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Anteil der Einpersonenhaushalte erstmals über 40 Prozent – Trend zu kleineren Haushalten hält weiter an

Die Anzahl der Singlehaushalte im Jahr 2015 steigt weiter an. So lebten im letzten Jahr 454 Tausend Personen allein. Die im Rahmen des jährlichen Mikrozensus(1) ermittelten Ergebnisse belegen, dass somit der Anteil der Einpersonenhaushalte auf mehr als 40 Prozent gestiegen ist. Am geringsten war ihr Anteil in den Landkreisen Weimarer Land (31 Prozent) und Eichsfeld (33 Prozent), während in den kreisfreien Städten Weimar, Jena und Suhl bereits die Hälfte aller Haushalte oder mehr nur noch aus einer Person bestand.

1991 lag die Anzahl der Singlehaushalte in Thüringen noch bei 25 Prozent bzw. 260 Tausend Haushalten. Seitdem nahm die durchschnittliche Haushaltsgröße von 2,45 Personen im Jahr 1991 auf 1,92 Personen im vergangenen Jahr ab.

Der Trend zu kleineren Haushalten hält weiter an, so der Präsident des Thüringer Landesamtes für Statistik, Günter Krombholz.

Insgesamt gab es 2015 in Thüringen 1,1 Millionen Haushalte, in denen 2,2 Millionen Menschen lebten. Die Mehrzahl der Thüringer (79 Prozent bzw. 1.688 Tausend Personen) lebte jedoch auch 2015 in Mehrpersonenhaushalten, wobei es sich hierbei zu fast zwei Dritteln um Zweipersonenhaushalte handelte. Sie machten 38 Prozent aller Thüringer Haushalte aus. Der Anteil der Haushalte mit 5 und mehr Personen lag 2015 nur noch bei 2 Prozent.

Zu den Mehrpersonenhaushalten zählen auch die Familien(2). Diese werden im Mikrozensus als Eltern-Kind-Gemeinschaften definiert, bei denen mindestens ein lediges Kind im Haushalt lebt (unabhängig vom Alter des Kindes). 2015 gab es in Thüringen 283 Tausend Familien, in denen zu 70 Prozent minderjährige Kinder unter 18 Jahren lebten. Somit zählte ein Viertel aller Thüringer Haushalte zu den Familien. In den Landkreisen Eichsfeld und Weimarer Land war ihr Anteil überdurchschnittlich hoch, in den kreisfreien Städten Weimar und Jena sowie im Altenburger Land galten hingegen weniger als 20 Prozent aller Haushalte als Familien.

Im Ergebnis des starken Geburtenrückgangs zu Beginn der 1990er Jahre sank die Zahl der Familien mit minderjährigen Kindern seit 1991 von 374 Tausend Familien kontinuierlich bis 2010 auf ein Minimum von 192 Tausend Haushalten. Seit 2013 ist ihre Zahl annähernd stabil bei ca. 200 Tausend Haushalten mit unter 18-jährigen Kindern. Von den 199 Tausend Familienhaushalten des Jahres 2015 lebte die Mehrzahl (53 Prozent) als Ehepaar mit minderjährigem/n Kind(ern) zusammen. Alleinerziehende machen inzwischen 27 Prozent aller Familien aus, nichteheliche und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften 21 Prozent. Somit haben sich die Relationen weiter zu Lasten der Ehepaare verschoben, die vor zehn Jahren noch über 60 Prozent aller Familien mit minderjährigen Kindern stellten.

Betrachtet man alle Familien mit ledigen Kindern unabhängig von deren Alter, hatte 2015 die durchschnittliche Thüringer Familie 3,2 Familienmitglieder. In den Familien lebten insgesamt 420 Tausend ledige Kinder, davon 304 Tausend unter 18 Jahre.

Weiterführende Informationen zu Haushalten und Familien können Sie den Statistischen Berichten „Haushalt und Familie in Thüringen 2015 – Ergebnis des Mikrozensus“ (Bestellnummer 01 107) und „Bevölkerung, Erwerbstätigkeit, Haushalt und Familie in Thüringen nach Kreisen 2015 – Ergebnis des Mikrozensus“ (Bestellnummer 01 110) entnehmen. Die Berichte stehen zum kostenlosen Download unter www.statistik.thueringen.de unter Veröffentlichungen zur Verfügung.

1) Der Mikrozensus ist eine repräsentative Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Das sind in Thüringen über das Jahr verteilt rund 10 000 Haushalte. Die Auswahl der Haushalte erfolgt nach einem mathematisch-statistischen Zufallsverfahren. Erfasst wird eine Vielzahl von Merkmalen zur Bestimmung der Bevölkerungs-, Haushalts- und Familienstruktur, zum Arbeitsmarkt sowie zur sozialen und wirtschaftlichen Lage. Um aus den erhobenen Daten Aussagen über die Gesamtbevölkerung ziehen zu können, müssen die Daten entsprechend hochgerechnet werden. Die Ergebnisse werden stets auf volle Tausend gerundet ausgewiesen.

2) Zu den Familien gehören Ehepaare mit Kindern, nichteheliche Lebensgemeinschaften mit Kindern, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit Kindern und Alleinerziehende mit Kindern.

Andrea T. | | Quelle:

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