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Bühnenverein erstellt Gutachten Weimar-Erfurt

Über weitere Schritte zur Sicherung der Zukunft des Theaters in Erfurt und des Deutschen Nationaltheaters in Weimar soll der Deutsche Bühnenverein e.V. in Köln ein Gutachten erstellen. Dies wird das Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Auftrag gegeben. Der Geschäftsführende Direktor des Bühnenvereins, Rolf Bolwin, wird gemeinsam mit anderen Fachleuten das Gutachten erstellen.

Dies ist ein Ergebnis intensiver Beratungen der Thüringer Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Prof. Dr. Dagmar Schipanski, und Verantwortlicher beider Städte. Die Beauftragung des Bühnenvereins erfolgt mit ausdrücklichem Einverständnis der beiden Oberbürgermeister, Manfred O. Ruge und Dr. Volkhardt Germer.

Das Gutachten soll Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit beider Theater unter verschiedenen künstlerischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen prüfen. Ziel ist dabei, Wege aufzuzeigen, wie mit den vorhandenen Zuschüssen von Land und Kommunen – insgesamt rund 75 Millionen Mark – qualitativ hochwertiges Theater in allen Sparten an beiden Spielorten gesichert werden kann.

Schipanski: «Gemeinsam mit allen Beteiligten in beiden Städten sucht die Landesregierung nach einer zukunftsfähigen Lösung, die künstlerisch sinnvoll, logistisch machbar, arbeitsrechtlich vertretbar und gleichzeitig langfristig finanzierbar ist. Sowohl der Freistaat als auch die beiden Städte sind an der Grenze des finanziell Machbaren angekommen. Eine weitere Steigerung der Zuschüsse ist nicht möglich. Wir müssen daher unsere Kräfte bündeln, denn wir wollen weiterhin qualitativ hochwertiges Theater an beiden Spielorten in allen Sparten sichern. Ich bin froh, dass ich aus beiden Städten deutliche Signale habe, dass diese Einsicht wächst und man bereit ist, aufeinander zuzugehen.»

Für das Theater in Erfurt zahlt der Freistaat zur Zeit einen Zuschuss von 12,6 Millionen und die Stadt Erfurt 24,5 Millionen Mark. In das Deutsche Nationaltheater Weimar fließen 31 Millionen von Seiten des Freistaats und 6,3 Millionen Mark von Seiten der Stadt. Wenn alles so bleibt, steigt in beiden Theatern in den nächsten Jahren der Finanzbedarf um weitere 10 Millionen Mark. Da die Zuschüsse nicht mehr steigerbar sind, ist eine Strukturveränderung unausweichlich.

Der 1846 gegründete Deutsche Bühnenverein ist der Interessenverband der deutschen Theater und ihrer künstlerischen Leiter (Intendanten) sowie der Kulturorchester. Seine Mitglieder sind die Rechtsträger von zur Zeit 30 Staatstheatern, 91 Stadttheatern und 25 Landesbühnen sowie von 34 selbständigen Sinfonieorchestern, des weiteren gibt es 66 Privattheater, die Rundfunkanstalten (ARD und ZDF) als außerordentliche und 125 Intendanten oder Direktoren als persönliche Mitglieder.

Rainer Beichler |

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