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Gespräche zum Bundesverkehrswegeplan angekündigt

Hirte: Wartburgregion und Unstrut-Hainich-Kreis bisher überdurchschnittlich berücksichtigt

Anfang Mai endete die Möglichkeit für Bürger und Gemeinden, zum neuen Bundesverkehrswegeplan Stellungnahmen abzugeben. Eine solche unmittelbare Beteiligung war erstmals möglich. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Hirte zieht dabei ein positives Fazit:

Mehrere Gemeinden, aber auch Bürgerinitiativen haben ihre Positionen gegenüber dem Verkehrsministerium geäußert. Ich werde in den Gesprächen der nächsten Wochen versuchen, diese Punkte anzusprechen und stehe dazu auch mit dem Ministerium in Kontakt. Die Diskussion der letzten Wochen zeigt, dass drei Projekte für die Region dabei besonders wichtig sind. Bei der B247 sind wir auf gutem Weg. Hier ist es wichtig, dass das Modellprojekt ÖPP Wirklichkeit wird und die nächsten Schritte hierfür folgen. Die große Einigkeit der Region und der gemeinsame Einsatz haben sich gelohnt.

Als zweites steht für Hirte die B19 auf der Agenda.

Hier zeigt sich bereits, wie schwierig bei Projekten die Lage sein kann. Die Stadt Eisenach und der Landkreis drängen auf die neue Trasse, in Mosbach und Stockhausen sieht man die Dinge anders. Ich glaube, wir brauchen eine leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung im Kreis. Es ist vor allem Aufgabe des Landes, die unterschiedlichen Positionen miteinander in Einklang zu bringen.

Das dritte wichtige Projekt seien die weiteren Bauabschnitte der B62.

Die Werraquerung in Barchfeld-Immelborn könnte recht schnell umgesetzt werden, sobald Baurecht vorliegt. Die Ortsumfahrung Merkers/Kieselbach, die sich nicht mehr im Entwurf des Planes wiederfindet, werde ich ansprechen.

In der kommenden Woche steht zudem ein Gespräch mit der dortigen Bürgerinitiative bevor.

Wir müssen aber zur Kenntnis nehmen, das in den kommenden Jahren vor allem dort Projekte umgesetzt werden, wo der Nachholbedarf und die Belastung am größten ist – und das sind vor allem Wachstumsregionen im Süden und Westen Deutschlands.

Insgesamt seien die Wartburgregion sowie der Unstrut-Hainich-Kreis im vorliegenden Entwurf weit überdurchschnittlich berücksichtigt worden.

Die Ortsumfahrung Bad Salzungen ist mit 69 Mio. Euro ein fest disponiertes Projekt. Im vordringlichen Bedarf stehen aktuell Projekte im Wert von 202 Mio. Euro im Plan, darunter die B247, die Ortsumgehung Behringen, sowie Merxleben. Das ist ein Viertel der Gesamtsumme für Thüringen in dieser Projektkategorie.

Andrea T. | | Quelle:

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  • vigilando ascendimus

    Gegenwärtig sind es nur rund 8.000 KFz täglich die die Hohe Sonne passieren. Da gibt es stärkerfrequentirte Straßen in Thüringen und Deutschland! Wenn Eisenach wieder Kreisstadt ist, wer muss dann noch nach Salzungen? Also künftig noch weniger Auto, die die Hohe Sonne täglich queren müssen. Eisenach wieder Kreisstadt werden zu lassen, ist also gelebter Naturschutz. Selbst Gotha wäre für uns allemal die bessere Kreiststadt als Salzungen!

    Meiningen hat einen Autobahnanschluss. Also wozu die Geldverschwendung für Tunnel, Brücken und Dämme. Das Geld für die B 19 Rennsteigquerung wäre anders besser angelegt!

    Übrigen Herr Hirte, nicht nur Mosbach hat sich mit großer Mehrheit gegen diese Bauprojekt B 19 Etterwinden – Eichrodt und B 88 OU WuF ausgesprochen, sondern die ganze Gemeinde Wutha-Farnroda, also auch Farnroda, Wutha, Eichrodt, Schönau a. d. Hörsel, Kahlenberg und Burbach!

