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Neue Fenster – ja oder nein?

Beratung der Verbraucherzentrale Thüringen hilft bei der Entscheidung

Neue Fenster können die Energiebilanz eines Hauses wesentlich verbessern, Sonnenlicht und -wärme hereinlassen und den Lärmschutz erhöhen. Dennoch denken viele Menschen beim Stichwort „Fenster austauschen“ eher an hohe Kosten oder ein erhöhtes Schimmelrisiko. Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen, gibt Auskunft.

Warum sollten Fenster ausgetauscht werden?

Die meisten Fenster, die vor 1995 eingesetzt wurden, sind unter effizienztechnischen Gesichtspunkten ein Sanierungsfall, sagt Ballod.

Um Heizkosten zu sparen und das Klima zu schonen, müssten sie theoretisch also durch neue ersetzt werden. Denn moderne Fenster lassen weniger Wärme nach draußen und können so den Wärmebedarf eines Hauses erheblich senken. Einsparungen von 5 bis 15 Prozent sind laut Ramona Ballod durchaus möglich. Außerdem verbessert sich der Wohnkomfort, denn die neuen Fenster haben, auch wenn es draußen kalt ist, innen eine höhere Obernflächentemperatur.

Was gilt es bei der Fenstererneuerung zu beachten?
Neue Fenster sind eine Investition für viele Jahre. Die Energiereferentin empfiehlt deshalb, sich bei der Entscheidung von einem unabhängigen Experten beraten zu lassen.

So kann auch sichergestellt werden, dass die Fenster zum Haus und eventuellen weiteren Sanierungsvorhaben passen. Zudem wird der Aspekt der Förderung thematisiert. Für neue Fenster, die die gesetzlichen Wärmeschutzvorgaben übertreffen, gibt es einen Zuschuss, erläutert Ramona Ballod.

Oft auch möglich und finanziell günstiger ist nur der Austausch der Verglasung. Hierfür sollte der Handwerker aber mit Bedacht bzw. ein spezialisiertes Unternehmen gewählt werden.

Was ist nach einem Fenstertausch wichtig?

Manche Verbraucher fürchten ein erhöhtes Schimmelrisiko, wenn sie die Fenster erneuern, berichtet die Energieexpertin. Hintergrund ist, dass viele alte Fenster undicht sind und so für eine ständige Lüftung sorgen. Dieser Effekt entfällt bei den neuen, dichten Fenstern.

Damit steigen in den Räumen Luftfeuchtigkeit und Schimmelrisiko. Regelmäßiges Lüften ist aber ein einfaches und effektives Gegenmittel. Manchmal kann auch der Einbau einer Lüftungsanlage sinnvoll oder notwendig werden. Das sollte bei der Planung der neuen Fenster von der Fensterfirma oder einem Fachplaner geprüft werden. Auch für Lüftungstechnik gibt es öffentliche Fördermittel von der KfW.

Bei allen Fragen zur energetischen Sanierung und richtigem Lüften hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale: online, telefonisch oder mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter 0800 – 809 802 400 (kostenfrei). In Eisenach findet die Beratung im Bürgerbüro am Markt 22 statt. Eine Terminvereinbarung für Eisenach ist auch möglich unter 03691 670800. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Andrea T. | | Quelle:

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  • Christian

    Gut, also packe ich mir in meine Jugendstilfassade neue Plastefenster rein, am besten 4-fach verglast, damit auch ja viel von dem solaren Energiegewinn weg fällt und bloß kein Licht mehr in die Räume kommt. Heutzutage braucht man ja eigentlich riesige Glasflächen, um bei den 837-fach Verglasungen noch etwas Restlicht in die Räume zu bekommen. Blöd nur, dass diese großen Flächen wieder mehr Wärmeverlust zur Folge haben, aber die ENEV berücksichtigt das ja gottseidank nicht ;-). Fenster sind aber eigentlich eh lästig, am besten man mauert alles zu und haut ordentlich brandgefährlichen Giftmüll … ääh Styropor an die Wand. Hat dann auch die beste Energiebilanz.

    • commentatore

      Es geht ja nicht primär um die „Energiebilanz“. Man friert schon auch weniger mit guten Fenstern. Und gerade bei „Jugendstilfassaden“ sind gute Fenster besonders wichtig, weil man die Fassade von außen nicht mit „Plaste“ zumauern wird wollen. Meines Wissens gibt es auch Holzfenster mit guter Verglasung, die sich auch im Jugendstilaltbau gut machen. Aber man darf natürlich auch alles auf dem Standard belassen, den man gerade hat und mehr Geld fürs Heizen ausgeben. Oder frieren statt heizen und dabei die eminente Helligkeit alter Verglasungen (ist das wirklich so?) genießen, auch eine Möglichkeit.

      • Christian

        Klar gibt es auch Holzfenster, die sich im Altbau gut machen, die kosten aber das Mehrfache von den einfacheren PVC-Modellen. Dazu sind selten die dünnen Profile der Altbaufenster bei neuen Fenstern realisierbar.
        Sicher, alte, einfach verglaste Fenster bedürfen einer Verbesserung, ein Austausch ist dabei aber nicht in jedem Falle die beste Lösung. Aus denkmalpflegerischer Sicht, bieten sich hier wesentlich mehr Möglichkeiten einer Ertüchtigung (z.B. Vakuumglas oder Kastenfenster).

