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Bildquelle: GTÜ

Besser sehen und gesehen werden

Wenn morgens dicke Nebelschwaden durch die Talmulden wabern und das Laub die Straße zu einem rutschigen Teppich werden lässt, ist noch mehr Vor- und Rücksicht im Straßenverkehr gefragt. Die Experten der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung geben dazu wichtige Tipps, damit Autofahrer und Fußgänger auch bei Nebel und Regen gut ankommen.

Die dunkle Jahreszeit birgt erhebliche Gefahren. Hat sich der Herbstnebel über die Straßen gelegt, ist es besonders wichtig, gut gesehen zu werden. «Wer in der Dämmerung, im Nebel oder Nieselregen nicht mit der entsprechenden Beleuchtung am Fahrzeug oder als Fußgänger nicht in heller Kleidung unterwegs ist, gefährdet sich und andere», konstatieren die GTÜ-Experten. Besondere Gefahren drohen Kindern in den nebeligen Frühstunden auf dem Schulweg. Hier sollten die Eltern auf helle Kleidung mit vielen Reflektorflächen achten. Gefährlich sind die Dämmerstunden auch für Senioren, die sich viel zu oft dunkel kleiden. «Es muss nicht immer der dunkle Regenmantel sein, es gibt auch attraktive helle Kleidungsstücke für Senioren», so die GTÜ-Empfehlung. Die Stuttgarter Sachverständigenorganisation rät zu Applikationen an Mantel, Jacke oder Hose aus reflektierenden Materialien.

Grundsätzlich gilt im Herbst: langsam und vorausschauend fahren. Auch wenn Sie es für nicht erforderlich halten, schalten Sie frühzeitig das Abblendlicht ein.

Bei schlechter Sicht sollten Sie auch tagsüber das Licht einschalten. Dabei gilt die Regel: «Licht an immer dann, wenn es die Sichtverhältnisse erfordern». Wer dies nicht befolgt, trägt im Falle eines Unfalls eine Mitschuld und die Kfz-Haftpflichtversicherung des Gegners übernimmt bei einem Unfall wegen mangelnder Beleuchtung nur einen Teil der Kosten.

Doch nicht nur gesehen werden, auch das selber Sehen ist in der dunklen Jahreszeit wichtig. Beschlagene oder vom Frühreif vereiste Fensterscheiben sollten Sie vor Fahrtantritt vollständig freikratzen. Kleine «Gucklöcher» sind ein Sicherheitsrisiko und sorgen für einen großen «toten Winkel»; besonders in Kurven. Um wirklich gut gesehen zu werden und zu sehen, müssen die Scheinwerfergläser sauber sein. Reinigen Sie diese daher regelmäßig und gründlich.

Bei Nebel gilt, auf keinen Fall mit Fernlicht fahren. Die feinen Wassertröpfchen reflektieren das Licht der aufgeblendeten Scheinwerfer stärker, die Sicht wird dadurch schlechter. Die Nebelleuchten dürfen nach der StVO nur dann eingeschaltet werden, wenn die Sichtweite weniger als 50 Meter beträgt. Das entspricht dem Abstand zwischen zwei Seitenpfosten auf der Autobahn.

Obwohl es noch selten Glatteis gibt, werden manche Straßen in diesen Wochen zu unberechenbaren Rutschbahnen. Ursache ist das Herbstlaub in Verbindung mit Nässe. Generell heißt daher die Devise auf herbstlich-feuchten Straßen: «Runter vom Gas und Abstand halten». Wird der Bremsweg trotz aller Vorsicht doch mal zu knapp, sehen Sie sich schnell nach einer geeigneten Ausweichmöglichkeit um. Der Rat der GTÜ: «Lieber mit 60 km/h auf das Feld neben der Straße als mit 30 km/h auf einen Menschen oder ein Fahrzeug auffahren.»

Gefährlich sind in den frühen Morgenstunden Brücken und schattige Fahrbahnabschnitte. Hier besteht durch den Nachtfrost Rutschgefahr. Daher sollten Sie auf diesen Strecken besonders vorsichtig unterwegs sein und schnelle Lenkmanöver oder ruckartiges Bremsen vermeiden.

Rainer Beichler | | Quelle:

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