    Als Frau Katja Wolf (SED-PDS-Linkspartei-Linke) 2011 noch Landtagsabgeordnete in TH war, nannte sie die B 19-Verlegung Unfug, nachdem sie nach eigenen Angaben die Unterlagen intesiv studiert hatte.

    Wörtlich ließ K a t j a W o l f 2011 in einer Pressemitteilung verlauten:

    „Diese neue B 19 darf nie gebaut werden! Der Preis ist viel zu hoch. Ökologisch wie ökonomisch. Wir müssen diesen Unfug so schnell wie möglich beenden. (…) Alle Varianten [auch die jetzt favorisierte] sind an Mensch und Natur vorbei geplant, die Planungsgrundlagen sind an vielen Stellen oberflächlich, die Verkehrsprognosen vie zu optimistisch un das eigentliche Ziel wird nicht erreicht. Lediglich die Ortsumgehung von Etterwinden ist sinvoll, alles andere gehört auf den Abfallhaufen der Planungsgeschichte!“

    Und weiter:

    „Mit der vorgeschlagenen Lösung wird nur neuer Verkehr angezogen, die Belastungen werden sogar noch steigen. (…) Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten. Dieser Weg ist aber eine Sackgasse. (…) Es wird nur ein massiver, zerstörerischer Eingriff in die Natur erreicht, der zudem noch die Anwohner der künftigen Neubaustrecke massiv belastet. Von den negativen touristischen Folgen erst gar nicht zu sprechen (…) Müssen wir den Kamm eines Gebirges mit ungebremsten 100 km/h überwinden? Muss ein unberührtens Waldstück für den Geschwindigkeitswahn geopfert werden? Ich finde nein! (…) Diese Strecke macht keinerlei Sinn. Hier sollen Millionen gegen die Natur und den Menschen verbaut werden. Das kann nicht Sinn nachhaltiger Politik in Thüringen sein.“ so Katja Wolf damals.

    Hat sie nunmehr als sie i h r e Beschlussvorlage 2016 in den Stadtrat brachte, mit der Forderung, dieses „Unfug“-Projekt wieder in den vorrangigen Bedarf zu bringen,neue Befehle aus dem Politbüro bekommen? Oder von der Thüringer Landwirtschafts-/Verkehrministerin Birgit Keller (1982 – 1988 FDJ-Kreisleitung Sangerhausen, 1983 – 1988 Studium Gesellschaftswissenschaften, 1988 – 1989
    Mitarbeiterin SED-Kreisleitung Nordhausen)?

    Wird vielleicht gegenwärtig in Eisenach und Wartburgkreis schon einmal eine – SED-CDU-Koalition (hatten wir schon einmal zwischen 1946 und 1990) geübt?

    vigilando ascndimus! – Bleiben wir wachsam!

    p. s. Die „Grünen“ sind mir plötzlich in der B 19-Frage auch so verdächtig kleinlaut geworden!

    • Das Gewissen

      Hallo vigilando ascendimus,
      wollen Sie eigentlich über Politiker herziehen oder eine Diskussion über Straßenbaumaßnahmen führen? Hier fehlt der erkennbare Faden. Und als Neubürger in Wutha-Farnroda hätten Sie noch Deubach, Rehhof oder Seehof aufführen können. Auch wenn letzte nicht mehr vorhanden sind ein bischen Hintergrundwissen fehlt. Burbach 5 Einwohner?
      Haben Sie eigentlich auch über das Streben nach Kreisfreiheit Anfang der 90iger gewettert?
      Mit der Diskussion sind Sie wohl ein bischen spät. Das Tor zur Stadt zieht noch mehr Verkehr in die Stadt. Wurde darüber schon nachgedacht? Die Anwohner der B19, B84 und L3007 bzw. der Gothaer Straße wünschen sich sicherlich auch Entlastung. Den Einkaufstempel oder was das sonst wird, Hotel oder Parkhaus, braucht keiner. Weshalb legen Sie sich eigentlich so gegen Eisenach in’s Zeug? Auch der Altkreis Bad Salzungen muß entwickelt werden. Deshalb hat der Landrat ja auch aufgerufen, daß Bagger rollen müssen. Die wirtschaftlichen Interessen haben Vorrang vor den Interessen Einzelner. Das werden Sie auch noch begreifen müssen.

