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Skeptischer Blick, Eisenachs Trainer Christoph Jauernik in Konstanz | Bildquelle: © Peter Gebhardt  / ThSV Eisenach

Beschreibung: Skeptischer Blick, Eisenachs Trainer Christoph Jauernik in Konstanz
Bildquelle: © Peter Gebhardt / ThSV Eisenach

Wir schaffen es nicht, unsere Qualität auf das Parkett zu bringen

ThSV Eisenach nach 0:4 Punkten beim Doppelspiel-Wochenende im Abwärtsstrudel
Ein Derbysieg am 1. Spieltag. Ein Saisonauftakt nach Maß. Der ThSV Eisenach startete mit einem 24:20-Auswärtserfolg beim EHV Aue. Ein starker Keeper Jan-Steffen Redwitz kaschierte mit 17 gehaltenen Bällen die Defizite seiner Vorderleute. Die folgenden Hürden erwiesen sich für den ThSV Eisenach, einem Team mit dem Anspruch auf einen Platz unter den ersten Fünf, als zu hoch. Es folgten 4 Niederlagen am Stück. Das Doppelspiel-Wochenende geht  mit einer  28:29-Heimniederlage gegen die DJK Rimpar Wölfe und einer 25:30-Pleite bei der bis dato punktlosen HSG Konstanz in die Wertung ein.

Es gibt nichts zu beschönigen, wir legten einen ganz schwachen Start in die neue Saison hin. Das ist die Realität, so ThSV-Coach Christoph Jauernik. Wir haben seit Wochen Schwierigkeiten, unser Potential auf das Parkett zu bringen, beschreibt Torhüter Jan-Steffen Redwitz die Lage. Genauso sieht es Marcel Schliedermann: Wir gingen mit der Anreise am Vortag bestens vorbereitet in die Partie bei der HSG Konstanz. Doch erneut bekamen wir unsere Qualität nicht auf die Platte.

Jan-Steffen Redwitz berichtet, dass die Kontrahenten erstaunt feststellen, wie leicht ausrechenbar der ThSV Eisenach dieser Tage sei.

Eines ist aber Fakt, nur gemeinsam kommen wir aus dem Abwärtsstrudel raus, betont Marcel Schliedermann, und meint damit die eigene Mannschaft und auch die eigenen Fans.

Schon mit Blick auf das Heimspiel am kommenden Samstag!

Kritische Töne aus den eigenen Reihen
Von „noch zu vielen Defiziten“ und „etlichen Mankos insbesondere im ersten Abschnitt“ sprachen von Seiten der Wartburgstädter Rückraumspieler Matthias Gerlich und Trainer Christoph Jauernik nach der Heimniederlage am Freitagabend gegen die Franken. „Mit einem Sieg Selbstvertrauen tanken“, lautete im Vorfeld die Parole. „Wir spielen schlecht und  laufen nicht schnell genug zurück“, befand der im Sommer von der HG Saarlouis gekommene Spielgestalter Ibai Meoki. Einziger Lichtblick: Das Comeback von Marcel Schliedermann nach 8-monatiger Pause, infolge eines schweren Autounfalls. Tags darauf brach der ThSV-Tross in Richtung Bodensee auf. Die HSG Konstanz war am Sonntagabend Gastgeber. Ein Aufeinandertreffen von zwei Teams unter Druck. Am Ende bejubelte die HSG Konstanz mit ihren 900 Fans einen 30:25-Erfolg. Im Finish, nach einem 24:24-Gleichstand (54.), überrollten die Hausherren ihre Gäste. Torhüter Konstantin Poltrum und Rückraumspieler Paul Kaletsch werden nach lange an diesen Tag zurückdenken. Konstantin Plotrum wurde von den Eisenachern berühmt geworfen, stand mit 21 gehaltenen Bällen (43 %!) zu Buche. Paul Kaletsch setzte den Wartburgstädtern gleich 12 Bälle ins Netz. Ähnliche Quoten werden beide wohl in absehbarer Zeit nicht wieder vorweisen können.

