Eisenach Online

Werbung
 | Bildquelle: Privatsammlung B. Kowalski, Schleusingen

Beschreibung:
Bildquelle: Privatsammlung B. Kowalski, Schleusingen

Schweres Hochwasser von 1909 in Thüringen

Vor 100 Jahren, zwischen dem 3. und 6. Februar 1909, wurden weite Gebiete des heutigen Freistaates Thüringen und der angrenzenden Bundesländer von einem schweren Hochwasser heimgesucht. Nach kalten und schneereichen Tagen setzte Anfang Februar plötzlich Tauwetter mit Regen ein. Daraufhin uferten unter anderem die Weiße Elster, Werra, Wipper und Leine aus. In Greiz, Meiningen, Sondershausen und Heiligenstadt wurden ganze Straßenzüge meterhoch überschwemmt und es herrschte Ausnahmezustand. Die Feuerwehr und Einheiten der Reichswehr waren pausenlos im Einsatz, um Menschen und Tiere zu evakuieren. Die Schadensbilanz nach dem Februarhochwasser 1909 fiel örtlich erschütternd aus. Obwohl auch in Thüringen mehrere Menschenleben zu beklagen waren, erreichte das Hochwasser nicht ganz die Auswirkungen des noch katastrophaleren Hochwasserereignisses von 1890.

Auch der benachbarte Main und seine Nebenflüsse, von denen einige in Thüringen entspringen, führten tagelang Hochwasser. Am Mainpegel Würzburg wurde der zweitgrößte Wasserstand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1829 verzeichnet. Die Ereignisse zeigten, wie wichtig Hochwasserschutz ist. Nur so könnten Schäden und Verluste im Hochwasserfall verhindert oder zumindest minimiert werden.

«Auch nach 100 Jahren hat der vorbeugende Hochwasserschutz nicht an Aktualität verloren», sagte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar. Dazu gehören im Freistaat Thüringen Maßnahmen in den Bereichen Hochwasserflächenmanagement, technischer Hochwasserschutz und weitergehende Hochwasservorsorge. «Bürgern in potentiell überschwemmungsgefährdeten Gebieten empfehlen wir, die Keller frei von wertvollen Gebrauchsgegenständen, Versorgungsanlagen und Steuerungseinheiten für Heizung und Strom zu halten und sie in den oberen Etagen unterzubringen», so der Minister. Das verbleibende Risiko sollte durch eine Elementarschadenversicherung begrenzt werden. In der Hochwasserschutzfibel des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sind noch weitere Hinweise veröffentlicht. Wer sich daran hält, kann bei einer möglichen Überschwemmung, wie sie im Februar 1909 eingetreten war, viel Geld und Ärger sparen oder auch Umweltschäden vermeiden.

Die Deutsche Wasserhistorische Gesellschaft erinnert mit der Fachtagung «Geschichte und Gegenwart des Mains und seiner Hochwasser» am 6. und 7. Februar in Würzburg an das Hochwasserereignis des Jahres 1909.

Rainer Beichler | | Quelle: ,

Werbung
Top