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Durchblick im Förderdschungel

Aktuelle Förderprogramme für energieeffizientes Bauen und Sanieren

Seit 1. Januar gelten die strengeren Richtwerte der Energieeinspar-verordnung (EnEV) 2016 für Neubauten: Die Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes sind gegenüber den bisherigen Regelungen um 25 Prozent verschärft worden. Die Verbraucherzentrale Thüringen erklärt, wie Verbraucher das umzusetzen haben.

Die Berechnung der entsprechenden Energiekennwerte eines Gebäudes ist sehr komplex und muss immer den Dämmstandard und den gewählten Energieträger berücksichtigen, erklärt Steffen Lier, Energieberater der Verbraucherzentrale Thüringen.

Dabei gelten die neueren, strengeren Regelungen nur für den Neubau – nicht für die Sanierung von Bestandsgebäuden. Um die Vorgaben umzusetzen, gibt es mehrere Möglichkeiten: Beim Heizen mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien ist ein geringerer Dämmstandard möglich, beim vermehrtem Einsatz fossiler Energien muss stärker gedämmt werden, um den Wärmebedarf möglichst niedrig zu halten. Das energetische Gesamtkonzept ist demnach entscheidend, um die Vorgaben der EnEV einhalten zu können. Der Experte empfiehlt in diesem Zusammenhang unbedingt, nicht nur die Investitions- sondern auch die Folgekosten im Blick zu haben.

Was bisher besonders energieeffizient und förderwürdig war, wird nun Standard, sagt Steffen Lier zu den Neuerungen.

Folglich passt die Förderbank des Bundes KfW zum 1. April 2016 ihre Förderbedingungen an: Vergünstigte Darlehen gibt es dann nur noch für Neubauten, deren Gesamtenergiebedarf bei höchstens 55 Prozent der bis Ende 2015 zulässigen Werte liegt (KfW-Effizienzhaus-55). Dafür gibt es aber mit bis zu 100.000 Euro doppelt so viel Geld pro Wohnung.

Bauherren, die ein „KfW-Effizienzhaus-70“ planen, können nur noch bis zum 31. März einen Förderantrag stellen. Danach wird die Förderung eingestellt. Doch Energieberater Lier weiß aus Erfahrung:

Häufig lässt sich mit geringem Mehraufwand auch ein KfW-55-Standard erreichen. Hier lohnt sich eine gute Beratung.

Die KfW fördert die Beratung und Baubegleitung ab dem 1. April zusätzlich mit einem Zuschuss.

Für Immobilienbesitzer, die ihr Haus energetisch auf Vordermann bringen wollen, verbessern sich einige Förderkonditionen. So werden der Einbau neuer Heizungs- und Wohnungslüftungsanlagen mit einem höheren Zuschuss gefördert, wenn sie als so genannte Paketlösungen durchgeführt werden. Beim Heizungspaket wird der alte Kessel ausgetauscht und das Heizsystem optimiert. Das Lüftungspaket beinhaltet den Einbau einer Wohnungslüftungsanlage, kombiniert mit mindestens Wärmeschutzmaßnahme.

Diese neuen Konditionen gelten ab dem1. April auch für bereits seit 1. Januar 2016 begonnene Heizungs- oder Lüftungspakete. Anträge können ab dem 1. April nachträglich gestellt werden. Generell gilt jedoch: Fördergelder müssen vor Beginn einer Maßnahme beantragt werden.

Bei weiteren Details und allen anderen Fragen zu Bundes- und Landesförderprogrammen und dem effizienten Einsatz von Energie in privaten Haushalten hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale: online, telefonisch oder mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter 0800 – 809 802 400 (kostenfrei). In Eisenach findet die Beratung im Bürgerbüro am Markt 22 statt. Eine Terminvereinbarung für Eisenach ist auch möglich unter 03691 670800. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Andrea T. | | Quelle:

