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12. Branchentag – „Industrie 4.0 – Globale Herausforderungen für die Zulieferindustrie in Thüringen“

4.0 und Digitalisierung bieten der Automobilindustrie in Thüringen künftig mehr Möglichkeiten und Chancen.

Der Tenor des 12. Branchentages: „Wir haben gute Voraussetzungen, müssen uns aber besser aufstellen und vor allem noch besser vernetzen, wenn wir künftig erfolgreich sein wollen.“

Digitalisierung 4.0 bedeutet für den Mittelstand in der Automobilbranche, so der Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, gewappnet zu sein gegen erkennbar „dunkle Wolken“, die auf die Autobranche zu kommen. Probleme seien nach wie vor, der Ausbau schneller Datenverbindungen, die Datensicherheit, für die man in Thüringen eine Lösung bieten wolle.

Der Key-Note-Redner MdL Christian Lindner (FDP) bemängelt mit Blick auf allgemeine Wirtschaftshemmnisse,

die größte Gefahr ist Bürokratismus, der seine Tentakeln in jeden Winkel unseres Seins steckt.

Im Punkt Digitalisierung sieht er das größte Problem in einer unkontrollierbaren Transparenz und dem Missbrauch der Daten. Er plädierte zudem dafür, unternehmerische Freiheiten nicht ständig zu beschneiden und forderte von Politik und Mittelstand:

Raus aus dem Krisenmodus, rein in das marktwirtschaftliche Update.

Der Staat müsse mehr investieren in technische und logistische Standards, damit der Mittelstand auch künftig den Wohlstand nicht nur sichern, sondern vor allem erarbeiten kann.

Der Referent Dr.-Ing. Philipp Engelhardt, tätig im Bereich Digitalisierung Produktion der BMW Group, forderte einen unkonventionellen Umgang mit dem Thema Digitalisierung, um innovativen Ideen, die Chance zur wirksamen Umsetzung zu geben. Man arbeite bei BMW im Produktionsnetzwerk global und eng vernetzt zusammen und auch Doktoranden werden unmittelbar in den umsetzungsorientierten Innovationsprozess integriert.

Es ginge darum, Digitalisierungslösungen wirksam voranzutreiben, um als Automobilindustrie auch im Zeitalter der Digitalisierung die führende Branche in der Bundesrepublik zu bleiben. Peter Fuß, langjähriger Berater für die Automobilbranche von Ernst & Young GmbH, sieht in Thüringen eine gute Verbindung zwischen OEM’s, Zulieferern und Forschern. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müsse man immer wieder innovative Konzepte fordern. Dennoch gelte, die Branche könne sich mehr bewegen, mehr kooperieren und zusammenschließen, ebenso bei der Gründung von Start Ups beweglicher und offener werden.

Ich finde es wichtig, neugierig zu bleiben.

Digitalisierung sei ohne Alternative für künftiges Wirtschaften.

Dr. Martin Schilling, Geschäftsführender Gesellschafter des nordthüringer Unternehmens 3D Schilling GmbH, formulierte seine Sicht auf Industrie 4.0 so:

Wir müssen uns eine neue Qualität schaffen, um mit Pfiffigkeit und Weitsicht weiterhin professionell agieren zu können.

Sein Unternehmen produziert u.a. Prototypen für den Werkzeug- und Formenbau. Er warnte gleichzeitig vor einer Überbewertung von Technik, wenn der Mensch dabei auf der Strecke bleibt.

Zusammenfassend war es ein konstruktiver Branchentag mit knapp 200 Gästen aus diversen Zuliefererunternehmen und Institutionen, der sich mit der Frage des „WIE“ und „WOMIT“ der technologische und gesellschaftliche Wandel durch Industrie 4.0 bewältigt werden kann. Dr. Mauricio Matthesius, Leiter des Thüringer Kompetenzzentrum Wirtschaft 4.0, sieht aich für die thüringer Unternehmen Chancen für neue Produkte und Märkte, man müsse sich aber auch damit auseinandersetzen, dass dafür viel Bildung und Investitionen notwendig seien.

Dr. Militzer: Ich warne davor, jedem Hype des 2.0 und 4.0 unkritisch zu folgen. Wir haben in Thüringen gute Ansätze, Erfahrungen in der Automatisierung, teilweise im Vorgriff auf die Technologie 4.0. Wir müssen die Mitarbeiter mitnehmen, wie immer, wenn Veränderungen anstehen. Ausbildung und die Neugier auf Innovation als tägliche Herausforderung aber auch als täglicher Motivation.

Andrea T. | | Quelle:

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