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«Wir wollen keine kleinen Brötchen backen!»

ThSV Eisenach will so rasch wie möglich zurück ins Oberhaus/ Doch die ungeklärte Problematik der Heimspielstätte schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Traditionsverein

Kurz bevor sich der ThSV Eisenach in den Urlaub verabschiedeten, traten Manager, Trainer und Kapitän im Sport- und Freizeitbad «aquapelex», einem der Partner des ThSV Eisenach, nochmals vor die Presse; um zurückzuschauen, aber auch um den Blick nach vorn zu werfen. Nach nur einem Jahr muss der Traditionsverein – nach 1992 und 2004 zum dritten Mal – aus der 1. Liga ins Unterhaus absteigen. Doch der Großteil des Teams bleibt zusammen. Lediglich Peter Pucelj, Faruk Vrazalic und Mikel Aguirrezabalaga Garcia, alle im Saisonverlauf nachverpflichtet, haben die Wartburgstadt wieder verlassen. Alle anderen sind weiter an Deck! Auch die Rückraum-Asse Dener Jaanimaa und Aivis Jurdzs sowie Torhüter Rene Villadsen!
Das Wort vom sofortigen Wiederaufstieg nimmt offiziell keiner in den Mund. «Wir haben Respekt vor den Konkurrenten in der 2. Liga. Wir werden keinen unterschätzen. In den nächsten zwei Jahren wollen wir allerdings aufsteigen», erklärt Trainer Adalsteinn Eyjolfsson. Manager Karsten Wöhler möchte sich (noch) nicht festlegen, spricht als Saisonziel vom «oberen Tabellendrittel». Eine Konkretisierung soll unmittelbar vor dem Saisonstart erfolgen. Dann dürfte auch Klarheit darüber herrschen, ob Rückraum-Shooter Dener Jaanimaa nach einer Kreuzbandverletzung vielleicht schon wesentlich früher zurückkehrt. Tomas Sklenak (Kreuzbandriss) wird allerdings für die Hinrunde wohl komplett ausfallen. Stratege Hannes Jon Jonsson bekam zur Unterstützung bei der Spiellenkung Neuzugang Marcel Schliedermann (23 Jahre, vom VfL Bad Schwartau) zur Seite. Den rechten Rückraum wird Jan Forstbauer (22 Jahre) per Zweitspielrecht von der MT Melsungen verstärken. Die Verantwortlichen hoffen zudem auf die Rückkehr ihrer Langzeitverletzten Rückraumspieler Girts Lilienfelds und Daniel Luther. Eine wahre Langzeitverletztenseuche wurde zum großen Handicap des Aufsteigers in der DKB Handball-Bundesliga! Die Eisenacher hoffen, dass dies nun ein Ende hat!

Talentierter Linkshänder kommt aus der Lausitz
Manager Karsten Wöhler wartete mit der Meldung über die Neuverpflichtung eines Perspektivspielers auf. Tom Seifert wechselt von der Lausitz ins Thüringische. Der Linkshänder, 1995 geboren, im Jahr 2008 von Motor Cunewalde an die Cottbuser Sportschule gekommen, zuletzt beim LHC Cottbus unter dem verdienstvollen Trainer Peter Melzer in der 1. Männermannschaft und der A-Jugend auf Rechtsaußen am Ball, unterzeichnete einen Drei-Jahres-Vertrag. Karsten Wöhler lobte die Sprungkraft und Wurftechnik des Youngsters, der im Fitnessclub «impuls» , der von den einstigen ThSV-Bundesligaspielern Jens und Thomas Ursinus geführt wird, eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann aufnimmt. Gemeinsam mit Nick Heinemann soll Tom Seifert die Rechtsaußenposition besetzen, erhält aber zugleich ein Zeitspielrecht mit MHV-Oberligist HG Go Go Hornets, einer im Vorjahr neu gegründeten Spielgemeinschaft aus dem SV Blau.-Weiß Goldbach/Hochheim und dem Ernestiner SV Gotha. Mehrere Eisenacher Talente sammeln hier per Zweitspielrecht Wettkampfpraxis. Das Aufgebot des ThSV Eisenach für die Saison 2014/2015 steht somit, eine Mischung aus erfahrenen Haudegen, gereiften Mittzwanzigern und jungen Perspektivspielern.

