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Kürzere Ausbildung – breiteres Fundament

Für eine Straffung und Verkürzung der Berufsausbildung in bestimmten Ausbildungsgängen sprach sich Kultusminister Dr. Michael Krapp mit Blick auf das von der Bundesregierung zur Novellierung vorgesehene Berufsbildungsgesetz aus. In Übereinstimmung mit der Kultusministerkonferenz sehe Thüringen die Möglichkeit einer zweijährigen Ausbildungszeit vor allem in „theoriereduzierten Ausbildungsberufen“. Gleichwohl gehöre dazu aber auch ein modulares System der Weiterbildung, das eine berufsbegleitende Berufskarriere eröffne, sagte Krapp zum 4. Regionalforums der Wirtschaftsinitiative Westthüringen am Dienstag auf der Wartburg..

Der Minister beschwor die Beibehaltung des dualen Ausbildungssystems in Deutschland und erteilte gegensätzlichen Bestrebungen, die sich auch hinter der sogenannten Ausbildungsplatzabgabe verbergen, eine klare Absage. „Es ist unserem dualen Ausbildungssystem zu verdanken, dass Deutschland im internationalen Vergleich die höchste Quote mit abgeschlossener Berufsausbildung hat. Und dabei muss es bleiben“, so Krapp. „Wir brauchen nicht Praxisferne, sondern die Nähe zur Arbeitswelt.“ Er verwies auf konsequente Strategie zur Berufswahlvorbereitung in Thüringen – von den Empfehlungen für das fächerübergreifende Thema Berufswahlvorbereitung und den praxisbezogenen Fächern der Stundentafel mit dem künftig breiter angelegten Fundament Wirtschaft, Recht, Technik (WRT) bis hin zu Praxisklassen und der F 10 (Freiwillige 10. Klasse) in der Regelschule.

Krapp dankte der Thüringer Wirtschaft für die Bereitstellung betrieblicher Ausbildungsplätze, den „höchsten Anteil im Vergleich zu den anderen jungen Ländern“ und machte auf die kommende Umkehr des Problems aufmerksam:
Ab 2006, wenn der Geburtenrückgang die berufsbildenden Schulen erreicht, werde nicht mehr die Suche nach dem Ausbildungsplatz die Diskussion bestimmen, sondern die Suche nach dem Lehrling.

Rainer Beichler | | Quelle:

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