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26. Thüringer Landesjägertag

Staatssekretär Dr. Sühl: Wir brauchen die Jäger zum Erhalt unserer Thüringer Kulturlandschaft

Wir brauchen in Thüringen das Engagement der Jäger zum Erhalt unserer vom Menschen geformten Kulturlandschaft. Die Jagd soll sich dabei an ökologischen und wildbiologischen Grundsätzen orientieren. Der Wildbestand muss sich an der Winter-Äsungskapazität des Lebensraumes ausrichten. Um den neuesten Erkenntnissen der Jagdpraxis und dem Tierschutz gerecht zu werden, überprüfen wir gerade gemeinsam mit Jagd- und Naturschutzverbänden das Thüringer Jagdgesetz in einem offenen Diskussionsprozess, sagte heute der Staatssekretär für Infrastruktur und Landwirtschaft, Dr. Klaus Sühl, beim 26. Landesjägertag der Landesjagdverbandes Thüringen e.V. in Walldorf bei Meiningen.

Das zentrale jagdpolitische Vorhaben der rot-rot-grünen Landesregierung in dieser Legislaturperiode ist der in der Koalitionsvereinbarung verankerte offene Diskussionsprozess zum Thüringer Jagdgesetz. Die Jagd soll sich dabei an ökologischen und wildbiologischen Grundsätzen orientieren. Ferner soll den neuesten Erkenntnissen der Jagdpraxis und dem Tierschutz bei der Jagdausübung Rechnung getragen werden. Der Wildbestand wird an der Winter-Äsungskapazität des Lebensraums ausgerichtet. Alle Verbände und Institutionen, die Interesse an der Jagd haben, werden in den Dialogprozess eingebunden, der am 11. November 2015 im Landtag eröffnet wurde. Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen damals an der Veranstaltung teil. Alle Akteure konnten bis zum 31. Januar 2016 Änderungsvorschläge oder Stellungnahmen abgeben. Insgesamt sind 22 Stellungnahmen eingegangen, die das zuständige Fachreferat erfasst und ausgewertet hat.

Für folgende Änderungen am Jagdgesetz besteht unter den Beteiligten weitgehender Konsens:
• Zulassung von Schalldämpfern bei der Jagdausübung
• Abschaffung der behördlichen Abschussplanung für Rehwild
• Abschaffung des Abschusses von Wild nach Güteklassen Güteklassen: Der Abschuss orientiert sich an der Trophäe des männlichen Wildes und Einführung des Altersklassenabschusses
• Einführung eines Schießnachweises für Gemeinschaftsjagden
• Einführung einer Regel für die Duldung überjagender Überjagen: Jagen über eine Reviergrenze, über den zu bejagenden Bezirk hinaus. Hunde bei Drückjagden Drückjagd: Durch Treiber oder Jagdhunde wird das Wild auf die Jäger zugetrieben

Bei folgenden Themen besteht zwischen den Verbänden noch Gesprächs- und Diskussionsbedarf:
• Umgang mit wildernden Hunden
• Ausübung der Fang-, Bau- und Beizjagd spezielle Jagdarten: mit Fanggeräten (Tierfallen) / Stellen der Jagdtiere (Dachs, Fuchs, u.a.) in ihrem Bau durch Jagdhunde / Falknerei (Jagd mit Greifvögeln)
• Wildfütterung und Kirrung Kirrung: Lockfütterung zum Anlocken und zur leichteren Bejagung der Tiere
• Liste der dem Jagdrecht unterliegenden Wildarten
• Ausbildung von Jagdhunden am lebenden Wild
• Pflichtmitgliedschaft in Hegegemeinschaften
• Pflicht zur Teilnahme an Trophäenschauen
• Jagdzeiten
• Jagd auf Prädatoren Beutegreifer, Raubtiere.

Der Diskussionsprozess zum Thüringer Jagdgesetz ist bei den beteiligten Institutionen und Verbänden überwiegend positiv aufgenommen worden. Die Themenkreise „Jagdpraxis“ und „Tier- und Artenschutz“ sollen jetzt in einer Arbeitsgruppe diskutiert werden. Dabei stehen Themen wie die Abschaffung des Rehwildabschussplans, die Einführung des Altersklassenabschusses beim Hochwild, die Ausübung der Fang- und Baujagd oder die Beibehaltung der Winterfütterung im Fokus. Neben den Grundeigentümer- und Nutzerverbänden sollen auch der BUND, der NABU, die Landestierärztekammer und der Landestierschutzverband der Arbeitsgruppe angehören. Beginn der Arbeitsgruppensitzung ist am 19. Mai 2016.

Nachdem die Auftaktveranstaltung im November sachlich und professionell verlaufen ist, bin ich mir sicher, dass wir bei den weiteren Beratungen im Mai zu guten Kompromissen kommen werden, so Staatssekretär Dr. Sühl weiter.

Güteklassen: Der Abschuss orientiert sich an der Trophäe des männlichen Wildes
2 Überjagen: Jagen über eine Reviergrenze, über den zu bejagenden Bezirk hinaus.
3 Drückjagd: Durch Treiber oder Jagdhunde wird das Wild auf die Jäger zugetrieben
4 spezielle Jagdarten: mit Fanggeräten (Tierfallen) / Stellen der Jagdtiere (Dachs, Fuchs, u.a.) in ihrem Bau durch Jagdhunde / Falknerei (Jagd mit Greifvögeln)
5 Kirrung: Lockfütterung zum Anlocken und zur leichteren Bejagung der Tiere
6 Beutegreifer, Raubtiere

Andrea T. | | Quelle:

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  • Felix Berg

    Obiges ist ein Horrorszenario und hat mit Jagd absolut nichts zu tun. Anfüttern z.B , auch düsen die Jäger alle 2 Stunden im Wechsel mit ihren Fahrzeugen quer durch´s Unterholz um dem Wild ja keine Ruhe zu gönnen. Nun auch noch Schalldämpfer bei Gewehren. Mit Pfeil und Bogen zu Fuß auf die Jagt, dann würden es endlich auch 90 Jährige aufgeben blind durch die Gegend zu ballern.