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  • Christian

    Die EnEV ist eine der schlimmsten Auswüchse unserer lobbyismusfreundlichen Politik. Während die Baukosten stetig steigen, reiben sich die Erdöldämmproduktproduzenten genüsslich die Hände, dass wieder mehr von ihrem Sondermüll verbaut wird. Die Mieter, Sanierer und Häuslebauer werden mit völlig theoretischen Rechnereien un den Finger gedreht, in der Praxis völlig haltlos. Somit bezahlt man viel Geld um kaum etwas zu sparen. Bis sich die Investition von einer energetischen Sanierung lohnt, muss das Sondermüllzeug ja schon wieder von der Schimmelfassade abgekratzt werden.
    Und warum das Ganze? Damit die Zahlen auf dem Papier schön aussehen. Die Förderung ist somit auch nichts weiter als die Verteilung der unsinnigen Kosten für ideologische Umsetzungen auf die Rücken aller Steuerzahler.

    • Gast

      Man kann sich auch einen Dieselpartikelfilter einbauen, der gar nicht funktioniert und bekommt trotzdem die Förderung. Ok, Auto, andere Baustelle. Aber gleiches Problem: Förderung kann manchmal gut gemeint sein, die zielgerichtete Umsetzung aber verwaltungsmäßig schwer zu erreichen. Fragt sich, wie man das verbessern kann. Vorschläge?

      • Christian

        Ja, z.B. nicht die Grünen wählen, die machen nämlich schon lange nur noch auf Öko-Kassenbuch. Wenn man mal all die Vorschläge der ach so grünen Partei aufschlüsselt bemerkt man schnell, dass es mehr um wirtschaftliche als um ökologische Aspekte geht. Das „grüne“ dient dabei nur noch dafür das „soziale“ bei den wirtschaftlichen Interessen zu unterdrücken.
        Biospritt, Subventionen für Rapsfelder, EEG-Umlage, Solar- und Windkraftförderung, CO2-Handel, Atomausstieg in kürzester Zeit -> alles ideologiegetriebene „Verbesserungen“, die immense Schädigungen an der Umwelt (die gibt es erstaunlicherweise weltweit) verursachen. Hauptsache die CO2 Bilanz stimmt irgendwie und es lässt sich dem Wähler verkaufen.

        • Gast

          Weitere Vorschläge?

          (Leute, WÄHLT GRÜN!!! Wer macht, macht auch mal Fehler ;)

          • Christian

            Macht auch mal Fehler, Sie sind lustig… Aus Sicht der Grünen sind das keine Fehler, das ist natürlich im Vorfeld bekannt, so gewollt und billigend in Kauf genommen. Die treuen Wähler dürfen dann halt einfach nicht so weit über den Tellerrand schauen.

            Weitere Vorschläge? Ja: bessere Trennung von Politik und Wirtschaftsinteressen; Offenlegung sämtlicher Lobbyismusarbeit sowie Parteispenden (auch unter 50.000€) der Unternehmen. Wechsel von Politikern in die Wirtschaft erschweren.

            Ich hätte auch Vorschläge für Bauherren: Bevor man sich so ne moderne Katalog-Pressspanhütte auf neu erschlossenen Außenbereich basteln lässt, die nach wenigen Jahrzehnten auf dem Sondermüll landet, könnte man ja eines der meist zentral gelegenen Denkmäler bzw. Altbauhäuser sanieren. Das ist kulturerhaltend, ressourcensparend, gesünder, Dorf- und Städtebau fördernd und hat (Bau)Stil.
            Ach ja, geht ja nicht mehr – zu teuer, da Auflagen der ENEV nur mit hohem Aufwand bei Altbauten zu erfüllen und Handwerker nur noch der erweiterte Arm der Baustoffindustrie sind.

  • Dämmer

    Man fahre einmal durch Eisenach Nord. Dort ist eine eindrucksvolle Ausstellung von „vergammelten“ Wärmedämmverbundsystemen an verschiedenen Objekten zusehen.

  • vigilando ascendimus

    Mit den Dämmstoffen werden wir in ein paar Jahren genauso viel Freude haben, wie Heute mit Asbest! Asbest war nach den westdeutschen Bauvorschriften der 1970er Jahre und der damaligen Genehmigungs- und Auflagenpraxis für den Brandschutz sooo unverzichtbar, wie heute die Dämmung. Der Spiegel hat schon richtig getitelt: „Die verd(ä/u)mmte Republik“!

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