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Frauen in der Politik – Eine Gesprächsrunde

Bildquelle: © F. Klemm / Wartburg-Radio 96,5
Kristin Lemm (LINKE), Ulrike Quentel (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Eisenach), Dorothee Schwertfeger (CDU) und Dr. Juliane Stückrad (SPD) (v.l.n.r.) sowie Kati Engel (LINKE, nicht im Bild) gaben den Nachwuchsredakteuren Auskunft zu ihrer politischen Arbeit. Philipp Pommer (LINKE) unterstützte das Projekt bei der Umsetzung (links).

„Frauen in der Politik“ heißt ein Projekt vom Wartburg-Radio, gemeinsam mit der Jugendredaktion „MLG Output“ vom Martin-Luther-Gymnasium in Eisenach. Junge RadiomacherInnen hatten im Dezember 2022 eine Gesprächsrunde mit Frauen organisiert, die regional politisch aktiv sind – im Stadtrat, im Landtag oder auch politisch beratend.

Die Radio-Gesprächsrunde fand im offenen Jugend- und Wahlkreisbüro, RosaLuxx., der linken Landtagsabgeordneten Kati Engel statt. Beim Gespräch waren Dr. Juliane Stückrad (SPD), Dorothee Schwertfeger (CDU), Kristin Lemm (Die LINKE), Kati Engel (Die LINKE) sowie Ulrike Quentel (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Eisenach) dabei. Eingeladen waren Frauen aller Fraktionen, die Zeit und Lust hatten, mitzumachen. Vor Ort waren sechs Jungen und Mädchen im Alter von 11 Jahren, gemeinsam mit Lehrerin Daniela Sauerland.

Im Vorfeld hatten sich die jungen Leute im Wartburg-Radio getroffen und darüber diskutiert, ob sie Männer und Frauen gleichberechtigt in der Politik wahrnehmen. Zusammen erstellten sie einen Fragenkatalog, um für die Gesprächsrunde mit den politisch aktiven Frauen gut vorbereitet zu sein. Max Strickler und Anna-Maria Meier (beide 11)  wollten zum Beispiel gerne wissen, ob die Frauen Unterstützung von ihren Familien bekommen:

Ohne meine Familie ginge das alles nicht, berichtete Dr. Juliane Stückrad (SPD), Mit Kindern braucht man, wenn man als Mutter politisch unterwegs sein möchte, ein starkes soziales Netzwerk, um die Zeit zu haben, Politik zu machen.

Ein Fazit des Talks war es, dass Frauen oft auch in ihrer Rolle als Mutter von Kindern wahrgenommen werden, Männer  dagegen werden eher weniger als Väter benannt und dargestellt.

Es geht schon sehr viel Freizeit für mein politisches Ehrenamt drauf, sagte Kristin Lemm (Fraktionsvorsitzende  DIE LINKE), Man sitzt auch am Wochenende dran. Oder der Partner kommt gerade von der Arbeit nach Hause und hat Feierabend und ich breche schon wieder auf, um zu einer Sitzung zu gehen. Man braucht einen Partner, der Verständnis für das politische Ehrenamt hat. Ohne familiäre Unterstützung würde das alles gar nicht gehen.

Bildquelle: © F. Klemm / Wartburg-Radio 96,5
Mit Lehrerin Daniela Sauerland befragten Max Strickler, Anna-Maria Meier, Eva Becker, Victoria Winkels, Malou Zilian und Carolin Penz vom Martin-Luther-Gymnasium Eisenach politisch aktive Frauen aus der Region.

Die jungen Radiomachenden erfuhren beim Gespräch auch, dass sie die Stadtratssitzungen in Eisenach besuchen können, um sich zu informieren und sie bekamen Tipps, wie sie als Jugendliche selber in die Politik reinschnuppern können.

Hintergrund für das Projekt ist folgender: Im Jahr 1919 wurde die erste deutsche Demokratie mit der Weimarer Republik begründet. Errungenschaften wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit oder das Frauenwahlrecht wurden damals durchgesetzt. Frauen durften erstmalig wählen und sich auch wählen lassen. Die damalige Verfassung galt als eine der fortschrittlichsten ihrer Zeit und galt vielen anderen Ländern als Vorbild. Dennoch wurde die Demokratie angefeindet und vom Terror des Nationalsozialismus abgelöst. Sie zerbrach.

Was bleibt, ist unter anderem die Frau als politisches Individuum. Doch was ist von den Errungenschaften jener Zeit geblieben?

In Thüringen und Deutschland sind immer noch ungenügend viele Frauen in politischen Positionen aktiv. Nicht mal ein Drittel der Abgeordneten im Bundestag sind Frauen. Im Thüringer Landtag sind es auch knapp weniger als ein Drittel. Warum ist es so schwierig, eine politische Gleichberechtigung für Frauen umzusetzen? Welche Motive haben Frauen, politisch aktiv zu sein oder es nicht zu tun, welche Hürden gibt es? Wie nehmen Frauen es wahr, in einer männerdominierten poltischen Welt zu agieren? Diese Fragen wollten die SchülerInnen erforschen und hatten die Idee, mit Frauen aus der Region über Politik ins Gespräch zu kommen. Der Weimarer Republik e.V. hatte zu dem Projekt angeregt.

Sie haben ihre Ergebnisse für eine Radiosendung aufbereitet. Zu hören ist der Talk an folgenden Sendeterminen auf der Frequenz UKW 96,5 zu:

  • Dienstag, 17. Januar um 16 Uhr
  • Donnerstag, 19. Januar um 10 Uhr
  • Sonntag, 29. Januar um 19 Uhr
  • Mittwoch 1. Februar um 14 Uhr

Nach der Erstaustrahlung ist der Talk auch in der Audiothek zum Nachhören verfügbar: www.wartburgradio.org.

Gefördert wurde das Projekt vom Weimarer Republik e.V. und dem Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

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