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Hauptsache mal weg: Den Koffer packen und ab geht die Reise. Doch dabei zapft Vater Staat den Geldbeutel der Touristen ganz schön an ... | Bildquelle: © Tobias Seifert / BTW Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft

Beschreibung: Hauptsache mal weg: Den Koffer packen und ab geht die Reise. Doch dabei zapft Vater Staat den Geldbeutel der Touristen ganz schön an ...
Bildquelle: © Tobias Seifert / BTW Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft

98 Mio. Euro lassen sich Urlauber aus Eisenach ihre Reiselust kosten

Appell an heimische Bundestagsabgeordnete: „Tourismus nicht teuer machen“

Kofferpacken in Eisenach – Reiselust steht hoch im Kurs: Insgesamt geben die Eisenacher nahezu 98 Millionen Euro pro Jahr für den Tourismus aus – von der Landpartie bis zur Pauschalreise und von der Radtour bis zum Städtetrip. Das geht aus einer regionalen Tourismus-Datenanalyse hervor, die das Pestel-Institut jetzt erstmals für die Initiative „Auf Zukunft gebucht“ der Tourismuswirtschaft gemacht hat. Diese wollte wissen, wie viel das touristische Erleben den Menschen in der Region wert ist.

Vom Kind bis zum Senior in Eisenach: Die Pro-Kopf-Ausgaben für den Tourismus betragen 2.300 Euro im Jahr.

Egal, ob es der Flug zur Ferieninsel oder das Essen am Urlaubsort ist: Rund 16 Prozent von dem Geld, das die Eisenacher ausgeben, fließt in den Tourismus. Zum Vergleich: 12 Prozent sind es für Nahrungsmittel. Ähnlich wie in Eisenach liegt die Ausgabe hier bundesweit bei durchschnittlich 1.800 Euro pro Kopf und Jahr, sagt Matthias Günther.

Für den Leiter des Pestel-Instituts ist der Tourismus damit „ein starker Wirtschaftsfaktor – auch deshalb, weil drei Viertel der Ausgaben in Deutschland bleiben“. Das zeige, dass das „Reiseziel Deutschland“ nach wie vor hoch im Kurs stehe.

Dabei wäre die Attraktivität des Tourismus sogar noch zu steigern. Er könnte Urlaubern aus Eisenach nämlich noch mehr fürs Geld bieten, sagt der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) als Koordinator der Initiative „Auf Zukunft gebucht“.

Dies fange bereits bei der unterschiedlich hohen Besteuerung von Speisen an:

Es ist nicht einzusehen, warum frisch zubereitetes Essen in Restaurants nicht geringer besteuert wird – nämlich mit 7 statt der bislang fälligen 19 Prozent Mehrwertsteuer. Dies ist schließlich bei fertigen Produkten aus dem Supermarktregal oder von der Ladentheke in Bäckereien und Metzgereien, die ‚auf die Hand‘ verkauft werden, völlig normal. Hier wird mit zweierlei ‚Steuermaß‘ gemessen – das ist eine Farce, sagt BTW-Generalsekretär Michael Rabe.

Die Tourismuswirtschaft kritisiert, dass der Staat kräftig an der Preisspirale beim Reisen drehe. Allen voran durch die Luftverkehrssteuer, die Deutschland im Alleingang erhebe. Sie werde immer dann fällig, wenn ein Flugzeug von einem deutschen Flughafen abhebe und mache das Reisen so jährlich um gut eine Milliarde Euro teurer.

Auch die Luftsicherheitsgebühren wälze der Staat – anders als beispielsweise in Spanien, Italien oder in den USA – auf die Reisenden und Unternehmen ab.

Hier geht es um Passagier- und Gepäckkontrollen – und um bundesweit immerhin fast 700 Millionen Euro allein in diesem Jahr. Dabei ist Terrorismusbekämpfung und Gefahrenabwehr eine staatliche Aufgabe, sagt Rabe.

Die Branche appelliert daher jetzt in einem „Tourismus-Brief“ an die heimischen Bundestagsabgeordneten, sich politisch für ein „günstigeres Reiseklima“ einzusetzen.

Es wird Zeit, die Stellschraube staatlicher Kostentreiber im Tourismus zurückzudrehen. Denn es trifft den Großteil der Bevölkerung in Eisenach, wenn der Staat weiterhin einen starken ‚Steuer- und Gebühren-Aderlass‘ beim Tourismus betreibt, so Rabe.

Die Tourismusbranche spricht sich in dem Parlamentarierbrief zudem für ein bezahlbares Bahnfahren aus. Hier dürfe der Staat das Augenmaß nicht verlieren.

Andrea T. | | Quelle:

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  • Jakob

    Ja wer soll die Passagierkontrollen am Flughafen denn sonst bezahlen wenn nicht die Flugreisenden? Die arme Omi, die nur noch mit dem Rollator vor die Tür geht? Genau die würde aber den Luxus der Eisenacher Flugtouristen über ihre Steuern mitbezahlen, würde die „staatliche Aufgabe der Gefahrenabwehr“ vom Staat – also von uns allen – bezahlt. Und – liebe Tourismusbranchenlobbyisten: Bitte hört mir mit dem Mehrwertsteuerunsinn auf. Wenn Mehrwertsteuer, dann für alle gleich. Wer sich einen schönen Urlaub gönnt, der kann auch die Mehrwertsteuer dafür bezahlen. Sorgt doch mal selbst für Kosteneinsparungen. Je günstiger die Reisepreise, desto breitere Bevölkerungsschichten werden reisen und desto mehr Umsatz macht ihr. Nicht immer auf den Staat schimpfen. Der Staat braucht die Einnahmen aus Steuern und Abgaben, um die in unserem Land hervorragende Infrastruktur aufrecht zu erhalten, mit der es überhaupt erst möglich ist, zu reisen, Reisen zu verkaufen und mit Tourismus Geld zu verdienen. Dankt also dem Staat, dass er die Straßen und Schienen baut, auf denen die Tourismuskunden in den Urlaub fahren. Und mit der Flugverkehrsabgabe sorgt der Staat übrigens dafür, dass diejenigen für den Umweltmehrschaden einer Flugreise bezahlen, die ihn durch ihren Flug verursachen. Das ist ein leuchtendes Vorbild für die europäischen Partnerstaaten, das zur Nachahmung zu empfehlen ist. Meine Bitte an den lokalen Bundestagsabgeordneten ist daher: Einheitlicher Mehrwertsteuersatz auf alles, keine Ausnahmen und damit weniger überflüssiger Verwaltungsaufwand. Soli abschaffen (das wäre mindestens ein Urlaubstag extra für jeden Eisenacher, „vom Kind bis zum Senior“ ;) (Nahrungsaufnahme hat übrigens gar nichts spezifisch mit Urlaub zu tun, liebe Lobbies. Essen tut der Mensch das ganze Jahr, warum sollte das im Urlaub billiger sein?)

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