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Mehr Zeit mit dem Kind – diese Möglichkeit bietet eine Teilzeit-Stelle. Häufig wird der Halbtagsjob aber zur Sackgasse. Nämlich dann, wenn Beschäftigte später zwar wieder mehr arbeiten wollen, es aber nicht dürfen. Die Gewerkschaft NGG fordert deshalb von der nächsten Bundesregierung, einen gesetzlichen Anspruch auf die Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit einzuführen. | Bildquelle: © NGG

Beschreibung: Mehr Zeit mit dem Kind – diese Möglichkeit bietet eine Teilzeit-Stelle. Häufig wird der Halbtagsjob aber zur Sackgasse. Nämlich dann, wenn Beschäftigte später zwar wieder mehr arbeiten wollen, es aber nicht dürfen. Die Gewerkschaft NGG fordert deshalb von der nächsten Bundesregierung, einen gesetzlichen Anspruch auf die Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit einzuführen.
Bildquelle: © NGG

24.000 Beschäftigte in Eisenach erwarten Umsteuern am Arbeitsmarkt

NGG appelliert an heimische BundestagsabgeordneteFür die rund 24.000 Beschäftigten in Eisenach hängt viel davon ab, wie die politischen Weichen in Berlin gestellt werden: Wie viel ist künftig in der Lohntüte? Wird Arbeiten in der Nacht oder am Wochenende zur Normalität? Was passiert mit der Rente? Mit Blick auf eine mögliche Neuauflage der Großen Koalition hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) jetzt eine „Arbeits- und Sozial-Agenda“ gefordert. Die NGG Thüringen richtet einen eindringlichen Appell an die heimischen Bundestagsabgeordneten:

Es muss klar sein, dass die Interessen der Beschäftigten nicht unter die Räder kommen.

Die Arbeitszeit ist der NGG dabei besonders wichtig: 6.100 Menschen in Eisenach haben nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur eine Teilzeit-Stelle – trotz Hochkonjunktur. Das sind 14 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Dabei werden 82 Prozent aller Teilzeit-Jobs von Frauen erledigt. Gewerkschafterin Christl Semmisch sieht in den Zahlen einen klaren Auftrag an eine neue Bundesregierung: Nötig sei ein verbrieftes Rückkehrrecht auf Vollzeit.

Wer seine Arbeitszeit für die Erziehung der Kinder oder die Pflege der Angehörigen runterfährt, der muss danach auch wieder voll in den Job zurückkehren können.

Genau dafür habe bereits ein Gesetz auf dem Tisch gelegen, das jedoch am Widerstand der Union gescheitert sei. Sollte es wieder zur Koalition von CDU/CSU und SPD kommen, dürfe diese „Von-Teilzeit-zu-Vollzeit-Garantie“ nicht noch einmal verschleppt werden.

Auch die Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes, wie sie Arbeitgeberverbände fordern, lehnt die NGG Thüringen strikt ab.

13-Stunden-Tage und Dauer-Verfügbarkeit per Smartphone können nicht die Arbeitswelt von morgen sein. Wer flexible Arbeitszeiten braucht, kann sie per Tarifvertrag regeln, sagt Semmisch.

Genauso wenig dürfe an den Aufzeichnungspflichten beim Mindestlohn gerüttelt werden:

Nur wenn die Arbeitgeber die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten aufschreiben, können sie die Stunden auch korrekt bezahlen. Darauf ist jeder ehrliche Unternehmer angewiesen. Wer an die Dokumentationspflicht will, der öffnet dem Lohnbetrug Tür und Tor, betont dieGewerkschafterin.

Nötig sei zudem ein kräftiger Nachschlag beim Mindestlohn.

Wir brauchen einen zweistelligen Euro-Betrag als unterste Lohngrenze. Das geht nur, wenn dahinter auch ein deutlicher politischer Wille steht. Genau das erwarten Mindestlohn-Empfänger von der neuen Bundesregierung, macht Semmisch deutlich.

