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Flächenzahlungen für das Erntejahr 2001

Die Thüringer Landwirtschaftsbetriebe erhalten in den nächsten Tagen für insgesamt ca. 568000 Hektar acker-baulich genutzter Fläche Beihilfezahlungen in Höhe von ca. 419 Mio. DM (ca. 214 Mio. EURO) für die diesjährige Ernte. Insgesamt werden 3104 landwirtschaftliche Betriebe Flächenzahlungen erhalten. Bei der Mehrzahl der Empfänger (1821) handelt es sich um Kleinbetriebe bis jeweils ca. 15 Hektar ausgleichsberechtigter Fläche.
Für folgende Flächen, von denen etwas 7200 Hektar in anderen Bundesländern liegen, aber von Thüringer Bauern bewirtschaftet werden, werden die Flächenzahlungen gewährt:
Getreide ca. 421000 ha
Ölsaaten ca. 59000 ha
Eiweißpflanzen ca. 22000 ha
Öllein ca. 1300 ha
Stilllegungen ca. 65000 ha.

Die Flächenzahlungen sind an die Einhaltung weitreichender EU-einheitlicher Vorgaben geknüpft. Bei Verstößen drohen Kürzungen und Sanktionen. Flächenbeihilfen wurden im Zuge der Europäischen Agrarreform 1992 eingeführt und werden seit 1993 zur Kompensation von Erlöseinbußen infolge von administrativ reduzierten Erzeugerpreisen für bestimmte landwirtschaftliche Kulturpflanzen und für Einkommensausfälle für stillgelegte Ackerflächen gewährt. Sie werden ausschließlich aus dem Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft, Abteilung Garantie, finanziert.

Auch nach dem weiteren Reformschritt in der EU-Agrarpolitik – der Agenda 2000 – wurde an dem 1992 eingeschlagenen Weg festgehalten. Durch eine nochmalige Senkung der Erzeugerpreise für Getreide soll auf dem Weltmarkt eine bessere Konkurrenzfähigkeit erreicht werden. Den Erzeugern ist im Gegenzug durch Beihilfezahlungen ein gewisser Ausgleich zu sichern.

«Für die Existenz der Thüringer Landwirtschaftsbetriebe sind diese Zahlungen unerlässlich», sagte Thüringens Landwirtschaftsminister Dr. Volker Sklenar. «Allerdings weiß ich um das aufwendige Antragsverfahren und um die zahllosen gemeinschaftsrechtlichen Bedingungen, die für die Inanspruchnahme dieser Gelder erforderlich sind. Den Betrieben geht dadurch viel Zeit ihrer eigentlichen bäuerlichen Tätigkeit verloren».

Rainer Beichler |

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