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Zunächst zu viel Respekt vor dem Erstbundesligisten

Mit den Füchsen Berlin erlebte die Werner-Aßmann-Halle mal wieder Erstbundesligaflair. Die zum Spitzenclub gemauserten Hauptstädter, derzeit Platz 2 in der Beletage des deutschen Handballs, bestimmten auch ohne ihre zur Weltmeisterschaft in Schweden weilenden Akteure das Testspiel beim Zweitbundesligisten. Die Schützlinge von Trainer Dagur Sigurdsson bestraften jeden noch so kleinen Schnitzer, noch so kleine Unzulänglichkeit der Gastgeber mit präzise vorgetragenen und abgeschlossenen Tempogegenstößen zum 26:35 (12:20)-Endstand. «Ein absolutes Spitzenteam auch ohne WM-Teilnehmer» unterstrich ThSV-Marketing-Geschäftsführer Karsten Wöhler

Im ersten Abschnitt agierten die ohne die verletzten Nick Heinemann und Daniel Luther aufgelaufenen Eisenacher zu respektvoll, ja zu ängstlich. Der Deckungsinnenblock der Berliner mit Torsten Lain, Denis Spoljaric und Michal Kubisztal, Faustpfand für die Erfolge im Punktspielalltag der 1. Liga, kam kaum in Nöten.
Was dennoch in Richtung Füchse-Gehäuse kam, wurde eine Beute des erfahrenen Keepers Peter Stochl, der in Abwesenheit von WM-Teilnehmer Silvio Heinevetter die Chance nutzte, sich nachhaltig ins Gespräch zu bringen. Er fütterte mit präzisen Steilvorlagen seine Gegenstoßspezialisten, wie beim Treffer zum 2:6 durch Johannes Sellin (7.). «Peter Stochl stellte seine Klasse unter Beweis», anerkannte Karsten Wöhler die Leistung des Schlussmannes.
Blitzschnell schalteten die Berliner von Abwehr auf Angriff um. Eisenachs Tomas Sklenak, vornehmlich im linken Rückraum aufgeboten, versuchte sich durchzusetzen, lochte zum 6:10 ein (13.). Er bediente seinen Landsmann Petr Hruby, der vom Kreis den guten Peter Stochl zum 7:12 überwand (17.). Doch oft war beim 34-jährigen Berliner Torhüter Endstation, der in allen Duellen mit Girts Lilienfelds Sieger blieb. Unbekümmert trumpfte auf Seiten der Eisenacher der junge Philipp Lindner auf, der per Tempogegenstoß zum 8:14 (20.) und wenig später ebenso kaltschnäuzig von Rechtsaußen zum 10:16 (24.) einnetzte.
Die Berliner nutzten weiterhin jede Gelegenheit zum Tempogegenstoß, aber auch Freiräume im Eisenacher Abwehrverband, um durch Markus Richwien und Michal Kubisztal (insgesamt 10 Treffer) zur Halbzeitpause bis auf 12:20 zu enteilen.

Die Eisenacher ließen zur Halbzeitpause ihren Respekt in der Kabine, trumpften nun in Abwehr und Angriff couragiert auf, bekamen zusätzliche Motivation durch gelungene Paraden ihres Torhüters Radek Musil. In der für ihn typischen Art und Weise marschierte Tomas Sklenak in Richtung Berliner Gehäuse, traf mit verzögertem Wurf zum 14:21 (34.). Nun traute sich auch Gabor Langhans, im Sommer des Vorjahres von den Füchsen Berlin ins Thüringische gewechselt, gegen seine einstigen Kollegen einiges zu, verkürzte im Doppelpack auf 16:21 (36.).
Das ließ die Berliner Verantwortlichen zur grünen Karte greifen. Die Initiative verblieb aber auf Seiten des ThSV Eisenach. Alexander Koke forcierte auf der Regieposition das Tempo, zog selbst gekonnt zum 18:23 (41.) ab. ThSV-Linksaußen Adrian Wöhler hatte mit einem Heber zum 19:23 Erfolg (43.). Tomas Sklenak luchste den Hauptstädtern das Leder ab und vollendete zum 21:24 (44.), auch sehr zur Freude der knapp 500-köpfigen Kulisse. Eine Überzahlsituation ausnutzend, Adrian Wöhler auf Linksaußen in Wurfposition bringend, entsprang der Treffer zum 22:25 (46.). Peter Stochl räumte seinen Platz im Berliner Kasten für Patrick Ziebert, der sogleich per Fußabwehr im Siebenmeterduell mit Eisenachs Alexander Koke Sieger blieb (48.), das Signal zur Schlussoffensive seines Teams. Die Berliner bestraften jeden Patzer der Eisenacher nun gnadenlos. Michal Kubisztal «bedankte» sich für einen Ballverlust von Gabor Langhans mit dem Treffer zum 23:31 (54.). Eine Augenweide Eisenachs Treffer zum 24:31, als Alexander Koke den am Kreis auftauchenden Rückraumspieler Eryk Kaluzinski das Leder maßgerecht servierte (55.). Dann lief das Konterspiel der Berliner auf Hochtouren, zum 25:35 durch Alexander Voss (59.).
Pech für die Eisenacher, Bälle von Eryk Kaluzinski und Tomas Sklenak landeten am Holz. Mit seinem siebenten Treffer zeichnete sich Tomas Sklenak dann für den 26:35-Endstand verantwortlich. «Der Sieg für den Erstbundesligisten geht natürlich in Ordnung. In einem Testspiel kommt dem Ergebnis allerdings eine untergeordnete Rolle zu. Beide Teams haben dem Charakter des Aufeinandertreffens nach auch vielfach probiert und natürlich nicht mit letzter Konsequenz und nicht dem letzten Biss agiert», bilanzierte Karsten Wöhler, der über die Zuschauerresonanz erfreut war.

Vor dem Anpfiff des Testspieles gedachten beide Mannschaften und die Zuschauer des verstorbenen ThSV-Ehrenmitgliedes Dieter Illert, Mittelläufer der Eisenacher Meistermannschaft des Jahres 1958, mit einer Schweigeminute.

Statistik

ThSV Eisenach: Gorobtschuk, Musil, Trautvetter (2), Sklenak (7), Wöhler (3), Lindner (2), Koke (5/2), Bitterlich, Kaluzinski (3), Hruby (2), Adams, Schiffner, Langhans (3), Lilienfelds

Füchse Berlin: Stochl, Ziebert (ab 43.); Löffler (2), Laen (6), Spoljaric (2), Kubisztal (10/1), Richwien (3), Voss (3), Böhm (3/1), Bernhorn, Sellin (6), Rindeyle

Siebenmeter: ThSV 3/2 – Füchse 1/1

Zeitstrafen: ThSV 3 x 2 Min. – Füchse 2 x 2 Min.

Gedenkminute
Gedenkminute

Rainer Beichler | | Quelle:

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