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Gästejubel in der Werner-Aßmann-Halle | Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Beschreibung: Gästejubel in der Werner-Aßmann-Halle
Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Wir waren nicht gut genug

ThSV Eisenach II kassiert im Spitzenspiel klare 31:39 (16:18)-Heimniederlage gegen Tabellenführer HBV Jena

Jubelnde Gäste sind in dieser Saison in der Werner-Aßmann-Halle nichts Neues. Zumindest in der 2. Handballbundesliga. In der Thüringenliga der Männer war der ThSV Eisenach II über zwei Jahre ungeschlagen. Am Samstag bezog die Zweitliga-Reserve ihre zweite Heimniederlage in Folge. Im Spitzenspiel unterlagen die Schützlinge von Trainer Arne Kühr und dem mitspielenden Co-Trainer Benjamin Trautvetter Tabellenführer HBV Jena mit 31:39 (16:18). Im Aufeinandertreffen Zweiter gegen Erster sahen die 300 Zuschauer eine rasante Partie mit insgesamt 70 Toren, am Ende tanzten die Zeiss-Städter unter dem Jubel ihrer mitgereisten Fans. Der HBV Jena festigte seine Tabellenführung, untermauerte seine Ambitionen auf den Titel und den Aufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga. Genau das steht eigentlich auch auf der Agenda beim ThSV Eisenach.

Letztendlich waren wir nicht genug, bekannte ThSV-Coach Arne Kühr.

Sein Team musste in den letzten vier Spielen drei Niederlagen einstecken, kam lediglich beim Schlusslicht HSV Apolda II zu einem Doppelpunktgewinn. Die vortreffliche Tabellensituation ist dahin. Zum Jahreswechsel beträgt der Rückstand auf die Tabellenspitze 3 Zähler. Eine Vorentscheidung um den Landesmeistertitel ist das freilich nicht!

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach • Vorbildlich am Kreis und in der Abwehr rackernd Pascal Küstner.

HBV Jena mit zwei zweistellig treffenden Torjägern

Bei uns hatte keiner einen schlechten Tag. Das ist in solch Spitzenspielen wichtig. Mit unserem breiten und erfahrenen Kader besaßen wir Wechselmöglichkeiten, die zu keinem Riss führten. Letztendlich war es die enorme Willenskraft einer geschlossen auftretenden Mannschaft, strahlte Ralph Börmel, der Coach des HBV Jena.

Im inzwischen 29-jährigen Linkshänder  Sebastian Triller (2005 im ThSV-Nachwuchsprojekt) und Shootingstar Kevin Elsässer  standen zwei jeweils zweistellig treffende Top-Torjäger in den Reihen des HBV Jena (zusammen 25 Tore!). Sergio Casanova, vor 17 Jahren mit dem ThSV Eisenach in der 1. Handballbundesliga, jetzt Mitarbeiter der Geschäftsstelle des HBV Jena, freute sich, dass „für Jenaer Verhältnisse“ viele eigene Fans nach Eisenach gekommen waren.

Das hat zusätzlich motiviert, unterstrich der Spanier. Wir haben erfahrene Spieler, das sprach in einem ganz entscheidenden Spiel um die Meisterschaft für uns, strahlte Sergio Casanova, der an einstiger Wirkungsstätte viele Hände schüttelte.

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach • ThSV-Linksaußen Tom Kreutzer beim Torwurf.

ThSV-Coach Arne Kühr: Wir haben als Team verloren

Wir hatten bis zur 40. Minute einen richtig guten Lauf, konstatierte ThSV-Coach Arne Kühr.

Erst nach dem 22:22 (41.) übernahmen die Zeiss-Städter das Kommando. Allerdings resolut, netzten zum 23:28 (46.) ein.

Über die Distanz war der HBV Jena die bessere Mannschaft, solide und abgeklärt. Von der kämpferischen Einstellung her kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Letztlich waren wir nicht gut genug. Wir haben als Team verloren, bekannte Arne Kühr.

In Christian Lämmerhirt hatte er freilich nur eiuen Fernwerfer im Kader. Keiner vermochte in die Häuptlingsrolle zu schlüpfen! Arne Kühr hatte im Vorfeld erklärt, seine Mannschaft müsse ihr Leistungsoptimum erreichen. Diese Zielvorgabe konnte sie in Abwehr und Angriff nicht erfüllen. In einem Heimspiel 39 Gegentore sprechen eine deutliche Sprache. Die Zahl eigener am Holz landenden Bälle nährte sich dem zweistelligen Bereich.  Letztendlich ging nur das Torhüterduell Remis aus. Marius Noack (ThSV II) und Fabian Wiersbink (HBV Jena) wurden mit je 13 abgewehrten Bällen notiert.

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach • ThSV-Routinier Philipp Emmelmann wird von der Jenenser Abwehr gestoppt.