Foto: © Peter Gebhardt / ThSV Eisenach

Foto 2: Marcel Schliedermann, im zweiten Spiel nach mehrmonatiger Pause nach einem schweren Autoiunfall, brachte nach seiner Einwechslung frischen Wind.

9:6-Führung rasch zerronnen
Vor knapp drei Monaten siegte der ThSV Eisenach, noch mit dem Abwehrchef Nicolai Hansen, aber auch mit den „Aushilfskräften“ Benjamin Trautvetter und Philipp Emmelmann sowie dem im Sommer zum HSV Bad Blankenburg „delegierten“ Toms Lielais, an gleicher Stelle mit 22:20. Bei der Neuauflage sah es beim 6:9 (18.), eine Gerlich-Rakete ließ das Netz zappeln, für die Thüringer hoffnungsvoll aus.  Doch dann scheiterten  hintereinander der bis dato treffsichere Alexander Saul, Adrian Wöhler und Matthias Gerlich (22.bis 24.). Kurz darauf brachte Alexander Urban einen Siebenmeter nicht unter (26.). Angestachelt durch ihren Torhüter, von zwei Zeitstrafen gegen die Eisenacher profitierend, drehten die Hausherren noch den Spieß zur eigenen 12:11-Halbzeitführung. „Wie in den letzten Spielen waren wir nach Wiederanpfiff nicht in der Lage, den Bock umzustoßen“, rätselt Marcel Schliedermann selbst. Er findet aber auch, „jeder muss sich selber den Vorwurf machen, wenn er seine eigene Leistung nicht einbringt.“ ThSV-Coach Christoph Jauernik konstatierte, „in den Schlüssel-Zweikämpfen hatten wir das Nachsehen.“ Die HSG Konstanz traf zum 20:15 (43.). „Unsicherheit und Undiszipliniertheiten, Nichteinhalten von Absprachen,“ monierte Jan-Steffen Redwitz. Er sieht die Phase zum 24:24-Ausgleichstreffer vor allem in Fehlern der Hausherren begründet. „Besser gespielt haben wir da nicht“, gesteht der Eisenacher Keeper. Die Abwehr habe sich, so Marcel Schliedermann,  zu brav gezeigt. „In wichtigen Zweikämpfen waren wir nicht kaltschnäuzig genug. Wir ließen in der Phase nach dem Ausgleich zwei dicke Torchancen aus, eine durch mich“, räumte Marcel Schliedermann ein. Die Gastgeber „sammelten sich wieder“, spielten sich gegen konsternierte Wartburgstädter in einen Rausch. Symptomatisch, beim Stand von 28:25 scheitert Matthias Gerlich von der Siebenmeterlinie an Schlussmann Konstantin Poltrum, schmettert den Abpraller ans Holz. Zur Freude ihrer verzückten Anhängerschaft erhöhte die HSG Konstanz auf 30:25. „Am Ende ein auch in der Höhe verdienter Erfolg für die HSG Konstanz“, fand Jan-Steffen Redwitz klare Worte.

Statistik:
HSG Konstanz: Poltrum (21 Paraden/davon, davon  zwei Siebenmeter), Hanemann; Schweda,  Riedel (4), Wolf (1), Kaletsch (12/3),  Krüger,  Maier-Hasselmann,  Gäßler,  Jud (2/2), Wendel,  Berchtenbreiter (3),  Schwarz,  Bösing (3), Klingler (5).
ThSV Eisenach: Redwitz (6 Paraden), Gorobtschuk (2 Paraden); Iffert, Wöhler (3), Meoki (3), Gerlich (6), Miljak (1), Schliedermann (1), Urban (2/2), Richardt, Popa, Mürköster (2), Niemeyer (1), Weyhrauch (2), Saul (4/1).
Zuschauer: 900 in der Schänzle-Sporthalle Konstanz.
Schiedsrichter: Ramesh und Suresh Thiyagarajah
Zeitstrafen: 8 – 12 Minuten (Wolf, Bösing, Berchtenbreiter 2 – Meoki, Wöhler 2, Niemeyer 2, Saul)
Siebenmeter: 6/5 – 5/3 (Kaletsch an Latte – Gerlich und Urban scheitern an Poltrum).

Andrea T. | | Quelle:

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