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Dr. Militzer: keine Zukunft für die Automobilzulieferindustrie in Europa

Als Gastredner konnte Dr. Michael Militzer, CEO der Mitec Automotive AG, gewonnen werden. Er sprach zu den Aussichten der Automobilzuliefererindustrie in Deutschland und Europa. Für sein Unternehmen sieht Dr. Militzer keine Zukunft in Deutschland, der Rückbau der Mitec AG sei bereits geplant. Die Produktion in Europa sei nicht mehr rentabel. Die Automobilzulieferbetriebe stünden unter einem enormen Kostendruck seitens der Automobilkonzerne. Eine Verlagerung der Produktion in Länder wie China und die USA sei nicht mehr aufzuhalten, da dort kostengünstiger produziert werden könne. Ein weiteres Argument für die Verlagerung sieht Dr. Militzer in der Verschiebung der Absatzmärkte.

Als weiteres Problem der Zuliefererindustrie sieht er die unsichere Kalkulationsbasis für Investitionen, da die absetzbaren Stückzahlen im Voraus nie planbar sind und seitens der Automobilkonzerne vorgegeben werden. Außerdem werde es für mittelständische Unternehmen schwieriger Kredite bei den Banken zu bekommen, hinzu kommt das neben Zinsen auch immer häufiger «Fees», also zusätzliche Gebühren, auf die Kredite erhoben würden.

Hinsichtlich der Politik übte Dr. Militzer Kritik an der Gewerbesteuer, die es in anderen Ländern nicht gebe. Auch dürfe es nicht sein, dass staatliche Fördermittel an Arbeitsplatzgarantien geknüpft sind. Sein Unternehmen nehme deshalb seit sieben Jahren keine Fördermittel des Landes Thüringen in Anspruch.
Schließlich sieht Dr. Militzer auch auf die Automobilzuliefererbranche in den nächsten Jahren ein Nachfolgeproblem zukommen.

Rainer Beichler | | Quelle:

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