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 | Bildquelle: Peter Gebhardt

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Bildquelle: Peter Gebhardt

Schwaben zeigten Eisenacher Defizite auf

Schwaben zeigten Eisenacher Defizite auf

ThSV Eisenach unterliegt bei Frisch Auf Göppingen mit 21:31/ Zu wenig Torgefahr aus dem Rückraum/ Linksaußen Dirk Holzner mit 9 Treffern erneut erfolgreichster Werfer/ Mittwoch schon bei den Rhein-Neckar-Löwen

Im ersten Auswärtsspiel der neuen Saison bezog der gegenüber der Vorsaison personell völlig umgekrempelte ThSV Eisenach bei Frisch Auf Göppingen eine nicht unerwartete Niederlage. Die Schwaben bezwangen vor 4.300 Zuschauern den Aufsteiger aus Thüringen klar mit 31:21 (13:7). „Ich bin nicht so unerfahren, um im Vorfeld zu glauben, in Göppingen zu gewinnen, doch ich hatte einen etwas anderen Spielverlauf erwartet. In der ersten Halbzeit bekamen wir unmissverständlich unsere Defizite aufgezeigt“, resümierte Eisenachs Trainer Velimir Petkovic. „ Wir wussten, auf uns wartet ein langer harter Weg. Frisch Auf Göppingen ist allerdings keine Mannschaft unserer Kragenweite“, erklärte Eisenachs Manager Karsten Wöhler. „Über unsere Aggressivität in der Abwehr setzten wir zu Gegenstößen an“, bilanzierte ein bestens gelaunter Magnus Andersson, der Göppinger Coach. Trotz allen Bemühens gelang es dem ThSV Eisenach nicht, die Niederlage im einstelligen Bereich zu halten. Dazu hätte es weitaus mehr Torgefahr aus dem Fernwurfbereich bedurft. Angriffszüge über die Außen und die Kreismitte reichten nicht aus, um die Hausherren dauerhaft in Bedrängnis zu bringen. Dirk Holzner erwies sich von Linksaußen und der Siebenmeterlinie erneut als treffsicher, versenkte 9 Bälle. Bemerkenswerte Effizienz: In den beiden Saison-Auftaktspielen landeten 19 von 20 Holzner-Würfen im Netz.

Mit Beifall begrüßt: Velimir Petkovic
Vor dem Anpfiff stand ein Eisenacher im Focus der Fernsehteams und Fotografen. Velimir Petkovic amtierte 10 (!!) Jahre als Trainer von Frisch Auf Göppingen, führte die Schwaben zu internationalen Erfolgen (EHF-Pokalsieg 2011 und 2012). Bei seiner Rückkehr wurde er mit viel Applaus von den Rängen begrüßt. „Das war ein warmherziger Empfang. Die Menschen hier haben nicht vergessen, was ich geleistet habe“, artikulierte sichtlich beeindruckt der als „harter Hund“ bekannte Velimir Petkovic seine Gefühle.

ThSV Eisenach: mangelnde Torgefahr aus dem Rückraum
Die Eisenacher Spieler begannen in heißer Atmosphäre (hochsommerliche Temperaturen und stimmgewaltiger Kulisse) zu ängstlich, produzierten Fehler, die die Gastgeber knallhart nutzten. Nach nicht einmal einer Viertelstunde lagen die Eisenacher 3:10 hinten (14.). Schon in der Auftaktphase die bittere Erkenntnis: Frisch Auf Göppingen durfte auf Bonuspfiffe der Schiedsrichter bauen. Die blutjungen Unparteiischen Marcus Hurst und Mirko Krag (29/28 Jahre) servierten den Hausherrn zum Start gleich vier Bälle auf dem Präsentiertablett.
Beim ThSV Eisenach zog sich ein Fakt wie ein roter Faden durch die Partie: mangelnde Torgefahr aus dem Rückraum. Nur über die Außen und die Kreismitte war den Hausherren nicht beizukommen, auch wenn die Wartburgstädter im zweiten Teil der ersten Halbzeit, auch Dank einer Steigerung von Torhüter Svetislav Verkic (parierte auch einen Schiller-Strafwurf, 18.) Paroli boten. Unmittelbar nach Wiederbeginn zog Frisch Auf Göppingen durch zwei Fackeln des von der SG Flensburg-Handewitt zurückgekehrten Ex-Nationalspieler Lars Kaufmann auf 17:7 (36.) davon. Velimir Petkovic zog in Abwehr und Angriff verschiedenste personelle Optionen. Daniel Luther und Olafur Bjarki Ragnarsson versuchten es auf der mittleren Aufbauposition. Marcel Schliedermann kam streckenweise im rechten Rückraum. Phasenweise operierten die Eisenacher mit einer 5:1-Abwehr, Dusko Celica vorgezogen. Die Gastgeber, am Vortag mit der Verpflichtung des norwegischen Nationalspielers Thomas Kristensen noch einem auf dem Transfermarkt tätig, konnten es sich leisten, ihre „Stars“ Michael Kraus und Lars Kaufmann nur sporadisch einzusetzen. Zarko Sesum, Daniel Fontaine und Felix Lobedank hatten im Rückraum alles bestens im Griff.
Zu wenige beherzte und erfolgreiche Angriffsaktionen auf Seiten der Eisenacher, um die Niederlage im einstelligen Bereich zu halten. Die Eisenacher zeigten aber, wie es gehen kann. Daniel Luther und Nicolai Hansen fanden sich erfolgreich (39.). Nicolai Hansen bediente den eingelaufenen Dirk Holzner (41.). Auch Tomas Urban deutete seine Qualitäten an. Im Schlussgang, die Partie war freilich längst entschieden, legte auch Eisenachs Rückraumspieler Bogdan Criciotoiu seine Reserviertheit ab, netzte drei Bälle ein. Frisch Auf Göppingen wollte den 10-Tore-Sieg. Michael Kraus zirkelte nach dem 29:21 (59.) noch zwei Bälle ins Eisenacher Gehäuse.

