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Der kürzeste Schulweg ist nicht immer der beste – Eltern sollten mit ABC-Schützen üben

In wenigen Tagen enden die Sommerferien in Thüringen und Sachsen, in einigen anderen Bundesländern hat die Schule bereits begonnen. Nach den Ferien nehmen wieder tausende Schüler am Straßenverkehr teil und müssen den täglichen Weg zur Schule und zurück bewältigen. Vor allem Schulkinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, sind laut Unfallstatistik besonders gefährdet. Der kürzeste Weg muss dabei nicht immer der sicherste sein.

Die aktuelle Thüringer Verkehrsunfallstatistik spricht eine deutliche Sprache: Schulwegunfälle sind keine Seltenheit. Am gefährlichsten ist der Weg zur Schule, wenn die Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. „Autofahrer sollten gerade jetzt verstärkt auf die wieder am Straßenverkehr teilnehmenden Kinder und Jugendlichen achten“, appelliert Verkehrsexperte Torsten Hesse vom TÜV Thüringen. Vor allem die Jüngsten, die den Weg zur Schule erstmals allein absolvieren und noch unerfahren sind, bedürfen unserer besonderen Aufmerksamkeit.

Der kürzeste Weg zur Schule entpuppt sich bei genauerer Betrachtung oftmals nicht unbedingt als der sicherste. Gerade das Überqueren von verkehrsreichen Straßen und Kreuzungen stellt für die jüngsten Verkehrsteilnehmer eine Herausforderung dar. Eltern sollten darauf drängen, dass ihre Kinder immer Fußgängerüberwege oder Ampeln nutzen. In jedem Fall sollte der Schulweg so gewählt werden, dass das Überqueren von Straßen nur in gut einsehbaren Bereichen geschieht. Die Straße zwischen parkenden Autos zu passieren erhöht das Unfallrisiko beträchtlich, weil Kinder von Autofahrern aufgrund ihrer kleineren Silhouette viel schlechter wahrgenommen werden als Erwachsene.

Eltern sollten die letzten Tage vor Schulbeginn daher nutzen, um mit ihren Sprösslingen den Weg zur Schule und zurück zu üben. Das funktioniert am besten zu den Zeiten, an denen die Kinder auch ihren Schulweg bewältigen müssen. „Dabei ist es gerade für Erstklässler wichtig, dass ihnen die direkten Gefahren im Straßenverkehr genau erklärt werden und auf besonders gefährliche Verkehrssituationen auf dem Schulweg hingewiesen wird“, rät Torsten Hesse. Auf keinen Fall kommt es auf eine Rekordzeit, sondern vielmehr auf den sichersten Weg an. „Ein kleiner Umweg erweist sich nicht selten als weniger gefährliche Route“, meint der Verkehrsexperte.

„Nach der letzten Stunde möchten Schulkinder möglichst schnell nach Hause. Sie denken auf dem Heimweg nicht darüber nach, ob sie von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden. Leichtsinnsunfälle beim Überqueren der Straße häufen sich besonders in den frühen Nachmittagsstunden. Autofahrer sollten daher immer darauf gefasst sein, dass ein Kind unverhofft die Straße überquert“, gibt Hesse zu bedenken.

Viele Schüler sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Auch hier lauern Gefahren, vor allem beim Ein- und Aussteigen. „Das Benutzen von Bussen und Bahnen sollte speziell Erstklässlern am Anfang nicht gleich allein zugemutet werden“, empfiehlt Torsten Hesse. Schulkinder, die mit dem Fahrrad zur Schule fahren, sollten den Weg ganz genau kennen und sicher mit ihrem Fahrrad umgehen können. Auch hier ist es ratsam, mit dem Kind den Schulweg auf dem Fahrrad zu üben. Ein verkehrssicheres Rad und ein Fahrradhelm sind für Kinder und Eltern hoffentlich selbstverständlich.

Steffen E. | | Quelle:

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