Eisenach Online

Werbung
 | Bildquelle: fotolia.com : © Michael Wolf

Beschreibung:
Bildquelle: fotolia.com : © Michael Wolf

Kreispolitik im Gespräch mit K+S

Am 26. September 2016 haben Vertreter der Kreispolitik die K+S KALI GmbH im Werk Werra in Philippsthal besucht, um sich über die aktuelle Situation im Werk und über Möglichkeiten zur Lösung des Abwasserproblems zu informieren. An der Gesprächsrunde nahmen Landrat Reinhard Krebs und die Vertreter der Kreistagsfraktionen Martin Henkel (CDU-FDP), Dr. Hans-Jörg Lessig (DieLinke), Jürgen Holland-Nell (SPD-Grüne-LAD), René Weisheit (Freie Wähler) sowie Mirko Klich, Leiter der Wirtschaftsförderung im Landratsamt, teil.

Es sei, so Landrat Krebs, eine doppelte Sorge, die ihn und die Fraktionsvertreter das Gespräch mit K+S in der aktuellen Situation suchen ließe. Die Sorge um die Gesundheit der Einwohner in der Region und den ökologischen Zustand der Werra genauso wie die Sorge um Arbeit und Einkommen für Tausende von Menschen. Er wisse, betonte der Landrat, dass es bei einem so komplexen Thema keine einfache Lösung gäbe, was aber offene wie lösungsorientierte Gespräche mit allen Beteiligten und Betroffenen umso bedeutungsvoller machen würde.

Die Leiter des Werkes Werra Roland Keidel und Kurt Lindhof sowie Stefan Böck vom Betriebsrat informierten die Kreispolitiker umfassend über das Verbundwerk und das aktuelle Produktionsgeschehen sowie über intensive Aktivitäten und Möglichkeiten zur Verringerung des Abwasserproblems. Das Verbundwerk Werra mit seinen hessischen und Thüringer Standorten Hattorf, Wintershall und Unterbreizbach sowie das nicht weit entfernte Werk Neuhof-Ellers auf hessischer Seite machen ca. 60% der Produktionskapazitäten der K+S KALI GmbH in Deutschland aus. Auch wenn zurzeit und global betrachtet Überkapazitäten in der Kaliproduktion zu verzeichnen und die Preise niedrig sind, besteht nach wie vor eine ungebremste Nachfrage nach den kieserit- und kaliumsulfathaltigen Spezialprodukten der Werke. Die aktuellen Produktionsausfälle führten daher  zu bedeutenden Umsatzverlusten und störten mittel- bis längerfristig die Kundenbeziehungen, was auch zu Auftragsausfällen und Kundenverlusten führen würde, so die Werksleiter. Eine Lösung des Abwasserproblems läge daher im unternehmerischen Interesse der Standorte des Werra-Fulda-Kalireviers, versicherten sie den anwesenden Politikern. Die einzelnen Lösungsansätze müssten aber für das Unternehmen, neben den ökologischen Zielsetzungen, auch technologisch machbar und wirtschaftlich tragfähig sein. Die politischen Vertreter des Wartburgkreises fragten nach konkreten Lösungsansätzen, von denen Roland Keidel und Kurt Lindhof einige näher erläuterten. Die Abwasserreduktion durch Eindampfung – eine solche Anlage mit einem Investitionsbedarf von 165 Mio € befindet sich aktuell im Bau; die Haldenabdeckung – ein entsprechender Pilotversuch wird zurzeit vorbereitet; eine Rohrfernleitung zur Oberweser – für diese wird aktuell der Antrag für das Raumordnungsverfahren überarbeitet.

In dem knapp zweistündigen Gespräch konnten nicht alle Themen erschöpfend behandelt werden.

Wir werden aber weiter das Gespräch mit den Vertretern des Kaliwerkes Werra suchen, um auf Fortschritte bei der Lösungssuche auf Seiten von K+S, aber auch auf den verschiedenen politischen Ebenen und bei den Planungs- und Verwaltungsbehörden zu drängen, betonte Landrat Krebs im Namen der anwesenden Kreispolitiker zum Abschluss des Gesprächs.

Andrea T. | | Quelle:

Werbung

Die Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft und sofern sie unseren Richtlinien entsprechen, freigegeben.

  • Bürger

    Sehr gut.

    • vigilando ascendimus

      Grundsätzlich OK. Es kommt jedoch darauf an, wie man das meint: „… auf Fortschritte bei der Lösungssuche … bei den Planungs- und Verwaltungsbehörden zu drängen“. Spätestens bei der Frage, die Trinkwasserversorgung auch für kommende Generationen zu sichern, darf es keine faulen Kompromisse geben. Schon der bereits jetzt entstandene Schaden für die Trinkwasserversogung der Region hätte vermieden werden müssen!

      • Bürger

        Meine vollste Zustimmung. Mir imponiert jedenfalls die Lösungsorientierung dieses Ansatzes, der sachliche Ton und dass man einen gemeinsamen Nenner versucht zu finden. Wenn am Ende freilich die Frage nach der „wirtschaftlichen Tragfähigkeit“ neben der Frage stünde, ob jemand Schwermetalle ins Grundwasser einbringen darf, dann gibt es darauf sicher nur eine Antwort.

  • Felix Berg

    Wenn es Technologisch als auch Wirtschaftlich unrentabel ist das Grund- Trinkwasser frei von Schadstoffen zu halten das muss die Grube geschlossen werden. In Hattorf kann schon kein Wasser mehr aus Bächen mehr für Tiere verwendet werden. Sie können auch beweisen das sie das Trinkwasser frei von Schadstoffen halten können. Aber das werden sie mit Sicherheit nicht tun, da keiner sagen kann was im Boden wirklich passiert und wo. Um die Bergleute muss sich keiner Sorgen machen, bis die ihre Vermögen aufgebraucht haben um H4 zu bekommen geht einige Zeit ins Land. Mit Bleicherode hat man nicht so ein Theater gemacht.

Top