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Jüdisches Leben in Eisenach

Schüler der Oststadtschule produzierten zwei Radiosendungen

Am Freitag, dem 9. November jährt sich der 80. Gedenktag an die Reichsprogromnacht – vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich – so auch in Eisenach. Der Berliner Journalist und Künstler Hans Ferenz hat mit Blick auf den Gedanktag gemeinsam mit der Klasse 10 b der „Oststadtschule“ Eisenach ein Radioprojekt initiiert. Die Jugendlichen aus der staatlichen Gemeinschaftschule haben sich ein halbes Jahr lang unter der Leitung von Lehrerin Karin Schäfer thematisch mit dem dunklen Kapitel deutscher Geschichte auseinandergesetzt. Die jungen Leute sind mit Menschen aus Eisenach und Experten ins Gespräch gekommen:

Ich wollte, dass sich auch junge Leute mit dem Thema beschäftigen, damit so etwas wie die Judenverfolgung und der Holocaust im Dritten Reich sich möglichst nie mehr wiederholt, so Ferenz. Sie sollten auf Menschen treffen und mit ihnen über die Geschichte, über Antisemitismus und über Ausgrenzung und beginnenden Antisemitismus heute reden. Und wenn dann eine Radiosendung gelingt und das Gelernte reflektiert und zusammengefasst verbreitet wird, dann ist das toll und wichtig.

Der Künstler verweist auf aktuelle Ereignisse, wie z. B. Neonzazis, die durch Chemnitz brüllen „Ein guter Deutscher ist Antisemit“ oder solche, die in Chemnitz ein jüdisches Lokal angriffen:

Wer aufmerksam hinschaut merkt, es ist immer dringender nötig, dass man aufsteht und sich gegen solche Parolen wendet, betont Ferenz, Antisemitismus ist im Alltag angekommen und das darf nicht sein.

Deswegen hat er auch die Schülerinnen und Schüler motiviert, sich intensiv in die Geschichte einzuarbeiten, aber auch aktuelle Meinungen einzufangen. Entstanden sind zwei Radiosendungen zum Thema „Jüdisches Leben in Eisenach“, die am Freitag , dem 9. November um 13 und 15 Uhr gesendet werden. Wiederholt werden beide Teile am Sonntag, dem 11. November ab 18 Uhr. Zu hören sind Umfragen zum Thema Anitsemistismus, Biografien von Eisenacher Juden und auch zahlreiche Meinungen von Akteuren aus Politik, Religion und Gesellschaft, die mit dem Thema in Berührung kommen.

Technisch wurde das Projekt vom Wartburg-Radio unterstützt, die Schüler haben jedoch alle Aufnahmen und den Tonschnitt selbständig in Arbeitsgruppen durchgeführt. Zu hören sind die Radiosendungen auf der Frequenz UKW 96,5 oder via Stream auf www.wartburgradio.com. Das Bildungsangebot ist Bestandteil des Smartphone-Projektes wirbinich.de. Über 340 Personen von 6 bis 85 Jahren haben sich bislang an Diskussionen über einen multikulturellen Alltag beteiligt. Mit dem Smartphone-Browser lassen sich interaktiv Bilder und Töne aufrufen, die einladen, sich mit dem Thema auseinander zu setzen.

Foto: © Franziska Klemm / Wartburg-Radio 96,5 • Im Bild: Jannik Etzholz, Leonie Oertel und Alexander Kirst aus der Klasse 10 b feilen im Studio des Wartburg-Radios am Schnitt der beiden Radiosendungen – passende Musik haben sie auch selbst ausgesucht – immer in Absprache mit der gesamten Klasse.

Andrea T. | | Quelle:

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