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 | Bildquelle: Rüdiger Biehl

Beschreibung:
Bildquelle: Rüdiger Biehl

Der Hainich zieht sein Herbstkleid an

Indian Summer mitten in Deutschland lockt Besucher aus Nah und Fern in die Welterberegion

Grün, gelb, rot, braun, gold: Der Hainich ist der drittkleinste Nationalpark Deutschlands, doch jetzt im Herbst ist er einer der spektakulärsten. Gut 50 Baumarten tauchen ihre Blätter von Ende August bis Ende Oktober nach und nach in alle Farben, die die Palette der Natur so hergibt.

Weberstedt (18. September 2014). Die Sonne kämpft sich durch das noch dichte Laubdach über dem Baumkronenpfad und zeichnet leuchtende Kreise, Dreiecke und Streifen auf die Holzbohlen des Weges. Blätter in der Farbe von lange gereiftem Rotwein wispern um die Besucher. An dieser Stelle wächst der Spitzahorn über den Wipfelpfad. Das ist etwas Besonderes, denn viel Spitzahorn wächst nicht am Baumkronenpfad, mitten im Nationalpark Hainich. Wer im September den Aufstieg wagt, wird vor allem vom leicht verwaschenen Gelb der Hainbuche begrüßt. Mit ihren eleganten, gezackten Blättern läutet sie den Indian Summer im Hainich ein. Sie legt sich als Erste ein Herbstkleid zu – und behält es mit am längsten an.

In diesem Jahr ist der Baumkronenpfad neun Jahre alt geworden. Fast zwei Millionen Menschen sind dem Hainich so schon aufs Dach gestiegen. Das sind 200.000 jedes Jahr – und viele davon kommen im Herbst. Der Indian Summer ist eine Attraktion für Touristen wie Einheimische. Aus gutem Grund: Rund 50 Baumarten wachsen im Nationalpark. Allein den Baumkronenpfad säumen zehn verschiedene Baumarten. Damit ist er einer der Orte, die den Indian Summer am spektakulärsten präsentieren.

Um das Naturschauspiel in vollen Zügen zu genießen, hat Nationalparkchef Manfred Großmann neben dem Baumkronenpfad aber noch einen Geheimtipp für Besucher: «Spazieren Sie über die Wanderwege, die am Waldrand entlang führen. Dort, im Übergang von Gräsern und Kräutern über Büsche und kleinere Bäume bis zu unseren alten Riesen, zeigt sich das Farbspiel des Indian Summer am deutlichsten.» Dieser Tipp lässt sich übrigens auch ohne große Vorbereitung leicht in die Tat umsetzen. 19 gut ausgeschilderte Wanderwege führen durch den Nationalpark Hainich – viele davon Rundwanderwege, etliche, die nur ein paar Kilometer lang sind und von Wanderern gut in zwei oder drei Stunden erobert werden können. Einige der Wanderwege, etwa der Wildkatzenpfad, führen Besucher auch zu Aussichtspunkten, die einen spektakulären Blick auf die nur einen Katzensprung entfernte Wartburg gewähren. Weltkulturerbe Wartburg, Weltnaturerbe Hainich – so nah liegen nirgendwo anders zwei Welterbestätten beieinander.

Noch spannender werden die Wanderungen durch den Hainich, wenn sie unter der Leitung eines erfahrenen Wanderführers stattfinden. Im September und Oktober ist das Programm dabei voller ganz besonderer Angebote. So lockt am 20. September etwa eine Familienwanderung, bei der auch die Jüngsten viel Aufregendes über den Wald und das Weltnaturerbe erfahren. Die 5-Sinne-Erlebnis-Rallye am 27. September ist sogar ganz für Kinder reserviert. Dafür haben Erwachsene vielleicht Lust auf die geführte Pilzwanderung am Tag darauf. Das ausführliche Mitmach-Programm des Hainich samt aller Angaben zu Startzeiten, Dauer und Kosten der Wanderungen finden Interessierte online unter dem Menüpunkt «Mitmachen» auf www.nationalpark-hainich.de (oder direkt hier: http://tinyurl.com/kqyl6sk).

Und es lohnt, sich für den Besuch in der Welterberegion ein bisschen mehr Zeit zu nehmen, denn jetzt, während des Indian Summers, können Naturfreunde ein und den selben Weg mehrfach laufen und sehen den Wald doch jedes Mal ganz anders. «Eigentlich müsste man im Herbst jede Woche mindestens einmal in den Hainich kommen», sagt Manfred Großmann, «weil es hier nämlich täglich ein Stück bunter wird.»

Frank Bode | | Quelle:

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