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Positive Stimmung im Wartburgkreis und in der kreisfreien Stadt Eisenach

Aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Erfurt

Die konjunkturelle Entwicklung in der Wartburgregion bleibt zu Jahresbeginn 2017 auf einem hohen Niveau, informiert Stefan Fricke, Leiter der Regionalen Service-Center Bad Salzungen und Eisenach,  über das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Erfurt.

Die Inlandsnachfrage gibt weiterhin Anlass für Optimismus und auch der Exporthandel zeigt sich trotz globaler Unsicherheiten relativ stabil. Der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Lage als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, erreicht  im Wartburgkreis 109 und in der kreisfreien Stadt Eisenach 114 von 200 möglichen Prozentpunkten.

Das ist ein sehr gutes Ergebnis, kommentiert Stefan Fricke die Zahlen, denn damit liegt die Region über dem  langjährigen Durchschnitt, der für  Eisenach bei 98 und für den Wartburgkreis bei 104 Prozent liegt. Unsere Unternehmen präsentieren sich derzeit in einer sehr guten Verfassung, so der Regionalleiter.

Branchenübergreifend beurteilten 90 Prozent der Befragten in der Wartburgregion ihre derzeitige Geschäftslage mit „gut“ oder „befriedigend“. Gefüllte Auftragsbücher haben für eine solide Ertragslage gesorgt.  Ein Großteil der positiven Entwicklung gehe auf das Konto der intakten Binnennachfrage. Vor allem der private Konsum sei inzwischen zu einer unverzichtbaren Stütze geworden.

Nach den Zukunftsaussichten gefragt, rechnen 77 Prozent der befragten Unternehmen aus dem Wartburgkreis mit einer gleichbleibenden oder sogar noch günstigeren Geschäftslage. 23 Prozent gehen von einer Verschlechterung ihrer Situation aus. Bei den Eisenacher Unternehmen ist der Blick auf die nächsten Wochen noch etwas optimistischer. 83 Prozent der befragten Unternehmer haben positive Erwartungen, nur 17 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.

Die Perspektiven für den Arbeitsmarkt bleiben damit vielversprechend, unterstreicht der RSC-Leiter.

Der aktuelle Beschäftigungszuwachs dürfte auch in den nächsten Monaten anhalten. Immerhin 80 Prozent der Unternehmer in Eisenach und 73 Prozent im Wartburgkreis wollen ihre Mitarbeiterzahl beibehalten. Bei rund 12 Prozent der Befragten stehen auch Neueinstellungen auf der Tagesordnung.

Sorgen bereitet dagegen die beharrlich schwache Investitionsneigung. Sie bleibt die Achillesferse der konjunkturellen Entwicklung, gibt Fricke zu bedenken.

Trotz günstiger Finanzierungsbedingungen und gut ausgelasteter Kapazitäten sei auch in den kommenden Monaten keine nennenswerte Dynamik zu erkennen. 26 Prozent der Eisenacher Unternehmer  wollen ihr Budget kürzen oder gar nicht zu investieren. Im Wartburgkreis beabsichtigt jeder Zweite weniger Geld für neue Maschinen und Anlagen auszugeben.

Die Wartburgregion ist geprägt von einer starken Industrie.

Es gibt in unserem Bereich 78 Industriebetriebe mit 50 und mehr  Beschäftigten, so der RSC-Leiter.

In den 12 Eisenacher Industriebetrieben waren im Herbst 2016 durchschnittlich 6.344 Personen beschäftigt, 244 mehr als ein Jahr zuvor. Die Anzahl der Industriebeschäftigten im Wartburgkreis stieg im gleichen Zeitraum um 156 auf 12.088.

Im verarbeitenden Gewerbe berichten 46 Prozent der Manager von gut gehenden Geschäften, 43 Prozent urteilen mit befriedigend. Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen verzeichnet stabile Auftragseingänge und lastet die Kapazitäten über 80 Prozent aus. Für die nächsten Monate haben die Unternehmer ihre Erwartungen allerdings etwas zurückgeschraubt. Zwar rechnen noch 12 Prozent mit einer Verbesserung ihrer Situation, 17 Prozent aber auch mit einem ungünstigeren Verlauf. Die Skepsis dürfte hauptsächlich aus der Ungewissheit über die zukünftigen transatlantischen Beziehungen sowie aus dem aktuellen Zustand der EU resultieren. Die nicht abgeschlossene Staatsschuldenkrise im Süden des Euroraums, die Reformnotwendigkeiten Frankreichs und die Schwierigkeiten im italienischen Bankensystem könnten die Wachstumsaussichten schädigen.

Im Dienstleistungssektor stehen die Konjunkturampeln weiter auf grün. Die Mehrzahl der Firmenchefs ist mit der momentanen Lage zufrieden und arbeitet mit Gewinn oder kostendeckend. Damit hat sich auch die Einstellungsbereitschaft in der Branche nochmals erhöht. 23 Prozent der Unternehmer planen neue Arbeitsplätze und 69 Prozent wollen ihren Personalbestand beibehalten.

Der Boom im Baugewerbe setzt sich auch zu Jahresbeginn 2017 weiter fort. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt und veranlassen die Unternehmer zu einer positiven Einschätzung ihrer Geschäftslage. Immerhin 87 Prozent der Befragten beurteilen die aktuelle Situation mit gut oder befriedigend. Drei von vier Betrieben lasten die Kapazitäten mehr als 80 Prozent aus. Auch der Blick auf die kommenden Monate signalisiert eine Fortsetzung dieser Tendenz. So erreicht die Branche ihr bestes Konjunkturergebnis seit 1994.

Trotz der anhaltenden Ausgabefreudigkeit der Kunden, wird die derzeitige Lage im Einzelhandel im Vergleich zum Herbst 2016 von den Firmeninhabern zurückhaltender beschrieben. Die strukturellen Probleme des Wirtschaftszweiges durch den zunehmenden Konkurrenzkampf zwischen stationärem Einzelhandel und dem Online-Geschäft belastet vor allem kleine Betriebe in den ländlichen Regionen. Dementsprechend spiegelt sich die hohe Konsumbereitschaft der Kunden nur bedingt in den Umsatzzahlen wider.

Stefan Fricke zeigt sich erfreut über die überwiegend positive Stimmung in der Unternehmerschaft. Sowohl die aktuelle Geschäftslage, als auch die Erwartungen und Pläne der Unternehmen für die Zukunft lassen auf eine Fortsetzung der positiven Entwicklung hoffen. Angesichts der globalen Unsicherheitsfaktoren und zahlreichen Negativmeldungen sind das weiterhin sehr gute Nachrichten. Gleichwohl dürfen eventuelle Risiken nicht außer Acht gelassen werden. Ganz oben auf der Gefahrenliste stehen für die Unternehmer der Fachkräftemangel, die Höhe der Arbeitskosten, die Energiepreise sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Die Politik sollte daher die Wachstumskräfte stärken, um einen selbsttragenden Aufschwung zu unterstützen.

Andrea T. | | Quelle:

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