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50 Bäckerei-Verkäuferinnen in Eisenach sollen mehr Geld bekommen

NGG: Im Verkauf besonders Frauen von Stress und Überstunden betroffen

„Stress-Jobs“ an der Ladentheke in Bäckereien und Backshops: Viele Überstunden und ein enormer Arbeitsdruck – so sieht der Alltag eines Großteils der rund 50 Bäckerei-Verkäuferinnen in Eisenach aus.

Vom Backen der Brötchen bis zum Saubermachen des Ladens – dazu die Warenbestellung und das Aus- und Einräumen der Regale: Verkäuferinnen haben neben dem laufenden Geschäft jede Menge zu tun. Das ist in einer Schicht kaum zu schaffen, sagt Christl Semmisch von der NGG Thüringen.

Dabei verdienten viele Beschäftigte gerade einmal den Mindestlohn. Für sie fordert die Gewerkschaft nun ein „kräftiges Lohn-Plus“. Zehn Stunden pro Arbeitstag seien für die Beschäftigten im Verkauf keine Seltenheit, berichtet NGG-Geschäftsführerin Semmisch.

Viele Arbeitgeber meinen, dass die Öffnungszeiten der Bäckerei ausreichen, um alle Aufgaben zu schaffen. Aber selbst wenn sie bei der Arbeitszeit eine Stunde drauflegen, bleibt der Stress für die Mitarbeiter gewaltig.

Hinzu komme die besondere Belastung am Abend und am Wochenende. An der Bäcker-Theke im Discounter ende der Arbeitstag oft erst um 22 Uhr – das Aufräumen und Saubermachen noch nicht einmal mitgerechnet.

Unter diesen Bedingungen kann es nicht sein, dass die Beschäftigten nur mit dem Mindestlohn nach Hause gehen, sagt Gewerkschafterin Semmisch.

Für ungelernte Kräfte müsse beim Stundenlohn „mindestens eine Neun vor dem Komma“ stehen. Fachverkäuferinnen und Bäcker-Gesellen sollten zweistellig verdienen – also „10 Euro plus x“, fordert die NGG. Von einem Lohn-Plus würden nach Angaben der Gewerkschaft in Eisenach insgesamt rund 90 Bäckerei-Beschäftigte profitieren. Die NGG fordert den Landesinnungsverband des Thüringer Bäckerhandwerks dazu auf, sich zu „vernünftigen Löhnen für Bäcker und Verkäuferinnen“ zu bekennen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Bereits seit 2003 habe es keinen Tarifvertrag mehr für die heimischen Bäcker gegeben. Semmisch:

Es ist mehr als überfällig, dass der harte Job in der Backstube und im Verkauf besser bezahlt wird. Damit würden die Bäckermeister auch ein Zeichen an den Nachwuchs senden: Es lohnt sich, eine Ausbildung im Bäckerhandwerk zu machen.

In der kommenden Woche will die NGG ihren Forderungen mit „Bäckerei-Visiten“ auch in Eisenach Nachdruck verleihen. Es gehe letztlich darum, endlich aus dem Niedriglohnbereich herauszukommen, so die Gewerkschaft. Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums verdienten bundesweit zuletzt knapp 60 Prozent aller Bäckerei-Beschäftigten weniger als 10,05 Euro in der Stunde. 44 Prozent gaben an, mehr als zwei Überstunden pro Woche zu machen.

In Eisenach dürften die Zahlen noch deutlich schlechter sein, schätzt Semmisch.

Foto: Bäckerei-Verkäuferinnen tüten längst nicht nur Brötchen ein. Sie machen das Geschäft sauber, räumen die Ware ein, bestellen und backen auf. Und das alles oft nur zum Mindestlohn. Die BäckerGewerkschaft NGG fordert nun mehr Geld für die heimischen Beschäftigten.

Andrea T. | | Quelle:

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