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„Clean Rooms“ mit wachsender Bedeutung in Industrie und Medizin

Thüringens Wirtschaftsminister Franz Schuster hat heute im Erfurter Bildungszentrum für berufsbezogene Aus- und Weiterbildung (BAW) den ersten Reinraum für Ausbildungszwecke in Thüringen zur Nutzung freigegeben. «Thüringen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Hochtechnologie-Standort entwickelt», sagte der Minister. Um diese Position weiter auszubauen, brauche man qualifizierte Facharbeiter und Ingenieure: «Tätigkeiten unter Reinraum-Bedingungen werden für viele von ihnen zum Arbeitsalltag gehören.»

Der heute übergebene Reinraum dient der Aus- und Weiterbildung in den Bereichen Elektronik, Optik, Feinwerk- und Werkstofftechnik. In seinem Inneren herrschen besondere klimatische Bedingungen. Die Umgebungsluft ist partikelarm. Das ist deshalb wichtig, weil bereits kleinste Partikel, die im Durchmesser weniger als ein Tausendstel eines Menschenhaares messen, zu Funktionsausfällen auf einem Chip führen können. «Clean Rooms» werden heute außer in den klassischen Bereichen Mikroelektronik, Pharma- und optische Industrie auch in der Lebensmittelindustrie oder zur Herstellung von Glasfasern benötigt. Selbst die moderne Transplantationsmedizin ist auf eine extrem keimfreie Atmosphäre angewiesen, wie sie in Reinräumen erzeugt werden kann.

In Thüringen sind auf dem Gebiet der Elektronik, Optik, Feinwerk- und Werkstofftechnik derzeit etwa 250 Unternehmen und Forschungseinrichtungen besonders in den Regionen Erfurt, Jena, Hermsdorf, Ilmenau und Ruhla tätig. Ende 2000 waren fast 4400 Forscher und Entwickler in diesen Unternehmen beschäftigt.

Die Gesamtkosten für die Einrichtung des Reinraumes am BAW Erfurt betragen gut 1,1 Mio. EUR. Davon hat das Thüringer Wirtschaftsministerium insgesamt 900000 Euro bereitgestellt.

Rainer Beichler |

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