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Zuhause einfach eine Macht!

«Der Kantersieg entsprach den Kräfteverhältnissen», räumte Konrad Bansa, der Coach der HSG FrankfurtRheinMain, ein. Der ThSV Eisenach hat erneut seine Heimstärke eindrucksvoll nachgewiesen, sprühte vor Spielfreude und demontierte die HSG FrankfurtRheinMain mit 36:19 (17:10).
Im zehnten Heimspiel verbuchte der ThSV Eisenach den achten Doppelpunktgewinn. «Die Qualität, die wir zuhause zeigen, müssen wir endlich auch auswärts abrufen, denn die Gesamtbilanz ist derzeit unbefriedigend», stellte Eisenachs Coach Adalsteinn Eyjolfsson klar. Mit dem Erfolg über die Hessen schob sich der ThSV Eisenach wieder auf Platz 9 vor, der zum Saisonende die Qualifikation für die neue eingleisige 2. Handballbundesliga bedeutet. Die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsresultaten muss allerdings abgebaut werden, wollen die Thüringer nicht bis zur Ziellinie bangen.
Zu groß der personelle Aderlass seit dem Sommer und die Verletztenliste auf Seiten der Hessen, die sehnsüchtig auf die Rückkehr des noch verletzten Ex-Nationalspielers Steffen Weber warten. «Seine Hand ist noch nicht belastbar», berichtete HSG-Trainer Konrad Bansa «Mit durchaus namhafterer Besetzung hatten wir ja bereits das Hinspiel gegen Eisenach klar verloren», warf Konrad Bansa einen Blick zurück, der mit seiner unerfahrenen jungen Mannschaft vor ganz schweren Wochen und Monaten steht. Ein kleiner Lichtblick insbesondere im Schlussabschnitt, der vom Trägerverein SG Wallau gekommene Rückraumspieler Marlon Schwarz. Eine gute Gesamtnote nach der Partie in Eisenach verteilte der HSG-Coach lediglich an Alexander Hein.
«Leidenschaft und Disziplin, sehr professionelles Auftreten aller Akteure beim Umsetzen unseres Konzeptes», bezeichnete Adalsteinn Eyjolfsson als die Haupttugenden am Samstagabend. Über 1350 Zuschauer, darunter die deutsche Handballauswahl der Special Olympics für die Weltspiele Athen 2011, waren Zeuge einer von den Gastgebern klar dominierten Partie. Zu bescheiden die handballerischen Zutaten der Gäste, die nur zu Magerkost reichte. Auch Regisseur Benedikt Seeger hatte keine Würze bei der Hand. Die Wartburgstädter überzeugten als von ihrem Trainer vorzüglich gestimmtes Orchester, mit einer wichtigen Umbesetzung, Daniel Luther in der Offensive im linken Rückraum, sowie einem Dirigenten Alexander Koke in Höchstform. Rückraumspieler Tomas Sklenak, der tschechische Nationalspieler, zuletzt nicht der große Aktivposten, verfolgte bis zur Schlussviertelstunde das Geschehen von der Bank.
Die Eisenacher machten rasch Nägel mit Köpfen, eroberten in der Abwehr zahlreiche Bälle (Kaluzinski), starteten zu Tempogegenstößen vom 3:4 (7.) zum 11:4 (16.) durch, vornehmlich über Linksaußen (Wöhler) und die Kreismitte (Trautvetter) abgeschlossen. Daniel Luther demonstrierte eindrucksvoll seine Wurfqualitäten, schmetterte zum 17:9 (28.) ein. Der «Rest» war Schaulaufen mit manch Delikatesse wie dem Kempa-Treffer im Zusammenspiel zwischen Alexander Koke und «Flieger» Adrian Wöhler zum 22:11 (39.). «Ein sehr variables Angriffsspiel mit unseren Aufbauspielern als Vorlagengebern», freute sich ThSV-Coach Adalsteinn Eyjolfsson insbesondere über die zweite Halbzeit und zollte Eryk Kaluzinski als Vorbereiter ein Sonderlob. Dieser, zuletzt beim eigenen Torwurf mit Ladehemmung, schmetterte per Dreierpack zum 30:15 (49.) ein.

