Strecken gleich vier Stammkräfte. Wir konnten in keinem einzigen Spiel mit voller Besetzung auflaufen. Stets fehlten uns ganz wichtige Puzzleteile. Ein Blick voraus: Wir werden in der Winterpause Kraft sammeln, hoffen auf die Rückkehr des einen anderen Spielers, um dann zur Attacke auf den Klassenerhalt zu blasen!

Mit den Füchsen Berlin gastiert im letzten Heimspiel des Jahres ein Topteam der Liga. Beim Hinspiel erstarrte der ThSV Eisenach nahezu in Ehrfurcht, unterlag mit 20:34. Was haben Sie sich für die Neuauflage vorgenommen?
Adalsteinn Eyjolfsson
In der Max-Schmeling-Halle in Berlin erhielten wir die erste Lehrstunde. Die Füchse sind ein Top-Team der Liga. Wenn bei den Füchsen alles läuft, hat man keine Chance. Das musste auch der Bergische HC schmerzhaft zur Kenntnis nehmen, der gegen die Füchse eine 11-Tore-Heimniederlage kassierte. Wer da nur etwas schwächelt, wird gnadenlos ausgekontert; so wie es uns bei der 20:34-Niederlage in Berlin passierte. Wir müssen es lernen, auch gegen Topteams dagegen zusteuern. In der 2. Liga konnten wir Schwächephasen noch korrigieren, bei dem Niveau der 1. Liga ist das nicht möglich.

Was zeichnet die Füchse Berlin besonders aus?
Adalsteinn Eyjolfsson
Sie sind gespickt mit Top-Stars von Linksaußen Fredrik Petersen bis zu den Rückraum-Assen Iker Romero und Pavel Horak. Die Füchse gehören nicht umsonst zu den Top fünf Mannschaften der letzten drei Jahre! Ein Markenzeichen ist ihre kompakte 6:0-Abwehr.
Wir freuen uns auf diesen Vergleich mit einem absoluten Topteam in der Werner-Aßmann-Halle. Wir werden alles versuchen, um mit Kampf und Willen die Partie so lange wie möglich offen zu halten. Vielleicht gelingt ja eine Sensation…?

Wie sieht die personelle Situation in Ihren Reihen aus?
Adalsteinn Eyjolfsson
Die personelle Situation ist unverändert: Girts Lilienfelds, Hannes Jon Jonsson und Branimir Koloper stehen uns nicht zur Verfügung. Ich gehe davon aus, die gleiche Formation wie beim Auswärtsspiel in Hannover auf das Parkett zu schicken..

Es könnte durchaus sein, Ihre Mannschaft überschreitet die Schwelle ins neue Jahr mit sieben Pluszählern. Welche Möglichkeiten lässt das für die Punktspiele vom Februar bis Mai 2014?
Adalsteinn Eyjolfsson
Wir befinden uns in einem Formtief. Das hat zweifellos auch mit unseren permanenten Verletzungen zu tun. Wir durchqueren nach den Rückschlägen eine mentale Schwächephase. Zum Glück steht die Punktspielpause unmittelbar bevor. In den letzten beiden Spielen des Kalenderjahres werden wir jedoch alles versuchen, um doch noch einen oder zwei Punkte zu ergattern. In der Winterpause werden wir uns ganz intensiv auf die Fortsetzung der Punktspiele vorbereiten. Im Februar/März finden die entscheidenden Spiele gegen Teams unserer Kragenweite statt. Darauf richtet sich unser Focus. In diese müssen wir mit ganz viel Selbstvertrauen gehen. Die Werner-Aßmann-Halle muss dann zur Festung werden, damit wir nicht nur vom Klassenerhalt träumen, sondern diese schwere Aufgabe auch bewältigen können.

Was wünscht sich Adalsteinn Eyjolfsson für das Jahr 2014?
Adalsteinn Eyjolfsson
Wenn man solche Erlebnisse wie ich in den letzten Tagen hatte, steht die Gesundheit an oberster Stelle. Ein gesunder Mensch kann sich viel wünschen, ein ungesunder Mensch wünscht sich nur eines. Ich wünsche allen vor allem Gesundheit!
Wir suchen besonders in der Weihnachtszeit nach Helden; im Eisenacher St. Georg-Klinikum gibt es täglich Menschen, die Unglaubliches, ja Heldenhaftes leisten. Wir brauchen also nicht weit zu suchen, um Helden zu finden. Mein Respekt und Anerkennung gilt den Ärzten und Schwestern für ihren täglichen Einsatz am Menschen. Mein Dank geht an die Kinderstation und die Station für Neugeborene des St. Georg-Klinikums für ihre Hilfe und Betreuung meines in der Vorwoche geborenen Sohnes!
In Sachen Handball habe ich natürlich auch Wünsche. In den letzten Jahren haben wir gemeinsam beim ThSV Eisenach viele Hürden gemeistert. Ich hoffe, uns gelingt der Klassenerhalt in der DKB Handball-Bundesliga.

Rainer Beichler | | Quelle:

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