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 | Bildquelle: © Peter Gebhardt  / ThSV Eisenach

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Bildquelle: © Peter Gebhardt / ThSV Eisenach

Wir wollen uns bestmöglich verkaufen

ThSV Eisenach empfängt in einem ungleichen Duell am Mittwochabend mit den Rhein-Neckar-Löwen den designierten Deutschen Meister

Wenn der hochgradig abstiegsgefährdete ThSV Eisenach den designierten Deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen empfängt, dann trifft die Aussage von „David gegen Goliath“ vollkommen zu. Dieses ungleiche Duell steigt am Mittwoch, 04.05.2016 um 19.00 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle.

Wir wollen uns bestmöglich verkaufen, übt sich Eisenachs Manager Karsten Wöhler in Realismus.

Die Männer von der Wartburg haben am vergangenen Freitag wohl die letzte Ausfahrt in Richtung Ligaverbleib verpasst, unterlagen im Abstiegsduell bei der HBW Balingen-Weilstetten mit 20:27.  „Wieder zwei verschiedene Halbzeiten“, ärgerte sich Eisenachs Trainer Gennadij Chalepo. Mit drei ausgelassenen Großchancen zu Beginn der zweiten Halbzeit begann die Talfahrt. Fakt ist, der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz, den der Bergische HC  belegt, beträgt weiterhin einen einzigen Zähler. In fünf vom ThSV Eisenach noch zu absolvierenden Punktspielen sind noch 10 Zähler zu vergeben. Doch auf wen trifft das Team um Kapitän Daniel Luther noch? Da sind die drei Titelanwärter Rhein-Neckar Löwen, SG Flensburg-Handewitt und THW Kiel sowie die um einen internationalen Startplatz kämpfenden Frisch Auf Göppingen und MT Melsungen. Hammerhart!

Die Chance ist weiterhin da, wir werden alles versuchen, erklärte Kreisspieler Branimir Koloper.

Torwart Jan-Steffen Redwitz spricht von einer „verschwindend geringen Chance“. Gennadij Chalepo möchte gern noch zwei bis drei Punkte holen, denn „vielleicht reichen ja sogar 12 oder 13 Punkte zum Klassenerhalt.“ Richtig überzeugend klingt das freilich nicht. Ja, so leicht wie in diesem Jahr, mit so wenigen Pluszählern, wird der Klassenerhalt im deutschen Oberhaus wohl nicht wieder zu schaffen sein.

Deutsche Meisterschaft für die Rhein-Neckar Löwen ganz nah
Zum Auftakt des „hammerharten Restprogramms“ kommt der Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen. Am vergangenen Wochenende kehrte dieser von  seiner  9. Teilnahme am nationalen Pokal-Final-Four  zum 9. Mal ohne Pott nach Mannheim zurück. Der Focus richtete sich zweifellos auf die Deutsche Meisterschaft. Diese wurde in der jüngsten Vergangenheit nur aufgrund des geringfügig schlechteren Torverhältnisses verpasst. Wenn nicht jetzt, wann dann? Zum Abschied von Kapitän Uwe Gensheimer, der nach 10 Jahren im Löwen-Trikot zum Saisonende nach Paris wechselt, soll es endlich der ersehnte Titel werden. Die Ausgangslage ist bestens. Die Rhein-Neckar Löwen führen die Tabelle an, haben auf die SG Flensburg-Handewitt 3 und den THW Kiel 4 Punkte Vorsprung. Dreh- und Angelpunkt ist der wohl weltbeste Spielgestalter Andy Schmid, der „nebenbei“ beim 33:19-Sieg über den TBV Lemgo selbst 15 Bälle einnetzte. Internationales Top-Niveau verkörpern die Außen Uwe Gensheimer und Patrick Groetzky, die „Flügelzange“ der Nationalmannschaft. „Koloss“  Gedeon Guardiola und Hendrik  Pekeler  ergänzen sich prächtig am Kreis. Zum internationalen Starensemble gehört auch der ehemalige Eisenacher Stefan Kneer. Dessen Einsatzzeiten waren zuletzt allerdings arg limitiert. Der inzwischen 30-jährige Rückraumspieler, der mit 17 Jahren im Trikot des ThSV Eisenach sein Erstbundesligadebüt feierte, wechselt im Sommer zur HSG Wetzlar. „Am liebsten natürlich als Deutscher Meister“, betont der zweifache Familienvater.  „Zweifellos ein Vorteil, die Mannschaft ist im Kern seit 4 bis 5 Jahren zusammen“, argumentiert Stefan Kneer pro Deutsche Meisterschaft. Zur Partie in Eisenach:

