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Podiumsgespräch der Religionen zu der Frage: „Wo braucht es heute Reformation?“

Für Martin Luther war Reformation kein Selbstzweck. Vielmehr entwickelte sich seine Glaubenserkenntnis, die er maßgeblich aus dem Bibelstudium gewann, zu einer Erneuerungsbewegung von weltweitem Ausmaß. Reibefläche war für ihn besonders der herrschende Kirchenapparat!

Kann Reformation im Rahmen des Reformationsjubiläums dennoch zu einem Selbstzweck werden? Ja! Wenn Reformation auch als prinzipieller Impuls zur Veränderung begriffen wird und die veränderten gesellschaftlichen Umstände seit Martin Luthers Zeit ernst genommen werden. Dies ist u. a. mit der heutigen multireligiösen Landschaft in Deutschland der Fall: Zwar stellt die Kirchenmitgliedschaft zur evangelischen und katholischen Kirche immer noch die Mehrheit in der Bevölkerung dar. Aber andere Religionen sind ebenso Teil der Gesellschaft geworden. So hat sich beispielsweise im Luther-Stammort Möhra seit 2006 ein buddhistisches Dharmazentrum beheimatet, zu dem die ev.-luth. Kirchengemeinde ein gutes Verhältnis pflegt.

Das Reformationsjubiläum ist Anlass für ein gemeinsames Fragen der Religionen nach Reformation – ganz offen und weitgespannt.

Am Sonntag, 29. Oktober um 17 Uhr treffen sich dazu in der Lutherkirche Möhra folgende Religionsvertreter:
Lama Yeshe Sangmo, Möhra – Buddhismus
Propst Dr. Christian Stawenow, Eisenach – Christentum
Imam Hassam Salim, Gera – Islam
Prof. Dr. Reinhard Schramm, Erfurt/Ilmenau – Judentum
Prof. Dr. Frieder Otto Wolf, Berlin – Atheismus

Die Moderation übernimmt Kirchenrätin Charlotte Weber vom Landeskirchenamt in Erfurt.

Die Veranstaltung dauert ca. 90 Minuten. Während der Pause werden auf dem Lutherplatz Getränke und ein Imbiss angeboten. Die Lutherkirche zeigt an der Fassade die Lichtkunst luthERleuchtet 2017. Der Eintritt ist frei!

Im Luther-Stammort Möhra stößt das Reformationsjubiläum „500 Jahre Reformation“ auf große Begeisterung. Unter dem Motto „Unser Martin – fundamental. familiär. grenzüberschreitend.“ sind profilierte Veranstaltungen vorbereitet worden. Der abschließende Höhepunkt ist das Festwochenende vom 27. bis 31. Oktober2017.

Auf seiner Rückreise vom Reichstag in Worms machte Martin Luther auch bei seinen Verwandten in Möhra Rast. Einen Tag später wurde er am 04. Mai 1521 nahe Bad Liebensteins im Glasbachgrund zu seiner Sicherheit auf die Wartburg „entführt“. Im Luther-Stammort wohnen bis heute Verwandte von Martin Luther. Die Bedeutung als Herkunftsort seiner Eltern spiegelt sich heutzutage unter anderem in dem Lutherdenkmal wieder, das 1861 in der Mitte des Ortes errichtet wurde. Zudem laden zwei Luther-Zimmer zur Besichtigung einer thematischen Ausstellung ein.

Andrea T. | | Quelle:

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