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Thüringer Familien kleiner als im Bundesdurchschnitt

Die heute veröffentlichten Ergebnisse des Zensus 2011 ermöglichen erstmalig einen umfassenden Blick auf die Familienstrukturen in Thüringen. In Thüringen lebten am 9. Mai 2011 insgesamt 652 Tausend Familien. Die durchschnittliche Familiengröße betrug 2,7 Personen und war damit deutlich kleiner als dies im Rest der Bundesrepublik der Fall war (2,9). Unterschiede bestanden in Thüringen zudem zwischen Stadt und Land: In den großen Thüringer Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern war die Familiengröße mit nur 2,6 Personen pro Familie deutlich geringer als in kleinen Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern, wo sie bei 2,9 lag.
Den Thüringer Familien standen zum Wohnen im Durchschnitt pro Person 34,5 m2 zur Verfügung. In den kleineren Gemeinden des Freistaates war die Wohnfläche mit 35,5 m2 pro Person etwas größer als in den größeren Gemeinden mit 33,3 m2.
In mehr als einem Viertel aller Thüringer Familien (28 Prozent) lebten minderjährige Kinder. In diesen 182 Tausend Familien gab es insgesamt 269 Tausend Kinder. Im Durchschnitt waren das 1,5 Kinder pro Familie in Thüringen. Dieser Wert lag knapp unter dem deutschen Durchschnitt von 1,6 Kindern pro Familie. Die Unterschiede zwischen Stadt und Land in Thüringen waren dabei – im Gegensatz zur vorherrschenden Vorstellung – sehr gering: Sowohl in den Thüringer Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohner als auch in denjenigen mit weniger als 10 000 Einwohner lag die durchschnittliche Anzahl der Kinder pro Familie bei 1,5. Die meisten Thüringen Familien mit minderjährigen Kindern hatten nur ein (62 Prozent) oder zwei (31 Prozent) Kinder. Nur in 2 720 Familien in Thüringen (1,5 Prozent) lebten mehr als drei minderjährige Kinder zusammen, darunter allerdings 33 Familien mit mehr als sieben Kindern.
Mehr als die Hälfte der Thüringer Familien mit minderjährigen Kindern lebte in einem Ein- oder Zwei-familienhaus (55 Prozent), in kleinen Gemeinden waren es sogar drei Viertel (75 Prozent). Demgegenüber wohnten zwei Drittel aller Familien in den großen Gemeinden in Mehrfamilienhäusern (66 Prozent).
Die große Mehrheit der minderjährigen Kinder im Freistaat wuchs in Familien mit zwei Elternteilen auf (77 Prozent). Die Eltern waren zumeist verheiratet (74 Prozent) oder lebten in einer eheähnlichen Gemeinschaft zusammen (26 Prozent). Demgegenüber gab es 46 Tausend Familien mit minderjährigen Kindern in Thüringen, in denen nur die Mutter oder Vater die Kinder alleine erzogen (23 Prozent). Die Mehrheit dieser insgesamt 63 Tausend Kinder wurde hierbei von der Mutter erzogen (90 Prozent).
Während Paare mit minderjährigen Kindern vor allem im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung lebten (60 Prozent), waren es bei Alleinerziehenden nur 23 Prozent.
Die Eltern in den Thüringer Familien mit minderjährigen Kindern waren im Durchschnitt 38,3 Jahre alt, im deutschen Durchschnitt waren es 40,4 Jahre. Die meisten Thüringer Eltern waren erwerbstätig (87 Prozent). Bei alleinerziehenden Personen war dieser Anteil jedoch weitaus geringer (74 Prozent). Auch die Anzahl der Kinder spielte für die Erwerbstätigkeit der Eltern eine entscheidende Rolle: Wäh-rend 88 Prozent der Eltern aus Familien mit bis zu drei minderjährigen Kindern erwerbstätig waren, sank der Anteil bei Eltern mit mehr als drei Kindern auf 59 Prozent.
Mit dem heutigen Tag stehen allen Interessierten die endgültigen Ergebnisse des Zensus 2011 zur Verfügung. Die Ergebnisse der Volks-, Gebäude und Wohnungszählung umfassen eine Vielzahl von Merkmalen zu Personen, Gebäuden- und Wohnungen sowie Familien und Haushalten, die alle unter www.zensus2011.de abgerufen werden können.

Foto: ©TLS

Karl-Heinz Brack | | Quelle:

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