        Abgesehen von den Denkmalaspekten, die Frage ist doch einfach: lohnt sich das Ganze?

        Beispiel:
        200qm Altbau, ältere, doppelverglaste Fenster.
        20 neue Fenster mit Handwerkerkosten ~ 20tsd. Euro.
        Einsparung 5% der Heizkosten.
        Jahresverbrauch: Deutschland in Durchschnitt 13,6 Liter pro Jahr, ohne Warmwasserbereitung. Da wir annehmen es ist ein Altbau und hat alte Fenster, rechnen wir mal sehr großzügig mit 20 Litern pro qm. Das wären 4000 Liter Heizöl pro Jahr oder 2000 Euro wenn der Ölpreis mal wieder etwas höher ist.
        Das bedeutet, bis sich die Fenster gelohnt haben, müssen 200(!) Jahre vergehen… selbst bei 15% Einsparung würde sich das Ganze erst nach 67 Jahren lohnen, aber durch fehlende solare Gewinne, häufigeres Lüften und schlicht durch die Schönrechnerei der Verkäufer, werden diese Prozente in der Realität fast nie erreicht.

        Den Verkäufer freut natürlich die Naivität der Häuslebauer, den Handwerker und die Bank auch. Und wie steht es mit der Umwelt? Sicher, es wird weniger CO2 ausgestoßen, das ist schon positiv. Aber muss der gemeine Bürger dermaßen zur Kasse gebeten werden, um seinen kleinen Beitrag zu leisten, wenn Industrie und Wirtschaft keinerlei Anstrengungen erblicken lassen? Der Handel mit Emmisionsrechten, Verlagerung der Produktion ins Ausland, „Bio“sprit und EEG Umlage sind nur wenige Themen, bei denen die Umwelt dem Geld weichen muss und der Bürger schon zur Kasse gebeten wird. Der Aufruf, sich neue Fenster einbauen zu lassen, um die Umwelt zu schonen, klingt da nur noch nach Marketing aufgrund rein wirtschaftlichem Interesse.

        Achso und ja, Dreifachverglasungen sind wesentlich dunkler und weisen meist einen stärkeren Farbstich auf. Bei bedampften Gläsern ist der Effekt besonders ausgeprägt. Das kann sogar soweit gehen, dass Ihre Pflanzen am Fenster nicht mehr gedeihen.

        • commentatore

          Nach einer Broschüre des Deutschen Mieterbunds (Heizspiegel 2015) lassen sich allein durch den Austausch von Fenstern sogar nur 2% Heizkosten einsparen. Da müssten Sie also noch ein wenig länger leben, damit sich das nach Ihrer Rechnung amortisiert.

          Satte 15% ließen sich, glaubt man dem DMB, allerdings durch den Austausch der Ölheizung (Steinzeit!) einsparen ;)

          Für mich bleibt dennoch, dass ich es als sehr unangenehm enpfinde, wenn es in Wohnräumen ständig zieht. Und von alten Fenstern geht ordentlich Konvektion aus. Zieht es dagegen nicht, dann empfinde ich sogar eine geringere Raumtemperatur als angenehmer. Setzen Sie sich mal in einen perfekt isolierten Raum mit Fußbodenheizung. Da beginnt man schon bei 20 Grad zu „schwitzen“. Und etwas Komfort und Behaglichkeit kann man sich ja auch was kosten lassen, auch wenn es sich nicht amortisiert. Ich fahr aus Komfortgründen auch zwei Tonnen Auto, auch wenn ein Fahrrad nachhaltiger wäre.

          • Christian

            Meine Rechnung war ja auch schon sehr großzügig…

            Ich gebe Ihnen Recht, dass es in einer zugigen Wohnung an Behaglichkeit mangelt. Dass dieses Problem meist mit neuen Dichtungen, für ein paar Euro behoben werden kann, sollte aber auch noch gesagt werden. Dass man eine eventuell kältere Glasoberfläche älterer Fenster wirklich wahrnehmen kann, glaube ich nicht.

            Ihre Aussage „Da beginnt man schon ab 20 Grad zu „schwitzen““ könnte auch mit der erheblich höheren Luftfeuchtigkeit in absolut dichten Häusern mit wenig Lüftung erklärt werden. ;-)

  • Nachhaltiger

    „Die meisten Fenster, die vor 1995 eingesetzt wurden, sind unter
    effizienztechnischen Gesichtspunkten ein Sanierungsfall, sagt Ballod.“

    Zum Glück erfüllen meine Fenster aus heimischen Hölzern von „1904“, ergänzt durch Vorsatzfenster noch heute Ihren Zweck. Natürlich muss man Sie gelegentlich streichen und mal einen Wetterschenkel erneuern, aber unter nachhaltigen Gesichtpunkten nicht zu übertreffen! Oder?

    • Christian

      Stimmt! :-) Und Stil hat das auch noch.

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