Drei vorherrschende Vokabeln
Die Worte „Geduld, Lernprozess und Zeit“ waren die vorherrschenden Vokabeln in der Analyse in den Eisenacher Reihen. „Wir sind eine neue Mannschaft. Wir brauchen Zeit“, resümierte Kreisspieler Nicolai Hansen. Frisch Auf Göppingen habe clever Eisenacher Fehler ausgenutzt. Um erfolgreich zu sein, brauche sein Team aber auch Tore aus dem Rückraum. „Wir wissen, wir müssen uns steigern. Um erfolgreich zu sein, muss das Timing stimmen, müssen alle Zahnräder ineinander greifen“, argumentierte Keeper Jan-Steffen Redwitz. Positiv vermerkte er eine Verbesserung auf der Torhüterposition. Svetislav Verkic und Jan-Steffen Redwitz, die beiden Eisenacher Schlussleute, standen trotz des 31:30-Auftaktsieges über den TuS Nettelstedt-Lübbecke in der Kritik. In der EWS-Arena Göppingen parierten sie zusammen 11 Bälle. (Das Torhüterduell ging mit 15 abgewehrten Bällen allerdings an Göppingens Primoz Prost.) „Leider konnten wir nicht an die Leistung vom Heimspiel gegen den Tus Nettelstedt-Lübbecke anknüpfen, vermochten unsere Stärken, zweite Welle und schnelle Mitte, nicht auszuspielen. Stattdessen unterliefen uns zahlreiche Fehler, die die Hausherren zu Gegenstößen nutzten. Wir brauchen mit unserer neuen Mannschaft einfach Zeit. Ein Grund, die Köpfe hängen zu lassen, besteht nicht. Wir spielen gerade zwei englische Wochen, da gilt es rasch, sich auf die nächste Partie zu konzentrieren“, fasste Branimir Koloper zusammen.

Am Mittwoch in Mannheim/ Samstag Heimspiel gegen Melsungen
Bereits am Mittwoch, 02.09.2015 wartet in Mannheim ein ganz dicker Brocken auf den ThSV Eisenach, ist mit den Rhein-Neckar-Löwen ein heißer Titelanwärter der Gastgeber (Anwurf um 19.00 Uhr). Am Samstag, 05.09.2015 das nächste Heimspiel. Zum thüringisch-hessischen Nachbarschaftsderby kommt die blendend in die Saison gestartete MT Melsungen in die Werner-Aßmann-Halle (Anwurf: 19.00 Uhr).

Statistik
Frisch Auf Göppingen: Prost, Rutschmann (bei einem Siebenmeter; 0 Paraden – 1 Gegentor); Prost (15 Paraden – 20 Gegentore); Kraus (3), Kneule, Schoch, Späth (4), Lobedank (5), Sesum (3), Fontaine (1), Kaufmann (3), Kristensen (1), Berg (1), Schiller (6/5), Halen (4)

ThSV Eisenach: Verkic (1.-11./ 18.-52.; 9 Paraden – 25 Gegentore), Redwitz (11.-18./ 52.-60.; 2 Paraden – 6 Gegentore); Wöhler, Luther (1), Celica, Rafgnarsson (1), Schliedermann (2), Hansen (1), Urban (3), Holzner (9/4), Heinemann, Koloper, Valiullin (1), Criciotoiu (3)

Siebenmeter:
Frisch Auf Göppingen 6/5 – Schiller scheitert 1 x an Verkic, verwandelt 3 x gegen Verkic u. 2 x gegen Redwitz)

ThSV Eisenach 4/4 – Holzner verwandelt 3 x gegen Prost und 1 x gegen Rutschmann

Zeitstrafen:
Frisch Auf Göppingen 4 x 2 Min. (Späth 2 x 2 Min., Sesum, Kristense je 2 Min.)
ThSV Eisenach 7 x 2 Min. (Hansen, Criciotoiu je 2 x 2 Min., Celica, Schliedermann, Koloper je 2 Min.)

Schiedsrichter: Hurst/Krag

Zuschauer: 4.300

Steffen E. 

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