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 | Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Beschreibung:
Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Wir müssen im Angriff zulegen!

Nachgefragt beim Coach des ThSV Eisenach

Zum Heimspielauftakt empfängt der ThSV Eisenach am Freitag, 09.09.2016 um 19.30 Uhr mit der HSG Nordhorn-Lingen ein Spitzenteam der Liga. Die HSG Nordhorn gehörte über viele Jahre zum Stammpersonal der höchsten deutschen Spielklasse. Weltklasse-Torhüter Peter Genzel und Rückraum-As Holger Glandorf prägten das Gesicht des deutschen Vizemeisters 2002 und EHF-Pokalsieger 2008. Doch die Grafstädter gerieten in eine finanzielle Schieflage, verabschiedeten sich aus dem Oberhaus und sind seit der Saison 2009/2010 in der 2. Bundesliga am Ball, inzwischen als HSG Nordhorn-Lingen. Als Team mit zwei Spielstätten sorgen sie für Schlagzeilen, finden die Heimspiele wechselweise im Euregiom Nordhorn und in der Emsland Arena statt. Zuletzt mischte das Team um Torjäger Jens Wiese im Vorderfeld der Tabelle der 2. Handballbundesliga mit. Der Saisonstart misslang allerdings wie dem ThSV Eisenach. Die HSG Nordhorn-Lingen startete am vergangenen Wochenende mit einer 23:26-Heimniederlage gegen die SG BBM Bietigheim.

Vor der Partie sprachen wir mit Eisenachs neuem Trainer Christoph Jauernbik:
Der Auftakt mit einer 22:24-Niederlage beim TuS Ferndorf enttäuschte sicherlich auch Sie? Was ging da alles schief?
Mannschaft und Trainerteam sind enttäuscht. Es ging einiges schief. Ohne Bedrängnis, ohne Not unterliefen uns zu viele technische Fehler. Im Positionsangriff waren wir einfach nicht durchschlagskräftig genug. Was für unsere Abwehrarbeit spricht, wir zwangen den TuS Ferndorf 13 mal ins Zeitspiel. Negativ, der Ball landete dann doch noch 8-mal in unserem Tor.

Befürchten Sie, dass die Strategie des TuS Ferndorf als Blaupause für künftige Kontrahenten des ThSV Eisenach genutzt werden könnte?
Da habe ich keine Bedenken. Das war keine Vorlage für andere Mannschaften. Der TuS Ferndorf war gut auf uns eingestellt, doch letztendlich haben wir uns selbst in die Bredouille gebracht. Wir müssen unser Potential erschließen. Trotz der Niederlage gibt es Positives zu vermerken. Ich sprach es an, wir haben den Gastgeber 13-mal ins passive Spiel gezwungen. Im Angriff müssen wir nachbessern. Das ist ein Schwerpunkt unserer Trainingsarbeit, um wettkampfstabiler zu werden.

Was sagen Sie den über 70 in die Sporthalle Kreuztal mitgereisten ThSV-Fans?
Wir sind stolz auf unser Fanpotential. Ich weiß, wir sind da privilegiert. Das macht uns stolz, verpflichtet zugleich. Wir waren hoch erfreut, dass uns auch in der Sporthalle Kreuztal so viele Fans unterstützt haben. Diese haben gemerkt, kämpferisch haben wir alles gegeben, standen auch in der Abwehr gut, patzten aber im Angriff. Dass sie enttäuscht die Heimreise angetreten haben, schmerzt uns. Unser Ziel ist es, das Engagement der Fans mit guten Leistungen zu belohnen.