Wir sind der klare Favorit. Wir wollen und müssen gewinnen, um unser Ziel zu erreichen. Im Vorjahr haben wir bei sogenannten Kleinen gepatzt, beispielsweise in Erlangen verloren. Es sind noch 6 Spiele bis zum Titel! Wenn wir unsere Leistung auf dem Parkett abrufen, dürfte es keinen Zweifel am Spielausgang geben. Wir wissen, für den ThSV Eisenach geht es um den Klassenerhalt, sicherlich voll besetzte Zuschauerränge werden für das Aßmann-Hallen-Fluidum sorgen. Wir müssen von Beginn den Kampf annehmen. Und das werden wir tun.

Das ganze Gegenteil beim Ex-Verein von Stefan Kneer, dem ThSV Eisenach. Nach dem Aufstieg im Sommer des Vorjahres wurde personell umgekrempelt. Letztendlich standen 9 Abgängen 9 Neuzugänge gegenüber. Aus diesem erstbundesligaunerfahrenen 9-Nationen-Team kurzfristig eine Mannschaft zu formen, die den Klassenerhalt in der stärksten Liga der Welt bewerkstelligen kann, gelang selbst dem erfahrenen „Kulttrainer“ Velimir Petkovic nicht. Die Verantwortlichen beim ThSV Eisenach versuchten es vor knapp 8 Wochen mit einem Trainerwechsel. Gennadij Chalepo, ein ganz anderer Trainertyp, stellt sich dieser schier unlösbaren Aufgabe. Nach einem 23:21-Sieg beim TuS Nettelstedt-Lübbecke kehrte die Hoffnung zum Traditionsverein zurück. Fortschritte im Spiel waren zudem zu erkennen. Um der Hoffnung  neue Nahrung zu verleihen, hätte es Zählbarem im Abstiegsderby bei den „Galliern von der Alb“, einer im Abstiegskampf gestählten Mannschaft bedurft.

Gelingt Eisenach Schadensbegrenzung?
Am Mittwochabend geht es gegen die Rhein-Neckar Löwen wohl nur um Schadensbegrenzung. Eine Niederlage im einstelligen Bereich würde dem wohl entsprechen. Karsten Wöhler weiß freilich, dass auch die Tordifferenz beim Titelkampf entscheidend sein könnte. Beim ThSV Eisenach kann eventuell der lange verletzt gewesene linke Rückraumspieler Azat Valilullin dosiert mitwirken. „Nach so langer Pause sollten wir jedoch nicht gar zu viel erwarten“, nimmt Gennadij Chalepo von dem 2,04-Meter-Mann den Druck. Ansonsten steht ihm der komplette Kader zur Verfügung. Da nur 14 Spieler mitwirken können, sind wohl zwei Akteure letztendlich zum Zuschauen gezwungen.

Eintrittskarten noch an der Tageskasse
Für den, der die Topstars der Rhein-Neckar Löwen am Mittwochabend live vor Ort erleben will, bietet sich noch die Möglichkeit. Wie Karsten Wöhler informierte, sind Eintrittskarten am Spieltag an der Tageskasse erhältlich. Tickets können aber auch vorab über das Ticket-Center unter  www.thsv-eisenach.de, in der ThSV-Geschäftsstelle und in allen Pressehäusern der Mediengruppe Thüringen erworben werden.

Andrea T. | | Quelle:

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