Saisonvorbereitungsstart am 13. Juli 2014
Der Start auf die Vorbereitung erfolgt am 13. Juli 2014. Trainingslager in Bad Blankenburg (vom 20. bis 24.07.2014 einschl. Testspiel gegen Drittligist HSV Bad Blankenburg) und Wien (vom 06.08. bis 11.08.2014 einschl. Turnier) sowie der Sparkassencup (mit der Vorrunde vom 30.07. bis 01.08.2014 in Eisenach) sind inbegriffen. Bereits am 20.08.2014 steht das erste Pflichtspiel an, die 1. DHB-Pokal-Hauptrunde (Auslosung am 2./3.Juli 2014).

Zum Punktspielstart ein alter Klassiker
Der Punktspielstart ist am 23./24..August 2014 an der Ostseeküste, wenn es zur Wiederbelebung eines Klassikers kommt. Der HC Empor Rostock ist Gastgeber für den ThSV Eisenach. Es folgen zwei Heimspiele gegen renommierte Teams, am 30.08. gegen die HSG Nordhorn-Lingen und am 06.09.2014 gegen TUSEM Essen. Die überwiegende Zahl der Heimspiele trägt der ThSV Eisenach samstags um 19.30 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle aus. Der Dauerkartenverkauf läuft bereits. Bisherige Dauerkarten-Inhaber haben bis zum 25.07.2014 ein Vorkaufsrecht. Ein Sonderrabatt wird beim Dauerkartenerwerb vom 16.06. bis 11.07.2014 eingeräumt. Die ThSV-Fans sollten hiervon regen Gebrauch machen! Der ThSV Eisenach steigt zudem ab der kommenden Saison auf ein neues modernes Ticketsystem um, das den Einzelkartenerwerb via Internet ermöglicht.

Handball-Eisenach lechzt auf eine alsbaldige Rückkehr in die 1.Liga
Was die Zielstellung betrifft, wird Kapitän Benjamin Trautvetter, ein waschechter Eisenacher, konkret: «Wir wollen keine kleinen Brötchen backen.» Alle in und um Eisenach haben so richtig Geschmack an der stärksten Liga der Welt gefunden, wollen dorthin zurück. Sportlich und wirtschaftlich scheint der ThSV Eisenach gerüstet. Wäre da nur nicht die Problematik der Heimspielstätte! «Hätten wir, egal durch welche Umstände, die Liga gehalten, wir hätten nicht ein einziges Heimspiel in Eisenach austragen können», verdeutlicht Karsten Wöhler noch einmal die höchst prekäre Situation. Die Werner-Aßmann-Halle, vor 30 Jahren als Sporthalle Katzenaue gebaut, im Jahr 1997 (nach dem damaligen Aufstieg in die 1. Liga) durch Tribünen hinter beiden Toren auf ein Fassungsvermögen von über 3.000 Zuschauern erweitert, erfüllt nicht mehr voll umfänglich den Hallenstandards der HBL. An der zweiten Längsseite, gegenüber der Haupttribüne, fehlen Zuschauerreihen. Mindestens sieben; sehen die für alle geltenden Standards vor. Über einen Kompromiss konnte der ThSV Eisenach den Großteil seiner Heimspiele in der abgelaufenen Saison in seiner Heimstätte durchführen. Eine Investition für neue Kameraplätze und verändertes Licht in Höhe von 100.000 € musste hierfür getätigt werden. Dennoch mussten zwei Heimspiele ins fränkische Coburg verlegt werden. Die Erteilung der Lizenz für die 1. Liga beinhaltet ab sofort eine den Hallenstandards voll entsprechende Spielstätte. Und genau das ist das Hauptproblem für den ThSV Eisenach!
Der Neubau einer Multifunktionshalle für Kongresse, Messen, Kultur- und Sportveranstaltungen hat sich zerschlagen. Eine Studie brachte keinen ausreichenden Bedarf für das 43.000 Einwohner zählende Eisenach. Nun focusiert sich alles auf Um- und Erweiterungsmaßnahmen an der Werner-Aßmann-Halle. Diese würden sich nach ersten Berechnungen auf etwa 5 Millionen Euro belaufen. Aufgrund struktureller Probleme hängt die Stadt Eisenach, die Trägerin der Werner-Aßmann-Halle, am Tropf des Landes, hat keinen ausgeglichenen Haushalt und darf nicht investieren. Alle Hoffnungen ruhen auf dem Land Thüringen. Das hat bereits Präzedenzfälle für andere Leistungssportarten in wesentlich höheren finanziellen Regionen geschaffen, wie in Jena und Erfurt für Fußball, in Oberhof für den Wintersport. Auch in Apolda entsteht eine völlig neue Halle. Die Stadt Eisenach und der ThSV Eisenach hoffen auf die Unterstützung des Freistaates. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht überzeugte sich bereits zwei Mal vom besonderen Eisenacher Fluidum. Ein klares Signal wird von einem Gespräch am 11.06.2014 in der Thüringer Staatskanzlei erwartet. Damit der ThSV Eisenach sportlich in den höchsten Gang schalten kann. «Die ungeklärte Situation der Spielstätte belastet uns schon», berichtet Kapitän Benjamin Trautvetter aus dem Innenleben des Teams. Das will zurück in die stärkste Liga der Welt – mit Heimspielen in Eisenach!