Es folgt das erste Doppelspiel-Wochenende der Liga. Wie stehen Sie zu diesen Doppelspiel-Wochenenden? Was wird da in der Trainingsgestaltung verändert?
Die Punktspiele in der 20 Mannschaften umfassenden Liga sind im Terminfenster September bis Juni zu terminieren. Dazu kommen Pokaltermine und – auch für die 2. Liga – für Nationalmannschafts-Aufgaben geblockte Termine. Abgesehen von Mittwoch-Spieltagen resultieren daraus die Doppelspiel-Wochenenden. Diese sind natürlich für alle eine hohe Belastung. Der Focus der Vorbereitung mit der Mannschaft liegt auf dem Freitag-Spiel. Das Trainerteam beschäftigt sich per Videoanalyse natürlich auch schon mit dem sonntäglichen Punktspielkontrahenten. Wir werden am Samstagfrüh trainieren, nach dem Mittag in Richtung Norden aufbrechen, Quartier in Lübeck beziehen, am Sonntag – nach dem Frühstück – uns zur Mannschaftssitzung treffen, danach zur Hansehalle aufbrechen. Der Anpfiff erfolgt bereits um 16.30 Uhr

Am Freitag steht das Aufeinandertreffen der zwei Enttäuschten des ersten Spieltages in der Werner-Aßmann-Halle an. Mit welcher Marschroute schicken Sie Ihr Team in die Partie?
In beiden Handball-Bundesligen gab es zum Saisonauftakt deftige Überraschungen, gab es Enttäuschte. Hierzu zählten die HSG Nordhorn-Lingen und leider auch wir. Unsere Marschroute: über unsere Abwehrstabilität die Gäste vor ganz schwere Aufgaben stellen. Was den Angriff betrifft, ist eine klare Trennung von temposcharfen Spiel und Positionsangriff angesagt. Wir wollen Möglichkeiten für die sogenannten einfachen Tore nutzen, im Positionsangriff aber die nötige Ruhe walten lassen, effektiver agieren. Gegen die 6:0-Abwehr der Grafschafter müssen wir Lösungen finden. Schnelles Rückzugsverhalten unsererseits ist erforderlich, um die schnell startenden Außen nicht in Fahrt kommen zu lassen

Wie sieht es personell aus?
Wir haben einen längerfristigen Ausfall zu verzeichnen. Dirk Holzner wird uns augrund einer diagnostizierten Schambeinentzündung auf unbestimmte Zeit fehlen. Willy Weyhrauch ist wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Ein Einsatz auf Zweitliga-Niveau kommt aber noch zu früh. Tom Seifert pausiert weiterhin. Wir werden aber eine schlagkräftige Truppe aufbieten!

Die HSG Nordhorn-Lingen gehört, trotz der Heimniederlage zum Start gegen die SG BBM Bietigheim, sicherlich zu den Anwärtern auf einen vorderen Tabellenplatz. Wie würden Sie die Grafschafter charakterisieren?
„Nur ein echter Neuzugang“ titelte die Handballwoche ihre Saisonvorschau zur HSG Nordhorn-Lingen. Zu uns kommt eine Mannschaft, deren Spieler schon lange zusammenspielen. Die Verantwortlichen sind also mit der personellen Zusammensetzung der Vorsaison zufrieden. Lediglich Linksaußen Lasse Seidel ist neu. Eingespieltheit und Variabilität im Angriff mit vielen Auslösehandlungen sind das Markenzeichen. Sie werden völlig zu Recht als ein Anwärter für die ganz vorderen Tabellenplätze gehandelt. Mit Jens Wiese und Lutz Heiny stehen zwei ausgesprochen torgefährliche Rückraumspieler (in der Vorsaison zusammen ca. 290 Tore) im Aufgebot. Die schnelle Mitte gehört zum festen taktischen Repertoire. Die HSG Nordhorn-Lingen trägt zu Recht das Prädikat Spitzenteam.

Foto: Christoph Jauernik, der 32-jährige A-Lizenz-Inhaber und Lehrer für Sport und Mathematik am Martin-Luther-Gymnasium der Wartburgstadt, ist neuer Zweitbundesligacoach des Traditionsvereines.

Andrea T. | | Quelle:

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