    • vigilando ascendimus

      Ich hab noch keinen Jäger mit Fahrzeug durchs Unterholz fahren sehen. Die fahren naximal auf Waldwegen. Durchs Holz und Unterholz fahren nur rücksichtslose Motorradfahrer auf lauten Crossmaschinen. Hier sollte man den Jägern im Rahmen des Jagdschutzes das Recht zum Handeln geben.

      • Stadtbewohner

        Jagd ist in gewissem Umfang richtig und wichtig. Aber sie muss im Sinne der Wildhege verantwortungsvoll durchgeführt werden und darf nicht zu einer reinen Trophäenagd verkommen.

  • Christian

    Jagd ist leider nichts anderes, als ein Wirtschaftszweig der Forstwirtschaft und hat genauso viel mit Naturschutz zu tun, wie die zu schützenden Baum-Monokulturen mit Natur.
    Die heimischen „Wild“-Tiere sind jedoch nicht zu beneiden. Auch wenn sich, aufgrund der kultivierten Landschaft, viele Nahrungsangebote auftun, was hohe Geburtenraten sichert, so ist der Lebensraum minimiert und stark gestört. Rückzugsräume fehlen oft gänzlich. Die Tiere können einem eigentlich nur Leid tun.

    • vigilando ascendimus

      Seid froh, dass es in unsere Region noch einheimisch Jäger gibt! So wie man ihnen insbsondere in Eisenach das Leben schwer macht, braucht man sich nicht wundern, das viele keine Lust zum Jagen haben.

      Ich wünsche den Städtern und verstädterten Dörflern dann viel Spaß mit Wildschweinen, Waschbären und anderen Wildtieren in Gärten, an Mülltonnen und an anderen Plätzen.

      Christian, woher haben Sie Ihre These, Jagd sei nur ein Wirtschaftszweig der Forstwirtschaft? Ich empfehle Ihnen, sich einmal von Land- und Forstwirten sowie von Jägern über das wirkliche Leben in der Natur informieren zu lassen.

      Was ist eine Trophäe schon gegen ein schönes Stück Wildbret. Da die Jäger nicht alles selbst verspeisen, haben wir auch ab und zu etwas davon.

      Mach ihr in der Stadt derweil euern Vegiday.

      • Christian

        „Das Wildschadensersatzrecht ist derzeit in den §§ 29 ff. Bundesjagdgesetz (BJagdG)[3] normiert. Hiernach hat die Jagdgenossenschaft den durch Schalenwild, Wildkaninchen oder Fasanen verursachten Schaden an einem Grundstück, das zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehört oder einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk angegliedert ist, zu ersetzen.“ Quelle: Wikipedia (geprüft)

        Ich bin zudem Waldbesitzer und zähle einige Jäger in meinem Bekanntenkreis. Das Thema ist mir also wohl vertraut.
        Fraglich ist für mich, wie mich Land- und Forstwirten sowie Jäger über das wirkliche Leben in der Natur informieren lassen soll? Was ist für Sie denn bitte Natur?
        Landwirte informieren mich darüber, wie am besten alle Tier und Pflanzenarten, die unerlaubt das Feld betreten, eliminiert werden können, Forstwirte erzählen mir von Zieldurchmessern und benötigten Quadratmetern der einzelnen Baumarten und Jäger schwärmen über ihre Waffen und Trophäen.

        Aber es stimmt schon, ohne Jagd geht es nicht, nur sollte man aufhören, dieses immer als „natürlich“ und „wichtig für den Naturschutz“ zu stilisieren. Aufgrund von fehlenden Raubtieren, zu hohem Nahrungsangebot und aus waldwirtschaftlichem Interesse ist Jagd notwendig, aus Naturschutzgründen bestimmt nicht.

        • vigilando ascendimus

          Dass Sie als Waldbesitzer der Jagdgenosse sind, und somit zu den Originärzahlungspflichtigen gehören, wissen sie schon? Glücklicherweise übertragen die Jagdgenossenschaften (Eigentümergemeischaften) diese Ersatzpflicht i.d.R. mit dem Pachtvertrag auf die Jagdpächter (Waidgenossen). Was aber, wenn kein Jäger die Jagd pachten will?

          Ein Jäger ist mir im heimischen Wald allemal lieber als Raubtiere wie Wolf, Bär und Co. Die können sich getrost in Russland austoben.

          Wenn man der Wildnis mehr Raum lassen wollte, müsste man sich über den Bevölkerungsrückgang in Thüringen doch richtig freuen! Eigentlich bräuchten wir noch mehr neue Biotope, wie das Eisenacher „Tor zur Stadt!“ ;-) oder?

          Aber jetzt im Ernst. Der Zeitgeist hat den romantischen Helden (50er Jahre) zum trophäenheischenden Tiermörder stilisiert. Diese Stigmatisierung ist doch einfach lachhaft.

          Wer meint, Tiere sollen nicht der menschlichen Ernährung wegen getötet werden, sollten dan auch konseqenterweise nur Gemüse essen, sie sollen dann den anderen aber nicht ihre Lebensweisen und -ansichten moralisierend aufdiktieren.

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