A-Jugend qualifizierte sich für die Nachwuchs-Bundesliga
Nach zwei vergeblichen Anläufen schaffte der ThSV Eisenach in diesem Jahr die Qualifikation für die Nachwuchs-Bundesliga. In überzeugender Manier lösten die 16- bis 18-jährigen Talente des ThSV Eisenach um das Trainergespann Christoph Jauernik/Uli Enke in mehrtägigen Qualifikationsturnieren in Glinde und Hannover-Burgdorf die begehrten Tickets. Zum Saisonhöhepunkt waren sie topfit! Mannschaftliche Geschlossenheit, ein breiter Kader und eine exzellente Abwehrarbeit als Ausgangspunkt für effizient vorgetragene Tempogegenstöße waren die ausschlaggebenden Trümpfe. Im vereinseigenen Sportinternat wohnen derzeit 23 Talente zwischen 13 und 18 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet. An Handball unter leistungssportlichen Kriterien interessierte junge Handballer sind stets herzlich willkommen!

Der Zweitbundesligakader des ThSV Eisenach für die Saison 2014/2015

Tor: Rene Villadsen, Stanilslaw Gorobtschuk, Christian Trabert, Adrian Winkler (mit
Zweitspielrecht für die HSG Go Go Hornets, MHV-Oberliga)

Linksaußen: Bjarki Elisson, Adrian Wöhler, Moritz Rahn (aus der eigenen A-Jugend
aufgerückt, mit Zweitspielrecht für die HSG Go Go Hornets)

Rückraum links: Aivis Jurdzs, Daniel Luther

Rückraum Mitte: Tomas Sklenak, Hannes Jon Jonsson, Marcel Schliedermann (Neuzugang
vom VfL Bad Schwartau), Christopher Stölzner (mit Zweitspielrecht für die
HSG Go Go Hornets)

Rückraum rechts: Girts Lilienfelds, Dener Jaanimaa, Jan Forstbauer (mit Zweitspielrecht von
der MT Melsungen)

Rechtsaußen: Nick Heinemann, Tom Seifert (vom LHC Cottbus gekommen, mit
Zweitspielrecht für die HSG Go Go Hornets)

Kreis Mitte: Benjamin Trautvetter, Nicolai Hansen, Branimir Koloper

Zum erweiterten Kader gehören die jungen Rückraumspieler Jonas Richardt (17) und Philipp Hempel (18) die überwiegend in der 2. Mannschaft zum Einsatz kommen sollen.

Foto: ©Eisenach

Frank Bode | | Quelle:

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