Mit Christian Lämmerhirt nur ein torgefährlicher Rückraumspieler
Der ThSV Eisenach II, ohne seine Stammkräfte Sascha Kleint, Tim Voigt, Luca Baur und Lars Kremmer, hatte von Beginn Probleme mit den körperlich robusten Jenenser, die mit ganz viel Power den Eisenacher Kasten ansteuerten. Die Gastgeber fanden zunächst nicht zur richtigen Spielsteuerung. Torreich schon die Startphase, mit 10 Treffern bis zur 9. Minute (5:5). Die Gäste setzten  den auf Rechtsaußen beginnenden Sebastian Triller immer wieder in Szene. Der technisch versierte und schnelle Kevin Elsässer bestimmte auf der linken Seite die Musik, netzte zum 6:8 ein (11.). Malte Hansemann dirigierte das Ensemble. Die Eisenacher, überwiegend mit Routinier Philipp Emmelmann als Regisseur, Christian Lämmerhirt im linken und Markus Collatz im rechten Rückraum, Pascal Küstner und Benjamin Trautvetter im Wechsel am Kreis sowie Tim Kreutzer auf Links- und Philipp Urbach auf Rechtsaußen, forcierten das Tempo, trafen ihrerseits zum 9:8 (13.). Ein torgefährlicher Rückraumwerfer (Christian Lämmerhirt) limitierte allerdings das Angriffsspiel. Tom Kreutzer und Philipp Emmelmann brachte das Leder nicht unter, die Gäste schlossen resolut zum 9:12 (16.) und 10:14 (21.) ab. Einstudierte Spielzüge hieß eines ihrer Rezepte. Arne Kühr brachte Noah Streckhardt und Qendrim Alaj im Rückraum. Benjamin Trautvetter (im Nachsetzen) und Tom Kreuzer (über Linksaußen) versenkten zum Anschlusstreffer (15:16, 28.). Für das Selbstbewusstsein der Gäste sprach eine von Kevin Elsässer in Kempa-Manier vollendete Aktion zum 15:17 (28.).

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach • Sergio Casanova wurde vielfach geherzt, hier von Heidi Leise.

HBV Jena strotzte vor Selbstbewusstsein und Harminie
Beide Teams versuchten es im zweiten Abschnitt mit personellen und taktischen Wechseln. Die Hausherren brachten vielfach einen zusätzlichen Feldspieler für den Keeper. Die Gäste setzten auf einen Angriffs- und Abwehrwechsel. Sie profitierten von einem geschlossenen abgestimmten Auftreten. Als ThSV-Keeper Marius Noack im Siebenmeterduell Sieger blieb (39.) und Noah Streckhardt zum 21:21 einlochte (40.) keimte Hoffnung im Eisenacher Lager. Eine doppelte Unterzahl überstand der ThSV Eisenach II schadlos. Der Treffer des inzwischen die Rechtsaußenposition einnehmenden Armend Alaj zum 22:22 (41.) bedeutete den letztmaligen Gleichstand. Markus Collatz scheiterte von der Siebenmeterlinie (42.), wie kurz darauf auch Benjamin Trautvetter (44.). Tom Kreutzer hielt mit seinem Treffer per Gegenstoß zum 23:25 (44.) seine Farben noch auf Tuchfühlung. Mit frischen Kräften schlossen die Jenenser zum 23:27 (46.) und 26:33 (52.) ab.

Wir resignierten nach dem 7-Tore-Rückstand, bekannte ThSV-Coach Arne Kühr.

Der eingewechselte Daniel Bohrt und Markus Collatz trafen nur das Holz. Patrik Ristaz erhöhte für den Tabellenführer und Meisterschaftsfavoriten auf 29:37 (54.). Mit seinem 15. Treffer besorgte Sebastian Triller für den 31:39-Endstand. Danach tanzte er ausgelassen mit seinem Teamkollegen, skandierte „Spitzenreiter! Spitzenreiter!“.

Statistik
ThSV Eisenach II: Noack, Martin; Trautvetter (4), Küstner (2), Urbach (1), Lämmerhirt (7), Emmelmann (4/1), A.Alaj (1), Kreutzer (5), Collatz (1/1), Streckhardt (4), Q. Alaj (2)
HBV Jena: Wiersbin, Haugk; Hansemann (2), Petko (4), Richter, Dejmek (1), Elsässer (10/2), Pristas (4), Triller (15/5), Kellermann, Le, Rose (3), Grau
Siebenmeter: ThSV Eisenach II 4/2  /  HBV Jena 7/6
Zeitstrafen: ThSV Eisenach II 7 x 2 Min. (Rot für Küstner n. 3. ZS, 60.)  /  BV Jena 7  x 2 Min.
Schiedsrichter: Dähne/Scholz
Zuschauer: 300

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach • Mit Licht und Schatten, Benjamin Trautvetter, hier beim Torwurf.

Andrea T. | | Quelle:

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