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Foto: fotolia.com : © BillionPhotos.com

Small sister is watching you!

Spionin im Kinderzimmer – wenn die Puppe die Familie überwacht

In tausenden Kinderzimmern steht sie und erfüllt Mädchenträume: die sprechende Spielzeugpuppe „Cayla“. Aber „Cayla“ ist in Wirklichkeit ein illegales Abhörgerät – ein verkleideter Bluetooth-Sender – und sendet ihre Gesprächsinhalte an die Server des amerikanischen Konzerns „Nuance Communications“. Dort werden die Stimmprofile, die „Cayla“ gesendet hat, ausgewertet und analysiert, einschließlich Wohnadresse der Puppenmama. Small sister ist watching you! Die Bundesnetzagentur hat Eltern dazu aufgerufen, die Puppe zu vernichten, da der Besitz von getarnten Abhöranlagen strafbar sei. Ein Vernichtungsprotokoll befindet sich auf der Webseite der Bundesnetzagentur. Konstruiert wurde die Puppe vom amerikanischen Unternehmen „Genesis“.

Dass Privatunternehmen derart perfide Abhörtechniken benutzen und Kinderspielzeug in dieser Form manipulieren, um auch sensible Daten von Kindern und Familien verarbeiten zu können, ist schlicht eine Sauerei, so Dr. Hasse. Abhören und Überwachen von Privatpersonen wird offensichtlich zunehmend eher zur Regel als zur Ausnahme und die gesetzlichen Regelungen zum Datenschutz werden zunehmend zur Makulatur. Denn wohl kaum haben die Kinder, die mit der Puppe spielen, oder deren Eltern freiwillig eingewilligt, dass die Dialoge mit der Puppe aufgezeichnet, weitergesendet und ausgewertet werden.

Der Thüringer Datenschützer rät den Eltern dringend, jedes „smarte“ Spielzeug zuvor ausgiebig unter die Lupe zu nehmen, bevor sie es ihrem Nachwuchs tatsächlich zum Spielen überlassen.

Wir brauchen dringend einen Spielzeug-TÜV, der sich auch auf derartige technische Kommunikationsfunktionen konzentriert, so Hasse abschließend.

Andrea T. | | Quelle:

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  • JoDo

    Das böse Püppchen sendet also per bluetooth an den amerikanischen Konzern – das nenn ich mal technischen Fortschritt.

    Und bestraft werden nicht die amerikanischen Datensammler, sondern die Mamas der minderjährigen Puppenmamas, weil jene den Nachwuchs nicht nach etwas gefragt haben, wovon niemand zu träumen wagt und deshalb auch keine Kenntnis haben kann? Ist schon wieder 1. April?

    Und unsere Datenschützer sind übrigens erst aufgewacht, als ihnen ein Student aus Eigeninitiative den Sachverhalt direkt unter die Nase gerieben hat. Waren vielleicht noch mit der „Nasa“ beschäftigt …

    Insgesamt großes Kopfschütteln.

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