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Autofahrer brauchen kein E10

Der ADAC sieht derzeit keine Notwendigkeit, Ottokraftstoff mit höherem Ethanolanteil (E10) einzuführen. In Regierungskreisen wird erwogen, Superkraftstoff mit einem Anteil von zehn Prozent Ethanol (E10) zusätzlich zum normalen Eurosuper (E5) bereits heute auf freiwilliger Basis zuzulassen. Dazu ADAC-Präsident Peter Meyer: «Für die Autofahrer bringt E10 überhaupt keinen Vorteil. Im Gegenteil: Es besteht die Gefahr, dass sich Ottokraftstoff dadurch insgesamt verteuert. Auch ist nicht auszuschließen, dass es beim Verbraucher zu Verwechslungen kommt, was bei einigen Fahrzeugen zu Motorschäden führen kann. Nach wie vor hat die Automobilindustrie keine klaren und verbindlichen Aussagen darüber gemacht, welche Fahrzeuge E10 vertragen und welche nicht. Die Zusagen vom vergangenen Jahr wurden hier also nicht eingehalten.»
Meyer spricht sich auch aus umweltpolitischer Sicht gegen einen vorgezogenen nationalen Alleingang aus: «Derzeit bestehen beim ADAC erhebliche Zweifel, ob eine nennenswerte Ausweitung der Biokraftstoffnutzung möglich ist, ohne durch die Produktion sensible natürliche Lebensräume mit hoher Artenvielfalt zu gefährden.» Die von der Europäischen Union für 2010 geforderte Bioquote von 5,75 Prozent am Kraftstoffabsatz wird bereits jetzt in Deutschland übererfüllt. Dies wird mit dem Einsatz von E5 (Super), B7 (Diesel) sowie durch den Verkauf von reinem Biodiesel (B100) erreicht. Statt der vorzeitigen Einführung von E10 wäre es nach Ansicht des Clubs besser, den Einsatz von Biodiesel für Speditionen und den Öffentlichen Nahverkehr stärker zu fördern.
Der ADAC begrüßt grundsätzlich die Verwendung von Kraftstoffen mit höherem Bio-Anteil. Dabei muss aber sichergestellt sein, dass es für den Autofahrer nicht zu Mehrkosten kommt, dass die Produktion umweltverträglich erfolgt und dass die Autohersteller verlässliche und belastbare Freigaben für ihre Modellpaletten erteilen.

Rainer Beichler | | Quelle:

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