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Erste Fahrt der 41-1144-9 nach 1982

Schon die erste Fahrt von Eisenach über Meiningen nach Arnstadt zog viele Fans an. Gleich mit zwei Dampfloks ging es auf die Strecke. Zurück allerdings nur mit der BR 52. Die BR 41 musste noch einmal ins DB Dampflokwerk Meiningen, dort stehen noch Restarbeiten an der Lok an.
In Meiningen begann das zweite Leben der Dampflok 41 – 64 Jahre nach ihrer ersten Indienststellung. Zum Rollout gab es Wünsche für eine allzeit gute Fahrt von Thüringens Minister für Wirtschaft, Arbeit und Infrastruktur, Jürgen Reinholz, zahlreichen Ehrengäste und Eisenbahnfans.

Die 1939 gebaute Güterzuglokomotive hat eine überaus bewegte Geschichte und wäre um ein Haar der Verschrottung anheim gefallen. Bekannt unter dem Namen «Mikado», verrichtete sie bis Mitte der 70er Jahre vor Eil- und Schnellzügen ihren Dienst für die Bahnbetriebswerke Eisenach und Meiningen, kam dann ins Bahnbetriebswerk Oebisfelde und wurde 1982 ausgemustert und durch eine Diesellok ersetzt. Eigentlich sollte sie zu diesem Zeitpunkt ihren Gang zum Hochofen antreten – hätte nicht die Sowjetarmee in Ravensbrück gerade einen Heizkessel für ihre Kaserne benötigt. Fast 10 Jahre lang erzeugte die Lok dann, auf einem Betonsockel gelagert, Dampf zur Beheizung des Armeeobjekts.

Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen 1992 nahmen sich Nostalgiefans des sächsischen Eisenbahnmuseums Chemnitz-Hilbersdorf der Lok an, bevor im Jahr 2001 der Verein IGE «Werrabahn Eisenach» e.V. die Möglichkeit erhielt, die Lok bzw. deren Torso zu erwerben.
Ziel des Vereins war es von vornherein, nicht ein Museumsstück zum Anschauen, sondern nach Restaurierung und Wiederaufbau eine betriebsfähige Lokomotive zu haben. Dies gelang durch großzügige Unterstützung des Thüringer Wirtschaftsministeriums im Rahmen der Förderung touristischer Maßnahmen.

Im Dezember 2002 wurde die 41 1144-9 im DB Dampflokwerk Meiningen, dem einzigen seiner Art in Deutschland und nur wenigen verbliebenen in Europa, angeliefert und erst einmal demontiert. Wie sich zeigte, mussten viele Teile ersetzt werden, um eine betriebsfähige Lokomotive mit Wiederzulassung für den Streckendienst zu erhalten.
In engem Zusammenwirken von Verein und Werk wurden passfähige Bauteile anderer Loks zusammengetragen und viele weitere Teile nach vorhandenen Dokumentationen neu gefertigt. Einem Puzzle gleich zusammengefügt, wurde das Schmuckstück am 25. Juni erstmals unter Dampf gesetzt und stellte am 26. Juni bei der Abnahmefahrt durch das Eisenbahnbundesamt seine Einsatzfähigkeit unter Beweis.

Lokführer der Jungfernfahrt war Gerhard Kunde und Heizer Stefan Lohr beide aus Eisenach.

Und noch eine Überraschung gab es für die Lokfans am Samstag, der Residenzstadt-Express wurde von einem „U-Boot“ gezogen, so nennen die Eisenbahner die Diesellok der BR 219. Sie sei eine der letzten ihrer Art, die noch im Bahndienst stehe.

Rainer Beichler |

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