Ganz oben auf die Agenda gehöre auch ein Plan, um die Krankenversicherung auf neue Füße zu stellen. In einem Land, dem es wirtschaftlich so gut gehe, müsse die „Zwei-Klassen-Medizin“ ein Ende haben. Es könne nicht sein, dass der mit dem dickeren Geldbeutel schneller und besser behandelt werde. Nötig sei eine solidarische Bürgerversicherung, in die alle – auch Beamte und Selbstständige – einzahlten. Für ein solches Modell hatte sich zuletzt die SPD starkgemacht. Semmisch:

Die nächste Bundesregierung hat die Chance zum Umsteuern. Gut gefüllte Haushaltskassen bieten den Spielraum für Reformen, von denen die Beschäftigten heute, aber auch die der nächsten Generation etwas haben.

Andrea T. | | Quelle:

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  • Felix Berg

    Nun, alles das was im obigen Artikel steht hatten wir schon in der Realität. Es trug sich aber zu das man meinte es müsse mehr auf den Gewinn Wert gelegt werden, so wurden ab 1990 all diese einstigen Errungenschaften Stück für Stück abgebaut. Der Schlag unter die Gürtellinie für den Arbeitnehmer kam dann noch mit der Agenda 2010. Ganz mit vorne – die Grünen / mit Frau ….., in der Bundespolitik. Der Bayrische Rundfunk hat der Tage darüber berichtet. Da aus Thüringen kommt schweigt man hier lieber.
    Nun zeigt sich jeden Tag mehr das dieser einstige eingeschlagene Weg ein Irrweg war. Es ist doch so- Gewinne haben den Wert 0 wenn die Käufer rar werden. Das Zauberwort war Export- aber jener dümpelt nun auch nur vor sich hin. Die Weichensteller von einst haben sich feiern lassen und ich fürchte das sie sich wieder feiern lassen wollen mit jedem mm Wegstrecke die sie dem Arbeitnehmer wieder entgegenkommen mit dem was sie ihm einst nahmen. Aber gut, dies ist meine Meinung und es ist auch meine Meinung das die Arbeitnehmer als auch die Arbeitslosen heute allesamt mehr eingeschüchtert sind als vor 1989. Mittellos zu sein oder zu werden ist eine viel größere Last der Angst als Mielke je hat verbreiten können. Die Gewerkschaften haben im großen Stil gepennt als die Globalisierung ohne Sozialunion auf den Weg gebracht wurde, wie war dieses versagen nur möglich… Es ist ein großes Glück das auf den meisten Konsumgütern der wahre nicht Hersteller benannt werden muss, selbst auf dem Brot müsste dort oft Made in PRC stehen, es reicht aber für das logo Made in Germany wenn es in D in den Backofen geschoben wird. Die NGG wird ergo nicht viel ausrichten können, für mehr Lohn fehlt der Käufer bzw. Gast, nur auf zahlungskräftige Touristen zu setzten wird nicht reichen. Ich schätze daher, es werden mehr als 150 Jahre vergehen bis der Thüringer wieder das hat was er schon einmal hatte und das wieder ohne hoch verschuldet zu sein. Wie gesagt – alles meine Meinung.

    • Jakob

      Auch wenn Sie es zum zehnmilliardensten mal schreiben: Ihre Verharmlosung von Mielke und Co. löst bei mir jedesmal aufs Neu BRECHREIZ aus, Felix.

      • Felix Berg

        Da haben sie ja recht, ich könnte nicht sagen das die Mielkesippe ins Herz geschlossen hätte. Deshalb ist es aber um so wichtiger auch die heutigen Sauereien am Bürger zu benennen. Nur weil sich heute viele mit einem C für Christlich oder dem S für Sozialdemokratisch schmücken, heißt dies noch lange nicht das sie dem Bürger wohlgesonnen sind. Man kann und darf nicht alle über einen Kamm scheren, aber das war auch vor 89 so. Wenn ich also schreibe das die Bürger heute mehr geknechtet werden als unter Mielke, dann hat das nichts mit der Verharmlosung von Mielke zu tun. Untaten bleiben Untaten auch wenn sie unter welcher Gesellschaftsform auch immer in der Zeit ihres Wirkens als Erfolg unter das Volk gebracht werden. So seh ich dies Jakob und von daher brauchen wir uns über Brechreize nicht weiter zu unterhalten.

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