Anzeige

Jahreskonzert der Carl Bechstein Stiftung im Rokokosaal

Mit dem Ziel, das Klavierspiel nachhaltig zu fördern, engagiert sich die Carl Bechstein Stiftung seit vielen Jahren in der Spitzen- und Breitenförderung von Kindern und Jugendlichen. So stellte die Stiftung deutschlandweit bislang mehr als 220 Schulen kostenlos Klaviere zur Verfügung, mit denen im täglichen Umfeld von Kindern geübt und unterrichtet werden kann. Besonders begabte junge Pianisten werden durch Sonderpreise und Stipendien gefördert, etwa beim Carl Bechstein Klavierwettbewerb.

Einmal im Jahr präsentieren die Besten von ihnen ihr Können im Berliner Schloss Charlottenburg. Dieses Jahr kam die Stiftung mit ihrem Jahreskonzert in den Rokokosaal, in dem seit zwei Jahren ein neuer Bechstein-Flügel steht. Adele-Marie Schäfer (geboren 2006), Vincent Heeren (geboren 2009) und Odric Aurelian Gaspers (geboren 2005) hatten sich für das Konzert in Eisenach für ihr Programm schwergewichtige Konzertstücke vorgenommen, die sie ebenso leichthändig wie künstlerisch hochvirtuos meisterten. Die jungen Musiker*innen sind allesamt bereits mehrfach mit den höchsten Jugend-Musiziert- und anderen Preisen ausgezeichnet und bereits in Hochschulen als Jungstudenten eingeschrieben. Faszinierend bei solchen Konzerten ist, wie reine Spielfreude und immense Ausdrucksstärke bereits im Jugendalter zu ganz homogenen Klangbildern und durchdachten, im Moment des Spielens mitgelebten Interpretationen führt.

In den aufgeführten Werken von Bach, Mozart, Liszt, Chopin, Schumann und Rachmaninow wurde gewissermaßen der gesamte Kosmos barock-klassisch-romantischen Tastenspiels umrissen und zu vielfarbig schillernden Sternbildern zusammengesetzt. So verblüffte Adele-Marie Schäfer dank ihres wunderbaren Legatospiels nicht nur mit Bachs Englischer Suite Nr. 3 in Bachs Geburtsstadt Eisenach, sondern auch mit der zeitgenössischen Etüde C-Dur des lettischen Komponisten Rihards Dubra, Jahrgang 1961. Genau diesen zeitgenössischen Akzent braucht klassische Musik, um nicht ins museale abzugleiten. Er wurde gegeben!

Mozart sei für Kinder zu leicht und für Erwachsene zu schwer, heißt es landläufig: Vincent Heeren brillierte gerade in der berühmten Sonate a-Moll, KV 310, entstanden in Paris nach der Nachricht vom Tod seiner Mutter. Seine Klangdeutung hatte den entsprechenden Tiefgang. Nicht minder intensiv musizierte Odric Aurelian Gaspers Robert Schumanns Drei Romanzen op. 28. Schönheit liegt bei Schumann meist in einem gewissermaßen kommentarhaften Ausformulieren der Mittelstimmen. Das wusste Gaspers und ließ dadurch die perlenden Akkordbrechungen nicht nur einfach laufen, sondern gab insbesondere im mit „Einfach“ überschriebenen Mittelsatz dem Werk einen zeitlosen Mittelpunkt.

Eisenach freut sich auf mehr von der Bechstein Stiftung: Jederzeit herzlich willkommen!

Anzeige
Top