    • commentatore

      „Wer Straßen säht, wird Verkehr ernten“ – Sehen Sie es doch mal so: Wenn heute „nur“ – nach Ihren Zahlen 8.000 KFZ / d – die Hohe Sonne passieren, dann ist das ein Ausdruck dafür, dass in der Region wirtschaftlich etwas nicht stimmt. Es findet zu wenig intraregionaler Handel statt. Alles Handeln, Treiben und Bummeln drückt sich mittelbar auch durch Verkehrsströme aus. Wenn jedoch eine B19neu mehr Verkehr „anzieht“, dann ist das gut für die Region. Dann sehen Sie mit einem Blick auf die Straße, dass der Handel brummt, dann können Sie auch mal schnell nach Meiningen oder Salzungen einkaufen fahren und umgekehrt und bei Opel kommen weniger Mitarbeiter zu spät zur Arbeit, nur weil an der Rennsteigquerung ein Bäumchen umgefallen ist und den gesamten Verkehr blockiert.

      Das Entscheidende ist, dass man den Neubau vernünftig plant, dabei möglichst viele Interessen unter einen Hut bringt und Beeinträchtigungen so weit wie möglich vermeidet und wo das nicht möglich ist, minimiert.

      Ich finde „Einkaufstempel“ toll. Denn ich bin es manchmal leid, mangels Alternativen in dem ein oder anderen Kramladen in der Stadt einkaufen zu müssen. Konkurrenz belebt und bläst alten Zöpfen ordentlich Wind ins Gesicht.

  • Stadtbewohner

    vigilando ascendimus, eigentlich schätze ich Ihre regelmäßigen Kommentare hier sehr, aber mir scheint, sie waren noch nie in Bad Salzungen. Anders ist ihre Äußerung zu Salzungen und dem Kreisstadtstatus nicht erklärbar. Auch die Feststellung, dass eine Kreisstadt Eisenach sich signifikant auf die Verkehrslast der heutigen B19 auswirken könnte halte ich für unrealistisch, der Verkehrsstrom würde sich bestenfalls umkehren, da statt Auspendlern aus Eisenach nach SLZ viel mehr Einpendler aus dem Raum SLZ nach Eisenach zu erwarten wären. Schade, dass sie sich hier billigster Polemik auf dem Niveau des Wuthaer BM Gieß bedienen, der vor ca. zwei Jahren fast wortgleich die selben „Argumente“ gebracht hat.

    Gleichwohl ist das B-19-Projekt rausgeworfenes Geld, ein moderater Ausbau der Strecke über die Hohe Sonne erscheint als sinnvolle, preiswertere und naturverträglichere Alternative zum Großprojekt.

    • vigilando ascendimus

      Selbstverständlich wirkt sich der Kreissitz Bad Salzungen mit Landratsamt und Landwirtschaftsamt für die Kreise Bad Salzungen, Eisenach und Gotha verkehrsteigernd ab die B 19 aus! Da Bad Salzungen an der südlichen Peripherie des Kreises und abseits der Hauptverkehrsachsen von Straße und Schiene liegt, sind mehr Mitarbeiter und Besucher beispiels gezwungen, anstelle von öffentlichen Verkehrsmitteln das Auto zu benutzen. Dies wird sich noch verstärken sollten im Zuge der Einkreisung von Eisenach zahlreiche Mitabeiter der Stadtverwaltung Eisenach zu Kreisverwaltung in Salzungen Wechseln müssen, sollte die Kreisverwaltung in Salzungen bleiben. Ach die Schließung des Bad Salzunger Finanzamtes und dessen Verlegung in die Eisenacher Peripherie hatte eine verkehrstechnisch eine solche Wirkung!

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