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Das Tor zur Stadt – eine einmalige Chance für die Zukunft Eisenachs

Ein Filetstück mitten in der Stadt, Hamburg hat seine Hafencity, Frankfurt sein Europaviertel und Eisenach, sein Tor zur Stadt. Auf den ersten Blick klingt dieser Vergleich vielleicht etwas anmaßend, gar übertrieben, aber als nichts Geringeres sollte die ungenutzte Fläche in der Bahnhofstraße verstanden werden. Ein Nährboden für Ideen, Visionen, für ein zukunftsfähiges Eisenach mitten in der Stadt. Die Eisenacher haben hier die einmalige Chance Ihrer Stadt dringend benötigte vollkommen neue Entwicklungsanreize zu geben. Und dieser Chance sollten sich alle Beteiligten bewusst sein.

Das ein großes Einkaufszentrum, sowohl aus wirtschaftlicher, städtebaulicher und stadtentwicklungspolitischer Sicht der größte Fehler gewesen wäre, dass ist zum Glück so vielen klar, dass es letztendlich von der Agenda verschwand. Eisenach wird nicht mit Erfurt und Kassel konkurrieren können, was etwas so visionsloses wie Markenshops angeht. Warum also auf einen Gaul setzen der schon in der ersten Runde aufhört zu traben, vor allem jetzt wo immer mehr Städte in Thüringen Einkaufzentren bauen und sich so die Konkurrenz nur noch mehr erhöht.

Stattdessen sollte etwas geschaffen werden, dass Leben und Ideen nach Eisenach zurückbringt. Das Eisenach wieder von der Werkbank zum Wissensstandort werden lässt und hilft geistige und kulturelle Vielfalt zu erhalten und Auszubauen. Etwas von dessen Bau noch zukünftige Generationen profitieren. Heinrich Ehrhardt gründete vor über 120 Jahren die Fahrzeugfabrik Eisenach, ein Geniestreich, noch heute leben wir von dieser Idee. Aber was hat Eisenach in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht, dass dieser Stadt auch noch in hundert Jahren ein Gesicht, Arbeitsplätze und Ansehen verleiht, wenn der Automobilbau schon längst das zeitliche gesegnet hat?

Für was steht Eisenach in Thüringen und Deutschland? Zur Zeit der letzten Jahrhundertwende gab es hier viele Kongresse die innovative Beschlüsse wie die «VDE 100» auf den Weg brachten. Wäre das nicht ein Anknüpfungspunkt? Tagungsplätze für 200 Personen und mehr, direkt in der Innenstadt, in der Mitte Europas und direkter Bahnhofsnähe. Eine volle Innenstadt, kulturell vielfältige Veranstaltungen, ein sicherer ICE-Halt, volle Hotels und eine gestiegene Wahrnehmung von Eisenach in verschiedenen Fachbereichen wären nur die am leichtesten abzuschätzenden Folgen. – Das müsste doch jeder erkennen?

Ergänzen könnte man diese Entwicklung durch die Gründung eines dringend benötigten Wissenschaftscampus in Eisenach, für eine Hochschule oder ein kleineres Forschungszentrum, die sich auf ein Fachgebiet spezialisieren um Eisenach so wieder zu einem weltweit beachteten Taktgeber in einer bestimmten Disziplin werden zu lassen. Aus solchen Initialinvestments heraus könnte ein Nährboden geschaffen werden, welcher junge innovative Unternehmen in eine Region lockt, die von Überalterung bedroht ist. Solche Investitionen schaffen langfristig Rendite – und mit Sicherheit keine zusätzlichen Verkaufsflächen! Laut Zeitungberichten versuchen die TU Ilmenau und andere Hochschulen seit längerem im ehemaligen Landeskirchenamt eine Außenstelle zu errichten. Hier könnte man anknüpfen, Ihnen eventuell Grundstücke oder Gebäude im Tor zur Stadt zur Verfügung stellen oder das ganze Areal, inklusive Landhaus Pflugensberg gemeinsam mit der Landeskirche entwickeln und vermarkten. Hier steckt ein ungeheures Potential das wir dringend heben sollten.

Das alles in einer mehr oder weniger offenen Bebauung, mit kleinen Plätzen und Grün, einigen Geschäften. Das würde ankommenden Gästen das Bild einer Stadt im Aufbruch zeichnen und nebenbei die mit den zugesagten Fördermitteln verbundenen Arbeitsplätze mit Sicherheit entstehen lassen.

Der Lokalpolitiker der sich einer solchen Aufgabe annimmt und sie umsetzt, der beweist Weitsicht und klientelfreie Politik die einer ganzen Region gut tun wird. Wir haben jetzt die einmalige Chance und sollten uns zutrauen erstmal zu träumen und diese Träume dann Realität werden zu lassen.

Eisenach ist eine einmalige Stadt und gemeinsam können wir das schaffen. Ein erster guter Schritt in die richtige Richtung ist durch das Experten Team bereits getan.

Wie immer stehen wir, als Kulturcarre für jeden Dialog offen und würden uns über Anregungen und Gedanken freuen.

Paul-Philipp Braun |

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