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Der Schock sitzt tief

Auch die Wartburgstadt Eisenach befindet sich im Eindruck der unbeschreiblichen Bluttat im Erfurter http://www.gutenberggymnasium.de(Gutenberg-Gymnasium). Das Mitgefühl gilt den Familien der Opfer. Gleichwohl erfüllt uns Trauer um die Mordopfer und Trauer um die Gesellschaft, in der solche Schandtaten möglich sind.

Wir halten inne und fragen nach den Ursachen solcher Greultaten. Mitunter erscheint die Kette der Gewalt wie ein makaberer Wettbewerb um den „spektakulärsten Eintrag“ im „Guinness Buch der Rekorde“. Was kann die Gesellschaft – Was können wir – Was kann ich tun ?, damit solchen Taten der Boden entzogen wird. Die schnelle Antwort scheint möglich – greift aber wie immer zu kurz. Wir sollten die Fragen bewegen und in einen umfassenden gesellschaftlichen Dialog eintreten – nicht nur ein Medienfeuerwerk abbrennen und danach – sofern dies für manche überhaupt noch möglich ist – einfach zur Tagesordnung übergehen.

Erschüttert und zutiefst nachdenklich gemacht hat mich in diesem Zusammenhang die Bewerbungsunterlage eines jungen Mannes, welche ich am Tag nach dem Massaker in Erfurt erneut in den Händen hielt.
Der junge Mann bewirbt sich um eine Lehrstelle als Webdesigner und verfügt offensichtlich über sehr gute künstlerische Fertigkeiten. Diese versucht er in drei angefügten Bildern zu verdeutlichen:

Auf dem ersten Bild ist die Geburt eines Monster zu sehen, welches mit furchterregenden, zähnebewaffneten Totenschädel-Fratzen bestückt ist.

Das zweite Bild zeigt ebenfalls ein Monsterwesen mit Raubtierzähnen, um die Hüften einen Gürtel aus Totenschädeln. In der rechten Hand eine Schnellfeuerpistole, die mit Ihrer großen Mündung auf den Betrachter zielt. Die linke Hand führt eine Pumpgun – diese Waffe dürfte inzwischen wohl jedem bekannt sein. Schwerbewaffnet und entschlossen stürmt das Monster seinen potentiellen Opfern entgegen…

Das dritte Bild zeigt eine brennende, teilweise explodierende Schule, auf deren Dach ein runtergebeamtes Alien seinen aggressiven Urin pisst…

Nun bin ich weit davon entfernt, diesem jungen Mann irgendwelche finsteren Absichten zu unterstellen, aber ich frage mich schon, ob es dem Zeitgeist entspricht, wenn man sich mit solchen Bildern – scheinbar ganz normal – um eine Ausbildungsstelle bewirbt…

Wir sollten aufmerksam darauf achten, wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt und wir sollten – spätestens jetzt – mutig sein, Fehlentwicklungen zu korrigieren.

Karl-Heinz Brack |

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