Binnen neun Minuten alles geklärt
Der Auftakt ließ die Gäste hoffen. Regisseur Benedikt Seeger traf über links zum 3:4 (7.). In der Besetzung mit Adrian Wöhler auf Links- und Nick Heinemann auf Rechtsaußen, Daniel Luther im linken und Girts Lilienfelds im rechten Rückraum, Alexander Koke auf der mittleren Aufbauposition, Kapitän Benjamin Trautvetter am Kreis und Radek Musil im Tor übernahmen die Gastgeber klar die Vorherrschaft. Nach einer Ballstafette netzte Daniel Luther zum 5:4 (9.) ein. Die Eisenacher eroberten sich das Leder aus den Gästereihen und dann ging es ganz schnell, zu schnell für die Hessen. Adrian Wöhler verwertete die Steilvorlagen über Linksaußen, versenkte ein Kaluzinski-Zuspiel zum 10:4 (15.), nutzte seine enorme Sprungkraft zum 11:4 (16.). Geschickt schufen die Eisenacher mit ballverlagernden Aktionen beste Einwurfmöglichkeiten. Benjamin Trautvetter traf vom Kreis zum 14:6 (23.). Adrian Wöhler erhielt nach sechs Treffern eine Verschnaufpause. «Nachfolger» Alexander Schiffner vermochte die sich ihm bietenden Chancen nicht zu nutzen. Zu hausbacken agierten die Gäste, von der Vorherrschaft der Hausherren sichtlich konsterniert. Ein Bodenpass von Alexander Koke verwerte Daniel Luther zum 16:8 (25.).
Nach dem Seitenwechsel durfte Eryk Kaluzinski auch im Angriff ran. Zunächst zögerte Frankfurts Schlussmann Thomas Bauer die 10-Tore-Führung der Eisenacher noch etwas hinaus. Doch dann traf Benjamin Trautvetter mit seinem achten Treffer zum 21:11 (37.). Den Gästen schwante nichts Gutes! Nick Heinemann bediente Daniel Luther zum 23:11 (39.). Dann mogelte sich Daniel Luther an den Kreis, bekam das Leder maßgerecht zum 25:14 (43.) serviert. Dann war Eryk Kaluzinski zunächst der Vorlagengeber für Nick Heinemann zu dessen Treffer zum 27:15 (45.), dann erinnerte der Schwarzschopf daran, dass er vor einigen Jahren im Trikot der TSG Münster (einem Trägerverein der HSG Frankfurt) die Torjägerkrone der Liga eroberte, schmetterte drei Bälle zum 30:15 (49.) ein.

Adams-Einstand gleich mit Torerfolg
Die Eisenacher wechselten durch. Stanislaw Gorobtschuk löste den guten Radek Musil (14 Paraden) im ThSV-Kasten ab. Tomas Sklenak streifte sich die Trainingsjacke ab und übernahm die Rolle des Spielgestalters. Neuzugang Roel Adams (von Drittligist SVH Kassel) kam zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz im Eisenacher Trikot, zunächst in der Abwehr und dann auch im Angriff. Er durfte sich auch gleich über seinen ersten Treffer zum 34:19 (58.) freuen. Da ThSV-Keeper Stanilsaw Gorobtschuk noch einen Siebenmeter abwehrte (59, gegen Schwarz) kamen die Gäste nicht zu ihrem 20.Treffer. Sie sehnten ohnehin die Schlusssirene herbei. Tomas Sklenak und Daniel Luther (mit seinem neunten Treffer) erhöhten jedoch für den ThSV Eisenach noch auf 36:19 (60.). Erst dann ertönte das für die Gäste erlösende Signal.

Statistik
ThSV Eisenach: Musil, Gorobtschuk (ab 47.); Trautvetter (8), Sklenak (1), Wöhler (8), Koke (3/2), Luther (9), Bitterlich, Kaluzinski (3), Adams (1), Schiffner, Langhans, Heinemann (1), Lilienfelds (2)

HSG FrankfurtRheinMain: Bauer, van de Mortel (ab 44.); Mayr (1), Friemann, Seeger (4/2), Wicklein (2), Wolf, Kraushaar, Schwarz (3/1), Hein (3), Schröder (3), Botzenhardt (3)

Siebenmeter: Eisenach 3/2; Frankfurt 4/3

Zeitstrafen: Eisenach 4 x 2 Min./ Frankfurt 4 x 2 Min.

Rainer Beichler | | Quelle:

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